Griechisches Gesprächspaar vergleicht unterschiedlich große Einkommensumschläge, Münzstapel und eine Steuerwaage.

Einkommensteuerreform 2027

Grund- und Kinderfreibetrag müssen jedes Jahr dem Existenzminimum folgen, und gegen die kalte Progression wurde der Tarif elf Jahre in Folge verschoben [4][15]. Union und SPD ergänzen das um einen höheren Arbeitnehmerpauschbetrag und bezahlen einen Teil über höhere Sätze auf die höchsten Einkommen; AfD, Grüne und Linke halten die Entlastung für zu klein. Das Kabinett hat den Entwurf am 2. September 2026 beschlossen [15], am 8. Oktober 2026 hat ihn der Bundestag in erster Lesung an die Ausschüsse überwiesen [20].

  • 9,86 Mrd. € lässt der Entwurf den Steuerpflichtigen im Jahr, in voller Wirkung ab 2028 [15]
  • 52,4 % des Einkommensteueraufkommens zahlt das oberste Zehntel der Steuerpflichtigen [4]
  • 49,3 % beträgt der Abgabenkeil auf Arbeit für alleinstehende Durchschnittsverdienende, der zweithöchste unter 38 OECD-Staaten [11]

Der Vorschlag

Grund- und Kinderfreibetrag, Kindergeld und Arbeitnehmerpauschbetrag steigen, Einkommen über 250.000 Euro zahlen bis zu 47 Prozent, der Handwerkerbonus sinkt und die Pauschsteuer auf Minijobs steigt.

Die Debatte

Union und SPD werben mit mehr Netto für kleine und mittlere Einkommen und nennen es gerecht, dafür die höchsten Einkommen stärker heranzuziehen. AfD, Grüne und Linke halten dagegen, die Entlastung sei zu klein, teils ohnehin geboten und gleiche die steigenden Preise nicht aus. Die AfD greift zudem Minijobs und Handwerkerbonus an, die Union sorgt sich um Personenunternehmen, der Bundesrat um eine Grenze für Sonntagszuschläge, die nur Besserverdienenden nützt. Nach der ersten Lesung am 8. Oktober 2026 ging der Entwurf ohne Abstimmung an die Ausschüsse, und Redner beider Koalitionsfraktionen zeigten sich offen für mehr Entlastung.

  • „Also ganz oben trägt mehr dazu bei, dass in der Mitte unseres Landes entlastet wird.“

    spricht dafür: Lars Klingbeil, SPD Bundestag, 8. Oktober 2026
  • „Es gibt eine Reihe von steuertariflichen Anpassungen, die kaum eine politische Idee tragen; teils sind sie verfassungsrechtlich vorgegeben.“

    spricht dagegen: Doris Achelwilm, Die Linke Bundestag, 8. Oktober 2026
  • „Sie schröpfen also ausgerechnet jene Menschen, die ohnehin schon jeden Cent zweimal umdrehen müssen und sich im Nebenjob mühsam etwas dazuverdienen, sowie kleine Betriebe, die diese Menschen einstellen.“

    spricht dagegen: Kay Gottschalk, AfD Bundestag, 8. Oktober 2026

Die Analyse

Einkommensteuerreform 2027

60 % des Gewichts sprechen dafür, 40 % dagegen.

Das Gewicht eines Arguments verbindet drei Fragen: wie groß die Wirkung ist, wie sicher sie eintritt und wie wichtig das betroffene Gut ist. Je größer das Stück, desto schwerer wiegt das Argument.

Dafür

Dagegen

Die Einkommensteuerreform 2027 ist nach der aktuellen Analyse ein guter Vorschlag, nur nicht wegen der versprochenen Entlastung.

Sehr wahrscheinlich besser

Sehr wahrscheinlich besser: Unter den angesetzten Annahmen bringt der Vorschlag in mehr als 99 von 100 Modellrechnungen mehr, als er kostet.

Gesamteffekt: groß

Wie stark der Vorschlag insgesamt wirkt, in fünf Stufen von sehr klein bis sehr groß, über alle Debatten vergleichbar. Der Kreis ist immer voll, auch wenn die Wirkung insgesamt klein ist; wie groß sie ist, sagt diese Stufe.

Mit der Koalition hält die Analyse den Entwurf für richtig, doch es trägt nicht die Entlastung, mit der Union und SPD werben. Der Kreis besteht fast ganz aus Geld, das nur den Besitzer wechselt, und die neue Entlastung wiegt sogar etwas weniger als der Steuerausfall, weil sie eher oben ankommt. Entscheidend ist die höhere Reichensteuer, die SPD-Redner als fair verteidigen: Ein Euro ist in öffentlichen Kassen mit steigender Zinslast besser aufgehoben als bei Spitzenverdienern. Recht haben die Kritiker, dass der größte Teil der Entlastung ohnehin fällig war, und der Bundesrat, dass beitragsfreie Sonntagszuschläge vor allem besser Verdienenden nützen. Das schwerste Gegenargument nennt die AfD mit den Kürzungen bei Handwerkerbonus und Minijobs; wenig wiegen die Arbeitsanreize, auf die sich die Union beruft, und die Investitionsanreize, vor denen sie warnt.

Mit eigenen Werten nachrechnen

Wie schwer Leben, Gesundheit, Klima, Zeit und Geld zählen, lässt sich anders gewichten. Der Werte-Shift rechnet die Debatte damit neu.

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Im Detail

Alle Argumente

Pro-Argumente5 Argumente

Mehreinnahmen übersteigen die Entlastung

43Punkte

Die Gegenfinanzierung bringt nach dem Regierungsentwurf 4,26 Mrd € im Jahr in die öffentlichen Kassen: 2,77 Mrd € aus den höheren Sätzen ab 250.000 €, 0,74 Mrd € aus dem gekürzten Handwerkerbonus, 0,76 Mrd € aus der höheren Minijob-Pauschsteuer. Das ist dreieinhalbmal so viel, wie die neue Entlastung kostet; die Reform finanziert damit einen Teil der ohnehin fälligen Anpassung an Existenzminimum und Preise, die sonst über Kredit liefe.

Wert 5 · StaatsfinanzenImpact 8,5Plausibilität 10
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Wert

Öffentliche Mittel sind der Maßstab dieser Bewertung: Ein Euro in der Staatskasse zählt so viel wie ein Euro im Budget eines mittleren Haushalts. Wo er hinzukommt, entstehen keine unmittelbaren Wohltaten, wohl aber Spielraum. Der Bundesrechnungshof beschreibt, wie eng er ist: Rente, Verteidigung und Zinsen schnüren den Bundeshaushalt ohne Gegensteuern immer weiter ein, und jeder zusätzliche Kredit erhöht die Zinslast künftiger Jahre [10]. Der Anteil der Zinsen an den Ausgaben des Bundes steigt bis 2029 von 5,8 % auf 11,6 % [10]; die Investitionsquote des Kernhaushalts liegt mit 10,4 % nur knapp über der grundgesetzlichen Mindestmarke [9]. Von den 4,26 Mrd € fließen rund 1,95 an den Bund, 1,75 an die Länder und 0,56 an die Gemeinden [15]. Der Wert ist mittel: öffentliche Mittel, die anderswo nicht fehlen, hier in einer Menge, die den Spielraum künftiger Haushalte messbar erweitert.

Impact

Der Regierungsentwurf beziffert die Gegenfinanzierung in voller Jahreswirkung 2028 mit 4,255 Mrd € [15]. Der größte Posten ist die Reichensteuer: 2,505 Mrd € aus dem neuen Satz von 47 % ab 280.000 € und 0,26 Mrd € aus dem Vorziehen der 45 % auf 250.000 € [15]. Dazu kommen 0,735 Mrd € aus der Kürzung des Handwerkerbonus auf 15 % und 900 € [15]. Das ist rechnerisch ein Viertel jedes Anspruchs (20 → 15 %, 1.200 → 900 €) und lässt auf eine Ermäßigung von rund 2,9 Mrd € im Jahr 2028 schließen; der Bundesrechnungshof nannte für 2024 rund 2,2 Mrd € [16]. Hinzu kommen 0,755 Mrd € aus der Minijob-Pauschsteuer von 5 % statt 2 % [15]. Die Spanne reicht von 3,2 bis 4,5 Mrd €: Am oberen Rand verlagern Betroffene Einkünfte, bei Minijobs weichen Arbeitgeber in die individuelle Besteuerung aus; der Entwurf rechnet dort bereits mit rund einem Viertel weniger, als der volle Satz auf die Lohnsumme brächte [17]. Der neuen Entlastung von 1,215 Mrd € stehen damit Mehreinnahmen gegenüber, die dreieinhalbmal so groß sind; im Entwurf erscheint das als Netto-Minus von 5,6 Mrd €, weil dort die ohnehin fällige Anpassung von 8,65 Mrd € mitgerechnet ist [15]. Auf der Karte sind das 8,5 Punkte, der größte Posten dieser Bewertung und dreieinhalbmal so viel wie der Steuerausfall auf der Gegenseite. Der Impact ist hoch: Es sind mehrere Milliarden im Jahr, und sie fließen sicher, weil sie aus Sätzen und Kürzungen folgen, die im Gesetz stehen.

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Reichensteuer 45 % ab 250.000 € und 47 % ab 280.000 € volle Jahreswirkung 2028, Finanztableau des Regierungsentwurfs [15] 2,505 + 0,26 2,77 Mrd €
+ Handwerkerbonus auf 15 % und 900 € gekürzt volle Jahreswirkung 2028 [15][16] ein Viertel jedes Anspruchs (20 → 15 %, 1.200 → 900 €); entspricht einer Ermäßigung von rund 2,9 Mrd € 2028 (2024: 2,2 Mrd €) 0,74 Mrd €
+ Minijob-Pauschsteuer 5 % statt 2 % volle Jahreswirkung 2028 [15][17] 3 Punkte auf rund 33 Mrd € Lohnsumme wären 0,98 Mrd €; der Entwurf rechnet mit Ausweichen 0,76 Mrd €
= Mehreinnahmen im Jahr (Spanne 3,2–4,5) 4,26 Mrd €
× Gewichtet: öffentliche Mittel der Euro von Bund, Ländern und Gemeinden zählt mit 1; dasselbe Geld, das bei sehr hohen Einkommen, Wohneigentümern, Arbeitgebern und Minijobbern fehlt; dort zählt es in den Gegenargumenten mit dem Gewicht der Zahlenden 1 4,26 Mrd €
÷ Normalised Impact Maßstab dieser Seite 0,5 Mrd € je Punkt 8,51
Score 8,51 Impact × 5 Wert × 10 Plausibilität ÷ 10 = 43 von 100

Plausibilität

Alle drei Posten folgen aus der Rechenregel, nicht aus einer Prognose: Ein höherer Satz bringt Einnahmen, eine gekürzte Ermäßigung ebenso, und beides steht im Gesetzentwurf [15]. Maßstab ist die Rechtslage 2026, und die Beträge stammen aus dem Finanztableau des Regierungsentwurfs. Ungenau werden sie durch Ausweichen an der Spitze und bei Minijob-Arbeitgebern; das steht in der Spanne von 3,2 bis 4,5 Mrd €. Eine Rückwirkung in die andere Richtung gibt es nicht. Unsicher ist die Summe, nicht das Ob: Das Aufkommen der höheren Sätze hängt an einer stark rechtsschiefen Verteilung, in der wenige sehr große Fälle den Ausschlag geben, und die Schätzung des Ministeriums ist eine Schätzung ohne Verhaltensreaktion an der Spitze. Was Spitzenverdienende an Wirtschaftsleistung zurückhalten, steht als eigenes Argument auf der Gegenseite und wird hier nicht ein zweites Mal abgezogen. Bewertet wird das Gesetz in der Form, in der es vorliegt: Die Mehreinnahmen treten mit ihm ein, der Zweifel an der Höhe steckt in der Spanne des Impacts. Die Plausibilität ist sehr hoch: Die Mehreinnahmen folgen unmittelbar aus dem Tarif; geschätzt ist nur ihre Höhe, und das steht in der Spanne.

Beleglage: Mechanismus · Plausibilität höchstens 10 Nachweis der Wirkung: Definitorisch

Mehr Netto für Beschäftigte und Mitte

10Punkte

Der Regierungsentwurf entlastet um 9,86 Mrd € im Jahr. Davon wären 8,65 Mrd € auch ohne die Reform fällig: die Anpassung von Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag und Kindergeld an das Existenzminimum und eine Verschiebung des Tarifs gegen die kalte Progression. Neu sind rund 1,2 Mrd € im Jahr: der höhere Arbeitnehmerpauschbetrag und höhere steuerfreie Zuschläge. Beide wirken über den Grenzsteuersatz und kommen deshalb eher in der oberen Hälfte der Steuerpflichtigen an.

Wert 5 · HaushaltsbudgetImpact 2,0Plausibilität 10
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Wert

Der Posten besteht aus Geld, das Haushalten zusätzlich bleibt, also aus keinem Gut, das anders nicht zu haben wäre. Sein Gewicht hängt daran, wer es bekommt. Die unteren drei Zehntel zahlen kaum Einkommensteuer und können auch kaum entlastet werden: Das unterste Zehntel trägt 0,0 %, das zweite 0,2 %, das dritte 0,9 % des Aufkommens [4]. Die zwei neuen Bausteine wirken nach oben: Der Pauschbetrag bringt 200 € mal den persönlichen Grenzsteuersatz, also mehr, je höher das Einkommen, und nichts, wo die Werbungskosten ohnehin darüber liegen; die höheren steuerfreien Zuschläge betreffen nur Stundenlöhne über 50 € [15]; das ZEW nennt diesen Effekt den Streuverlust, der Reformvorschläge teuer macht [5]. Angesetzt landen 3 % der neuen Entlastung im untersten Fünftel, 12 % im zweiten, 22 % in der Mitte, 28 % im vierten und 35 % im obersten Fünftel, davon 20 % im obersten Zehntel [4]. Diese Verteilung ist eine Setzung, weil der Entwurf keine Verteilungsrechnung enthält. Ein Euro wiegt in einem Haushalt am unteren Rand schwerer als im obersten Zehntel, dessen Bruttoeinkommen im Schnitt bei 125.093 € liegt [4]; über diese Verteilung zählt der Euro der Entlasteten hier mit 0,83 (Spanne 0,7 bis 1,0). Der Wert ist mittel: gewöhnliches verfügbares Einkommen, breit gestreut; weil der Schwerpunkt in der oberen Hälfte liegt, wiegt der Euro etwas weniger als beim mittleren Haushalt.

Impact

Der Regierungsentwurf beziffert die Entlastung in voller Jahreswirkung 2028 auf 9,86 Mrd € [15]; dieser Jahreswert steht hier für alle zehn Jahre. Das ist eine Konvention, kein Mittelwert: Das erste Jahr 2027 bringt weniger, die Jahre danach etwas mehr. Ohne die Reform bliebe der Tarif nicht stehen. Grundfreibetrag und Kinderfreibetrag müssen dem Existenzminimumbericht folgen, und das Kindergeld steigt seit 2026 per Gesetz automatisch mit dem Kinderfreibetrag [15]; das sind im Entwurf 7,92 Mrd € (Grundfreibetrag 5,04, Kinderfreibetrag 0,89, Kindergeld 2,0 Mrd €) [15]. Auch eine Verschiebung des Tarifs gegen die kalte Progression kam elf Jahre in Folge [4]; die abgeflachte zweite Zone, deren oberer Eckwert von 69.879 € auf 70.600 € steigt, kostet 0,725 Mrd € [15] und bleibt damit weit unter einem vollen Ausgleich der Preissteigerung [19]; sie zählt deshalb zum ohnehin Fälligen. Neu ist, was darüber hinausgeht: der Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.430 € (1,145 Mrd €) und die höheren steuerfreien Sonn- und Feiertagszuschläge (0,07 Mrd €) [15], zusammen 1,215 Mrd € im Jahr. Die Spanne reicht von 1,0 bis 2,5 Mrd €: unten die Schätzunsicherheit des Finanztableaus, oben die Lesart, die die abgeflachte Zone als neue Entlastung zählt, und ein Rest, falls der Existenzminimumbericht weniger verlangt, als der Entwurf ansetzt. Für eine Familie mit zwei mittleren Einkommen und zwei Kindern nennt das Ministerium ab 2028 rund 630 bis 680 € mehr im Jahr [2]; neu daran sind zweimal 200 € Pauschbetrag mal Grenzsteuersatz, rund 120 bis 140 €. Gewichtet mit 0,83 für die Empfänger ergibt das 1,01 Mrd €, auf der Karte 2,0 Punkte und knapp das Vierfache der zusätzlichen Arbeit aus dem zweiten Pro-Argument. Der Impact ist klein bis mittel: Es sind sehr viele Betroffene, aber neu ist pro Haushalt nur ein Betrag um hundert Euro im Jahr, und fast neun Zehntel der angekündigten Summe waren ohnehin fällig.

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Entlastung des Regierungsentwurfs, volle Jahreswirkung 2028 Gesetzentwurf der Bundesregierung, Kabinettsbeschluss vom 2. September 2026 [15] Summe aller Entlastungsposten des Finanztableaus 9,86 Mrd €
− Davon ohnehin fällig: Existenzminimum und Kindergeld Freibeträge verfassungsrechtlich geboten nach Existenzminimumbericht; das Kindergeld steigt seit 2026 per Gesetz mit dem Kinderfreibetrag [15] Grundfreibetrag 5,04 + Kinderfreibetrag 0,89 + Kindergeld 2,0 7,92 Mrd €
− Davon ohnehin fällig: Tarifverschiebung gegen die kalte Progression elf Jahre in Folge üblich; der Betrag bleibt weit unter einem vollen Ausgleich der Preissteigerung [15][4][19] Eckwert der zweiten Zone 69.879 → 70.600 € 0,73 Mrd €
= Neue Entlastung im Jahr (Spanne 1,0–2,5) [15] Pauschbetrag 1,145 + Zuschläge 0,07 1,22 Mrd €
× Gewichtet nach Einkommen (Spanne 0,83–2,08) Setzung aus der Verteilung 3/12/22/28/35 % über die Fünftel (oberstes Zehntel 20 %); der Euro der öffentlichen Kassen zählt im ersten Gegenargument mit 1 [4] 0,83 1,01 Mrd €
÷ Normalised Impact Maßstab dieser Seite 0,5 Mrd € je Punkt 2,02
Score 2,02 Impact × 5 Wert × 10 Plausibilität ÷ 10 = 10 von 100

Plausibilität

Dass eine Tarifsenkung ankommt, ist keine Verhaltensfrage: Sie wirkt unmittelbar über den Lohnsteuerabzug. Den Vergleich bildet die Rechtslage 2026 mit dem, was ohnehin fällig war: Existenzminimum, Kindergeld und eine Verschiebung des Tarifs gegen die kalte Progression. Gemessen wird nichts, die Beträge stehen im Finanztableau des Gesetzentwurfs [15]. Verfälschen könnte das Ergebnis nur die Abgrenzung dessen, was ohnehin fällig wäre: Der 16. Existenzminimumbericht lag beim Kabinettsbeschluss am 2. September 2026 noch nicht vor, und der Entwurf setzt die Freibeträge „in Höhe der voraussichtlichen Vorgaben“ [15]; diese Abgrenzung steht in der Spanne von 1,0 bis 2,5 Mrd €, dass es auch umgekehrt sein könnte, ist ausgeschlossen. Die Entlastungsbeispiele des Ministeriums sind ausdrücklich erste Schätzungen auf Basis der heute geltenden Sozialabgaben [2]. Bewertet wird das Gesetz in der Form, in der es vorliegt: Die Entlastung tritt mit ihm ein, der Zweifel an der Höhe steckt in der Spanne des Impacts. Die Plausibilität ist sehr hoch: Die Entlastung ist unmittelbare Rechtsfolge des Gesetzes; strittig ist allein, wie viel davon neu ist, und das trägt die Spanne.

Beleglage: Mechanismus · Plausibilität höchstens 10 Nachweis der Wirkung: Definitorisch

Beitragsfreie Sonntagszuschläge

2,6Punkte

Tarifliche Sonn- und Feiertagszuschläge bleiben in der Sozialversicherung künftig bis zu einem Stundenlohn von 75 € beitragsfrei, bisher bis 25 €. Beschäftigte und Arbeitgeber sparen dadurch nach grober Schätzung der Bundesregierung rund 300 Mio € Beiträge im Jahr, etwa je zur Hälfte. Entlastet werden Beschäftigte mit Grundlöhnen über 25 € in der Stunde, also eher die obere Hälfte; das Geld fehlt den Sozialkassen und steht dort als eigenes Argument.

Wert 5 · Betriebe & BeschäftigteImpact 0,5Plausibilität 10
▸ Begründung & Quellen anzeigen ▾ Begründung & Quellen ausblenden

Wert

Das Gut ist Geld, das Beschäftigten und Betrieben bleibt, statt als Beitrag an die Sozialversicherung zu gehen [21]. Die Hälfte entfällt auf Arbeitgeber; ihr Euro zählt wie der Euro der Sozialkassen, dieser Teil wechselt also nur zwischen zwei gleich gewichteten Taschen. Die andere Hälfte bleibt Beschäftigten, deren Grundlohn über 25 € in der Stunde liegt, bei 38 Wochenstunden rund 4.100 € im Monat. Der Bundesrat nennt Pflege, Gastgewerbe und Bandarbeit als typische Schichtberufe, deren Grundlöhne selten über 50 € liegen [22]; zwischen 25 und 50 € liegen aber viele Fachkräfte, sodass der Schwerpunkt im vierten Fünftel liegt. Dort zählt ein Euro mit 0,7 (Spanne 0,55 bis 0,9). Ein Teil des Vorteils kehrt sich später um, weil niedrigere Beiträge auch niedrigere Renten- und Krankengeldansprüche bedeuten; das fällt überwiegend nach dem Bewertungszeitraum an und ist nicht gegengerechnet. Der Wert ist mittel: gewöhnliches Einkommen, zur Hälfte bei Betrieben, zur Hälfte bei Beschäftigten mit eher hohem Lohn.

Impact

Heute bleiben Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschläge in der Sozialversicherung nur bis zu einem Grundlohn von 25 € in der Stunde beitragsfrei, in der Einkommensteuer bis 50 € [21]. Der Entwurf hebt die Steuergrenze für Sonn- und Feiertagszuschläge auf 75 € und zieht die Beitragsfreiheit für tarifvertraglich geregelte Zuschläge auf dieselbe Höhe nach; für Nachtzuschläge und nicht tarifliche Zuschläge bleibt es bei 25 € [21]. Die Bundesregierung schätzt die Mindereinnahmen der Sozialversicherung grob auf rund 300 Mio € im Jahr und schreibt selbst, eine genaue Bestimmung sei mangels belastbarer Daten nicht möglich [21]. Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil sind etwa gleich groß, also bleiben je rund 150 Mio € bei Beschäftigten und bei Betrieben. Die Spanne reicht von 150 bis 600 Mio €: unten, falls weniger tarifliche Zuschläge über 25 € gezahlt werden, oben, falls Betriebe Lohn in beitragsfreie Zuschläge umschichten. Gewichtet zählt der Teil der Beschäftigten mit 0,7, der Teil der Betriebe mit 1, zusammen 0,255 Mrd €. Die Steuerfreiheit derselben Zuschläge kostet nur 70 Mio € und steht schon im ersten Pro-Argument [22]; hier geht es allein um die Beiträge. Auf der Karte ist das rund ein Viertel der neuen Entlastung aus dem ersten Pro-Argument. Der Impact ist klein: ein Posten von einigen hundert Millionen im Jahr, dessen Höhe selbst die Bundesregierung nur grob schätzt.

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Mindereinnahmen der Sozialversicherung durch beitragsfreie tarifliche Sonn- und Feiertagszuschläge bis 75 € Grundlohn Gesetzentwurf, Drucksache 21/8235, Abschnitt D; Grenze bisher 25 € [21] grobe Abschätzung der Bundesregierung 0,3 Mrd €
× Davon Arbeitnehmeranteil Beitragssätze etwa hälftig getragen 0,5 0,15 Mrd €
× Gewichtet: Beschäftigte mit Grundlohn über 25 € Setzung, Spanne 0,55–0,9: Schwerpunkt im vierten Fünftel [22] 0,7 0,11 Mrd €
+ Arbeitgeberanteil, gewichtet mit 1 Unternehmen zählen wie die Sozialkassen 0,15 × 1 0,15 Mrd €
= Entlastung im Jahr, gewichtet (Spanne 0,13–0,51) 0,26 Mrd €
÷ Normalised Impact Maßstab dieser Seite 0,5 Mrd € je Punkt 0,51
Score 0,51 Impact × 5 Wert × 10 Plausibilität ÷ 10 = 2,6 von 100

Plausibilität

Die Beitragsfreiheit ist Rechtsfolge der geänderten Sozialversicherungsentgeltverordnung, die der Entwurf in Artikel 6 mitbringt [21]. Verglichen wird mit der Rechtslage 2026, in der die Grenze bei 25 € liegt. Gemessen wird nichts; die Menge ist eine grobe Schätzung der Bundesregierung, weil es keine Statistik über tarifliche Sonntagszuschläge nach Lohnhöhe gibt [21]. Verfälschen könnte das Ergebnis vor allem die Zahl der Beschäftigten mit solchen Zuschlägen über 25 €; sie steht in der Spanne. Umgekehrt kann es nicht sein: Eine höhere Freigrenze löst keine zusätzlichen Beiträge aus. Offen ist, ob Betriebe Lohn in Zuschläge umschichten, was den Betrag eher erhöht. Der Bundesrat bittet zu prüfen, ob die höhere Grenze im Steuerrecht entfallen kann, an die die Beitragsfreiheit anknüpft [22]; bewertet wird das Gesetz in der Form, in der es vorliegt. Die Plausibilität ist sehr hoch: Die Entlastung folgt unmittelbar aus der Verordnung; unsicher ist allein ihre Höhe, und die steht in der Spanne.

Beleglage: Mechanismus · Plausibilität höchstens 10 Nachweis der Wirkung: Definitorisch

Stärkere Arbeitsanreize in der Mitte

1,3Punkte

Nur die abgeflachte zweite Progressionszone senkt Grenzsteuersätze, 0,73 der 9,86 Mrd €. Das ZEW rechnet für ein gezielt auf die Mitte gerichtetes 10-Mrd-€-Paket mit 50.000 bis 60.000 zusätzlichen Vollzeitstellen; auf den Koalitionstarif übertragen sind das rund 4.000 Stellen, etwa 0,26 Mrd € Wirtschaftsleistung im Jahr. Die Richtung ist gesichert; die Größe stammt aus einer einzigen Modellrechnung, die einen anderen Tarif abbildet.

Wert 6 · Wohlstand & ProduktionImpact 0,5Plausibilität 4
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Wert

Gezählt wird zusätzlich erbrachte Arbeit, also Wertschöpfung, die es sonst nicht gäbe, und kein verschobenes Geld. Sie verteilt sich auf Löhne, Gewinne und Steuern und stärkt die Produktionsbasis, an der auch die öffentlichen Kassen hängen. Betroffen sind vor allem Zweitverdienende und Teilzeitbeschäftigte, für die sich eine Ausweitung der Stunden bisher wenig lohnt: Sie treffen die hohe Grenzbelastung im mittleren Bereich [4]. Anders als ein Transfer schafft dieser Kanal einen echten Zuwachs, keine Umverteilung; er wiegt deshalb je Euro schwerer als verschobenes verfügbares Einkommen. Zugleich bleibt er begrenzt: Der Abgabenkeil sinkt nur um wenige Zehntelpunkte, weil die Sozialbeiträge unberührt bleiben, und die machen den größeren Teil des Keils aus [11]. Die Sozialbeitragsquote liegt bei 18,4 % des Bruttoinlandsprodukts und damit fast so hoch wie die gesamte Steuerquote von 23,1 % [13]. Der Wert ist mittel bis hoch: Es geht um zusätzliche Wirtschaftsleistung und Beschäftigung, nicht um verschobene Euro; der Hebel der Reform daran ist aber klein.

Impact

Wer in Deutschland zusätzlich arbeitet, gibt viel davon ab: Von einem Euro mehr Arbeitnehmerentgelt gehen mit den Sozialbeiträgen bis zu 60 % an den Staat [4]. Der Abgabenkeil auf Arbeit liegt für alleinstehende Durchschnittsverdienende bei 49,3 % und ist der zweithöchste unter den 38 OECD-Staaten; der Schnitt liegt bei 35,1 % [11]. An den Grenzsteuersätzen ändert die Reform wenig: Nur die Abflachung der zweiten Progressionszone bis 70.600 € senkt sie, und sie kostet 0,73 Mrd € im Jahr [15]; Pauschbetrag und Freibeträge wirken als Festbeträge, die Reichensteuer wirkt am oberen Rand gegenläufig. Das ZEW hat eine gezielte Grenzsteuersenkung simuliert: Für ein 10-Mrd-€-Paket errechnet es 50.000 bis 60.000 zusätzliche Vollzeitäquivalente [5][6]. Linear auf die 0,73 Mrd € übertragen, also auf 7,3 % des ZEW-Pakets, sind das rund 4.000 zusätzliche Vollzeitstellen (Spanne 2.000 bis 8.000). Bewertet zu Arbeitskosten von 66.000 € je Stelle (Setzung, Spanne 55.000 bis 80.000 €: rund 55.000 € Bruttoverdienst mal 1,2) sind das 0,26 Mrd € zusätzliche Wirtschaftsleistung im Jahr (Spanne 0,1 bis 0,6 Mrd €), auf der Karte 0,5 Punkte und ein Viertel der neuen Entlastung. Der Impact ist klein: Der Mechanismus greift, aber nur ein Vierzehntel der Reform senkt überhaupt Grenzsteuersätze.

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55.000 Vollzeitstellen
Zusätzliche Vollzeitstellen, die das ZEW für ein gezieltes 10-Mrd-€-Paket errechnet
× 0,73 Mrd € Abflachung ÷ 10 Mrd € = 7,3 % Setzung, linear skaliert: nur die Abflachung der zweiten Zone senkt Grenzsteuersätze; Pauschbetrag und Freibeträge sind Festbeträge, die Reichensteuer wirkt gegenläufig
4.000 Vollzeitstellen
Anteil der Reform, der Grenzsteuersätze senkt (Spanne 4–15 %)
× 66.000 € Arbeitskosten je Stelle Setzung, Spanne 55.000–80.000 €: rund 55.000 € Bruttoverdienst × 1,2 Arbeitgeberbeiträge; aufgegebene Freizeit bei freiwilliger Mehrarbeit nicht gegengerechnet
0,26 Mrd €
Zusätzliche Wirtschaftsleistung im Jahr (Spanne 0,1–0,6)
÷ 0,5 Mrd € je Punkt Maßstab dieser Seite
0,53
Normalised Impact
Score 0,53 Impact × 6 Wert × 4 Plausibilität ÷ 10 = 1,3 von 100

Plausibilität

Die Evidenz stammt aus einem einzigen Modell: dem Mikrosimulationsmodell EviSTA des ZEW, das Steuerregeln auf repräsentative Haushaltsdaten anwendet und deren Reaktion mit Reaktionsstärken aus der Fachliteratur schätzt [5][6][18]; die Zahl gilt dort für die Variante ohne Gegenfinanzierung [18]. Für die Variante mit höherem Spitzen- und Reichensteuersatz, wie sie diese Reform enthält, nennt das ZEW keine Zahl; dass sie kleiner ausfiele, ist eine eigene Folgerung, weil die höheren Sätze am oberen Rand gegenläufig wirken. Die Simulation stellt den Tarif ohne Abflachung daneben und rechnet eine Kette von Verhaltensreaktionen, deren Stärke für diesen Tarif nicht gemessen wurde. Gerechnet hat das ZEW nicht diesen Tarif, sondern einen gezielten Sprungtarif, bei dem der Grenzsteuersatz unterhalb von 40.000 € zu versteuerndem Einkommen deutlich sinkt [5]. Unsicher macht die Zahl die Übertragung auf eine viel kleinere, breiter gestreute Senkung; sie ist hier linear skaliert, mit einer Spanne von 2.000 bis 8.000 Stellen. Umgekehrt kann es nicht sein: Der Tarif reagiert nicht auf das Arbeitsangebot. Eine unabhängige Nachrechnung für den beschlossenen Tarif liegt nicht vor; es gibt weder eine zweite Simulation noch eine Beobachtung, an der sich die Zahl prüfen ließe. Dass das Arbeitsangebot auf Grenzsteuersätze reagiert, ist ökonomisch gut belegt; wie stark es das bei genau dieser Änderung tut, sagt keine Quelle. Betroffen sind vor allem Zweitverdienende und Teilzeitbeschäftigte, deren Reaktion in der Literatur ohnehin am breitesten streut. Dass die Reform in dieser Größenordnung zusätzliche Arbeit auslöst, trifft in etwa vier von zehn vergleichbaren Fällen zu. Die Plausibilität ist niedrig bis mittel: Die Richtung ist gesichert, die Größe stammt aus einer Simulation, die einen anderen Tarif abbildet und den gegenläufigen Teil der Reform nicht enthält.

Beleglage: Studie · Plausibilität höchstens 6 Nachweis der Wirkung: Mechanistisch · höchstens 6 Einordnung: Kette geschlossen, unbelegt · Plausibilität 4–5

Offen: Eine Mikrosimulation des beschlossenen Tarifs einschließlich Reichensteuer (ZEW, DIW oder ifo) mit ausgewiesenem Vollzeitäquivalent würde P auf 5 heben; eine Beobachtung an einem vergleichbaren Tarifschritt (Ereignisstudie) darüber hinaus.

Weniger Prüfaufwand im Finanzamt

0,12Punkte

Mit dem höheren Arbeitnehmerpauschbetrag liegen bei rund 1,3 Millionen Steuerpflichtigen die tatsächlichen Werbungskosten darunter; sie brauchen keine Anlage N mehr auszufüllen [21]. Die Finanzämter sparen dadurch nach dem Entwurf rund 17 Mio € Prüfarbeit im Jahr, die Steuerpflichtigen zusammen rund 108.000 Stunden. Dagegen steht ein einmaliger Umstellungsaufwand von 1 Mio € in der Lohnabrechnung.

Wert 5 · Vollzug & VerfahrenImpact 0,04Plausibilität 6
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Wert

Das Gut ist Arbeitszeit in den Finanzämtern, also Geld, das an Verwaltung hängt [21]. Es wiegt wie jeder andere Haushaltsposten: Die Prüferinnen und Prüfer verschwinden nicht, ihre Stunden werden für andere Fälle frei. Dazu kommt Lebenszeit der Steuerpflichtigen, die eine Anlage weniger ausfüllen; sie wiegt je Stunde schwerer, macht aber weniger als ein Zwanzigstel des Postens aus und ist deshalb nicht eigens gewichtet. Ein Zuschlag, weil Bürokratieabbau politisch erwünscht ist, wäre eine doppelte Zählung. Der Wert ist der eines Kostenpostens: Verwaltungsarbeit, die frei wird, zählt wie Geld.

Impact

Der Entwurf rechnet damit, dass rund 1,3 Millionen Arbeitnehmer mit dem Pauschbetrag von 1.430 € keine Anlage N mehr ausfüllen, weil ihre tatsächlichen Werbungskosten darunter liegen [21]. In den Finanzämtern entfällt damit in 1,04 Millionen Fällen die Prüfung der Einzelangaben, im Schnitt 30 Minuten je Fall; das sind 17,2 Mio € Personalaufwand im Jahr oder rechnerisch 325 Vollzeitkräfte [21]. Die Steuerpflichtigen sparen je 5 Minuten, zusammen rund 108.000 Stunden; zur vollen Wachstunde von 6,85 € gerechnet sind das 0,74 Mio € [21]. Abzuziehen ist der einmalige Aufwand von 1 Mio €, mit dem die Lohnabrechnungsprogramme auf die neue Grenze für beitragsfreie Zuschläge umgestellt werden, auf zehn Jahre verteilt 0,1 Mio € im Jahr [21]. Den zusätzlichen Rechenaufwand, den der Bundesrat bei Nachtarbeit an Sonn- und Feiertagen erwartet, beziffert er nicht [22]. Zusammen bleiben 17,8 Mio € im Jahr; die Spanne reicht von 9 bis 25 Mio €, weil Minuten je Fall und Fallzahl geschätzt sind. Das ist der kleinste Posten der Debatte, weniger als ein Zehntel der zusätzlichen Arbeit aus dem zweiten Pro-Argument. Der Impact ist sehr klein: viele Fälle, aber je Fall nur Minuten.

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Weniger Prüfarbeit in den Finanzämtern Erfüllungsaufwand der Verwaltung im Gesetzentwurf, rechnerisch 325 Vollzeitkräfte [21] 1,04 Mio Fälle × 30 Minuten 17,18 Mio €
+ Gesparte Zeit der Steuerpflichtigen volle Wachstunde, weil die Zeit aufgezwungen ist [21] 1,3 Mio × 5 Minuten = 108.333 Stunden × 6,85 € 0,74 Mio €
− Einmalige Umstellung der Lohnabrechnung, auf zehn Jahre verteilt [21] 1 Mio € ÷ 10 0,1 Mio €
= Minderaufwand im Jahr (Spanne 9–25 Mio €) 17,82 Mio €
÷ Normalised Impact Maßstab dieser Seite 0,5 Mrd € je Punkt 0,04
Score 0,04 Impact × 5 Wert × 6 Plausibilität ÷ 10 = 0,1 von 100

Plausibilität

Dass weniger Steuerpflichtige eine Anlage N brauchen, folgt aus dem höheren Pauschbetrag [21]. Wie viel Arbeit das spart, schätzt die Bundesregierung nach ihrem Standardkostenmodell: 30 Minuten Prüfung je Fall im Finanzamt, 5 Minuten bei den Steuerpflichtigen, keine gemessenen Zeiten. Verglichen wird mit der Rechtslage 2026 und dem Pauschbetrag von 1.230 €. Verfälschen könnte das Ergebnis vor allem, dass Finanzämter die frei werdenden Stunden nicht anders nutzen, etwa weil einfache Fälle schon heute weitgehend maschinell durchlaufen. Umgekehrt kann es nicht sein: Ein höherer Pauschbetrag erzeugt keine zusätzlichen Prüffälle. Offen bleibt, wie viele Steuerpflichtige die Anlage trotzdem ausfüllen; der Entwurf nimmt an, dass es keiner tut [21]. Die Plausibilität ist mittel: Die Richtung folgt aus dem Gesetz, die Größe aus einer Zeitschätzung, die niemand nachgemessen hat.

Beleglage: Mechanismus · Plausibilität höchstens 6 Nachweis der Wirkung: Mechanistisch · höchstens 6

Contra-Argumente5 Argumente

Gekürzte Steuersubventionen bei Handwerkerleistungen und Minijobs

15Punkte

Der Handwerkerbonus wird von 20 % auf 15 % gekürzt, die Minijob-Pauschsteuer steigt von 2 % auf 5 %. Zusammen bringt das nach dem Regierungsentwurf 1,49 Mrd € im Jahr, bezahlt von Wohneigentümern, von Arbeitgebern und, soweit überwälzt, von Minijobbern. Ob dadurch Nachfrage in die Schwarzarbeit zurückwandert, ist offen.

Wert 5 · HaushaltsbudgetImpact 2,9Plausibilität 10
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Wert

Es handelt sich um verfügbares Einkommen, nicht um Existenzsicherung. Beim Handwerkerbonus trifft die Kürzung überwiegend Wohneigentümer, also die obere Hälfte der Verteilung; ihr Euro zählt hier mit 0,7 (Spanne 0,55 bis 0,85). Bei den Minijobs liegt es gemischt: Die Pauschsteuer trägt formal der Arbeitgeber, dessen Euro mit 1 zählt; wird sie über niedrigere Löhne weitergegeben, trifft sie Beschäftigte, deren Haushalte quer durch die Verteilung liegen: Schülerinnen, Studierende, Rentner, Zweitverdienende, aber auch Alleinstehende, die nur diesen Job haben. Ihr Euro ist mit 1,5 angesetzt (Spanne 1,0 bis 2,0). Beide Posten sind gegenläufig gewichtet, sodass ihr Gewicht zusammen nahe am Durchschnitt liegt. Der Wert ist mittel: gewöhnliche Geldströme ohne besondere Schwere, mit dem Vorbehalt, dass der überwälzte Minijob-Anteil bei den Schwächeren landen kann.

Impact

Zwei Steuervergünstigungen werden gekürzt. Handwerkerleistungen sind künftig nur noch zu 15 % statt 20 % absetzbar; der Höchstbetrag sinkt von 1.200 € auf 900 € im Jahr [1]. Beides zusammen kürzt jeden Anspruch um ein Viertel; der Regierungsentwurf rechnet mit 0,735 Mrd € Mehreinnahmen in voller Jahreswirkung 2028. Das setzt eine Ermäßigung von rund 2,9 Mrd € voraus; der Bundesrechnungshof nannte für 2024 rund 2,2 Mrd € [16]. Wer den Bonus bisher ausschöpfte, zahlt bis zu 300 € mehr [15]. Zweitens steigt die Pauschsteuer auf Minijobs von 2 % auf 5 % [1]: Drei Punkte auf die rund 33 Mrd € Lohnsumme, die heute unter der Pauschsteuer laufen [17], wären 0,98 Mrd €; der Entwurf setzt 0,755 Mrd € an, weil Arbeitgeber in die individuelle Besteuerung ausweichen [15]. Angesetzt wird die Hälfte davon über niedrigere Löhne auf die Minijobber überwälzt (Setzung, Spanne 30 bis 70 %), die andere Hälfte bleibt bei den Arbeitgebern. Gewichtet ergibt das 0,51 Mrd € bei den Wohneigentümern und 0,94 Mrd € bei Arbeitgebern und Minijobbern, zusammen 1,46 Mrd € (Spanne 1,0 bis 1,9), auf der Karte 2,9 Punkte, etwas mehr als der Steuerausfall der neuen Entlastung auf derselben Seite. Der Impact ist mittel: Es geht um wenige hundert Euro je Fall, aber um anderthalb Milliarden insgesamt, mehr als ein Drittel der Gegenfinanzierung.

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Kürzung des Handwerkerbonus auf 15 % und 900 € volle Jahreswirkung 2028, Finanztableau des Regierungsentwurfs [15][16] ein Viertel jedes Anspruchs (20 → 15 %, 1.200 → 900 €); entspricht einer Ermäßigung von rund 2,9 Mrd € 2028 (2024: 2,2 Mrd €) 0,74 Mrd €
× Gewichtet: Wohneigentümer Setzung, Spanne 0,55–0,85: obere Hälfte der Verteilung (Median 1, viertes Fünftel 0,7, oberstes 0,5); in den öffentlichen Kassen zählt derselbe Euro mit 1 (drittes Pro-Argument) 0,7 0,52 Mrd €
+ Minijob-Pauschsteuer 5 % statt 2 % volle Jahreswirkung 2028 [15][17] 3 Punkte auf rund 33 Mrd € Lohnsumme wären 0,98 Mrd €; der Entwurf rechnet mit Ausweichen 0,76 Mrd €
× Gewichtet: halb Arbeitgeber, halb überwälzt auf Minijobber Setzung: Überwälzung 50 % (Spanne 30–70 %), Minijobber-Haushalte 1,5 (Spanne 1,0–2,0), Arbeitgeber 1 0,5 × 1 + 0,5 × 1,5 = 1,25 0,94 Mrd €
= Belastung im Jahr, gewichtet (Spanne 1,0–1,9) 1,46 Mrd €
÷ Normalised Impact Maßstab dieser Seite 0,5 Mrd € je Punkt 2,92
Score 2,92 Impact × 5 Wert × 10 Plausibilität ÷ 10 = 15 von 100

Plausibilität

Beide Kürzungen stehen im Gesetzentwurf und wirken unmittelbar [15]. Die Beträge gegenüber der Rechtslage 2026 stammen aus dem Finanztableau; es ist dasselbe Geld, das als Mehreinnahme in den öffentlichen Kassen ankommt. Kleiner werden kann es durch Ausweichen: Arbeitgeber wechseln in die individuelle Besteuerung, Kunden bezahlen Handwerker ohne Rechnung. Das steht in der Spanne von 1,0 bis 1,9 Mrd €, eine Wirkung in umgekehrter Richtung gibt es nicht. Wer den Handwerkerbonus bisher ausschöpfte, zahlt vom ersten Tag an mehr; die höhere Pauschsteuer greift mit dem Gesetz. Offen ist die Überwälzung der Minijob-Pauschsteuer: Ob Arbeitgeber sie tragen oder über niedrigere Stundenlöhne weitergeben, entscheidet darüber, wen sie trifft, nicht darüber, ob sie trifft. Ein dritter Kanal ist gar nicht beziffert: Der Handwerkerbonus wurde eingeführt, um Schwarzarbeit zurückzudrängen; wird er kleiner, könnte ein Teil der Nachfrage in die Schattenwirtschaft zurückwandern. Das ist plausibel, aber ohne belastbare Schätzung. Bewertet wird das Gesetz in der Form, in der es vorliegt: Die Belastung tritt mit ihm ein, der Zweifel an Umfang und Verteilung steckt in der Spanne des Impacts. Die Plausibilität ist sehr hoch: Die Belastung folgt unmittelbar aus dem Gesetz; geschätzt sind ihr Umfang und ihre Verteilung, und das steht in den Spannen.

Beleglage: Mechanismus · Plausibilität höchstens 10 Nachweis der Wirkung: Definitorisch

Steuerausfall der neuen Entlastung

12Punkte

Die neue Entlastung, höherer Pauschbetrag und höhere Zuschläge, kostet Bund, Länder und Gemeinden rund 1,2 Mrd € im Jahr. Die ohnehin fällige Anpassung von Existenzminimum, Kindergeld und Tarif an die Preise (8,65 Mrd €) zählt nicht dazu: Sie käme auch ohne die Reform. Was die Gegenfinanzierung zurückholt, steht als eigenes Argument auf der Pro-Seite.

Wert 5 · StaatsfinanzenImpact 2,4Plausibilität 10
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Wert

Öffentliche Mittel sind der Maßstab dieser Bewertung: Ein Euro in der Staatskasse zählt so viel wie ein Euro im Budget eines mittleren Haushalts. Wo er fehlt, entstehen keine unmittelbaren Härten, wohl aber Folgekosten. Der Bundesrechnungshof beschreibt sie: Rente, Verteidigung und Zinsen schnüren den Bundeshaushalt ohne Gegensteuern immer weiter ein, und jeder zusätzliche Kredit erhöht die Zinslast künftiger Jahre [10]. Der Anteil der Zinsen an den Ausgaben des Bundes steigt bis 2029 von 5,8 % auf 11,6 % [10]. Verdrängt wird damit vor allem Investives: Die Investitionsquote des Kernhaushalts liegt mit 10,4 % nur knapp über der grundgesetzlichen Mindestmarke [9]. Für diesen Posten gilt das in kleiner Dosis: 1,2 Mrd € sind gut ein Prozent der für 2027 geplanten Nettokreditaufnahme von 110,8 Mrd € [9]. Der Wert ist mittel: öffentliche Mittel, die anderswo fehlen, hier in einer Menge, die den Spielraum künftiger Haushalte kaum berührt.

Impact

Was die Steuerpflichtigen zusätzlich behalten, fehlt in den öffentlichen Kassen. Der Regierungsentwurf beziffert die gesamte Entlastung in voller Jahreswirkung 2028 auf 9,86 Mrd € [15]. Davon wären 8,65 Mrd € auch ohne die Reform gekommen: die verfassungsrechtlich gebotene Anhebung von Grund- und Kinderfreibetrag, das Kindergeld, das seit 2026 per Gesetz mit dem Kinderfreibetrag steigt, und die Verschiebung der zweiten Tarifzone gegen die kalte Progression [15]. Das IW hatte den Inflationsausgleich 2027 mit rund 8 Mrd € angesetzt [4], der Bund der Steuerzahler mit rund 6 Mrd € [7]. Neu ist der Rest: 1,215 Mrd € im Jahr für den höheren Pauschbetrag und die höheren Zuschläge [15]; die Spanne von 1,0 bis 2,5 Mrd € reicht bis zu der Lesart, die die abgeflachte zweite Zone als neue Entlastung zählt. Dieser Ausfall verteilt sich zu 42,5 % auf den Bund, 42,5 % auf die Länder und 15 % auf die Gemeinden [15]. Gemessen an einem Bundeshaushalt, der für 2027 eine Nettokreditaufnahme von 110,8 Mrd € vorsieht [9] und dessen Zinsausgaben sich bis 2029 auf 66,5 Mrd € verdoppeln [10], ist das eine kleine Größe. Was die höheren Sätze und die gekürzten Ermäßigungen zurückholen, 4,26 Mrd €, steht als eigenes Argument auf der Pro-Seite und wird hier nicht gegengerechnet. Auf der Karte sind das 2,4 Punkte, gut ein Viertel der Mehreinnahmen. Der Impact ist klein bis mittel: gut eine Milliarde im Jahr, die dem Haushalt sicher fehlt; offen ist nur, wie scharf die Grenze zum ohnehin Fälligen gezogen wird.

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Entlastung des Regierungsentwurfs, volle Jahreswirkung 2028 Gesetzentwurf der Bundesregierung, Kabinettsbeschluss vom 2. September 2026 [15] Summe aller Entlastungsposten des Finanztableaus 9,86 Mrd €
− Davon ohnehin fällig: Existenzminimum und Kindergeld Freibeträge verfassungsrechtlich geboten nach Existenzminimumbericht; das Kindergeld steigt seit 2026 per Gesetz mit dem Kinderfreibetrag [15] Grundfreibetrag 5,04 + Kinderfreibetrag 0,89 + Kindergeld 2,0 7,92 Mrd €
− Davon ohnehin fällig: Tarifverschiebung gegen die kalte Progression elf Jahre in Folge üblich; der Betrag bleibt weit unter einem vollen Ausgleich der Preissteigerung [15][4][19] Eckwert der zweiten Zone 69.879 → 70.600 € 0,73 Mrd €
= Steuerausfall der neuen Entlastung im Jahr (Spanne 1,0–2,5) [15] Pauschbetrag 1,145 + Zuschläge 0,07 1,22 Mrd €
× Gewichtet: öffentliche Mittel der Euro von Bund, Ländern und Gemeinden zählt mit 1; bei den Entlasteten zählt derselbe Euro im ersten Pro-Argument mit 0,83 1 1,22 Mrd €
÷ Normalised Impact Maßstab dieser Seite 0,5 Mrd € je Punkt 2,43
Score 2,43 Impact × 5 Wert × 10 Plausibilität ÷ 10 = 12 von 100

Plausibilität

Der Ausfall folgt aus der Rechenregel, nicht aus einer Prognose: Ein höherer Pauschbetrag kostet Einnahmen, und die Beträge stehen im Finanztableau des Gesetzentwurfs [15]. Ausgangspunkt ist die Rechtslage 2026 mit der ohnehin fälligen Anpassung. Gemessen wird nichts: Es ist dasselbe Geld, das als neue Entlastung bei den Steuerpflichtigen ankommt, nur aus Sicht der öffentlichen Kassen. Unsicher ist die Abgrenzung dessen, was ohnehin fällig wäre; sie steht in der Spanne von 1,0 bis 2,5 Mrd €, und umgekehrt kann es nicht sein. Der 16. Existenzminimumbericht lag beim Kabinettsbeschluss am 2. September 2026 noch nicht vor [15]. Ob der Tarif ohne die Reform stärker an die Preise angepasst worden wäre als im Entwurf, ist eine Frage der Lesart, die neben der Bilanz steht: Nach Bach gibt die Reform weniger als die Hälfte dessen zurück, was die kalte Progression einschließlich der Kindergeld-Entwertung nimmt [19]. Ein Teil der Kosten kehrt über Mehrarbeit zurück: Das ZEW beziffert die fiskalischen Rückflüsse für ein 10-Mrd-€-Paket auf 1,5 bis 2 Mrd € [5]; sie stecken bereits in der zusätzlichen Wirtschaftsleistung auf der Pro-Seite. Bewertet wird das Gesetz in der Form, in der es vorliegt: Der Ausfall tritt mit ihm ein, der Zweifel an der Höhe steckt in der Spanne des Impacts. Die Plausibilität ist sehr hoch: Dass die neue Entlastung Einnahmen kostet, folgt unmittelbar aus dem Gesetz; unsicher ist nur die Grenze zum ohnehin Fälligen, und die steht in der Spanne.

Beleglage: Mechanismus · Plausibilität höchstens 10 Nachweis der Wirkung: Definitorisch

Mehrbelastung der höchsten Einkommen

5,6Punkte

Rund 230.000 Steuerpflichtige zahlen künftig mehr: 45 % schon ab 250.000 €, 47 % ab 280.000 €. Zusammen sind das nach dem Regierungsentwurf 2,77 Mrd € im Jahr, im Schnitt rund 12.000 € je Fall. Gemessen an ihren Einkommen bleibt die Belastung überschaubar.

Wert 5 · HaushaltsbudgetImpact 1,1Plausibilität 10
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Wert

Betroffen ist das oberste Prozent der Steuerpflichtigen. Ein Euro weniger wiegt dort leichter als in der Mitte oder am unteren Rand: Er berührt weder das Existenzminimum noch die Teilhabe, sondern Sparen und Vermögensaufbau. Sein Euro zählt hier mit 0,2 (Spanne 0,15 bis 0,3). Das ist keine moralische Setzung, sondern die Folge davon, dass derselbe Betrag bei sehr hohem Einkommen einen kleineren Unterschied macht. Zugleich trägt diese Gruppe bereits einen großen Teil der Last: Die einkommensstärksten 5 % zahlen rund 39,7 % des gesamten Einkommensteueraufkommens, das oberste Zehntel 52,4 % [4]. Ihr Anteil steigt durch die Reform weiter. Ob das zu viel oder zu wenig ist, entscheidet diese Bewertung nicht; sie hält fest, dass die Belastung real ist, aber leicht wiegt. Der Wert ist mittel: ein realer Geldstrom, dessen Gewicht dadurch gedämpft wird, dass er die höchsten Einkommen trifft.

Impact

Die Gegenfinanzierung hat einen Adressaten. Der Satz von 45 % beginnt künftig bei 250.000 € zu versteuerndem Einkommen statt bei 277.826 €, bei Zusammenveranlagung entsprechend bei 500.000 € statt 555.652 € [3]. Oberhalb von 280.000 € kommt ein Satz von 47 % hinzu; der maximale Grenzsteuersatz steigt damit einschließlich Solidaritätszuschlag von knapp 47,5 % [4] auf rund 49,6 %. Der Regierungsentwurf beziffert das Mehraufkommen in voller Jahreswirkung 2028 auf 2,765 Mrd €, davon 2,505 Mrd € aus dem neuen Satz und 0,26 Mrd € aus dem Vorziehen [15]; die Spanne 2,0 bis 3,0 Mrd € trägt das Ausweichen, das die Schätzung nicht enthält. Betroffen ist eine sehr kleine Gruppe: angesetzt rund 230.000 Steuerpflichtige von knapp 42 Mio [4], im Schnitt also rund 12.000 € je Fall. Für die Betroffenen ist das ein spürbarer Betrag, gemessen an ihrem Einkommen aber ein einstelliger Prozentanteil. Mit 0,2 gewichtet bleiben 0,55 Mrd €, auf der Karte 1,1 Punkte und ein Fünftel dessen, was dieselben Euro in den öffentlichen Kassen zählen. Der Solidaritätszuschlag bleibt daneben unverändert bestehen [3]. Der Impact ist klein: Es sind wenige Betroffene, und ein Euro weniger bei einem Einkommen jenseits von 250.000 € verändert Lebenslagen kaum.

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2,77 Mrd €
Mehraufkommen der Reichensteuer im Jahr (Spanne 2,0–3,0)
× 0,2 oberstes Prozent: ein Euro zählt dort 0,2 — in den öffentlichen Kassen zählt derselbe Euro mit 1 (drittes Pro-Argument)
0,55 Mrd €
Gewichtet nach Einkommen (Spanne 0,4–0,8)
÷ 0,5 Mrd € je Punkt Maßstab dieser Seite
1,11
Normalised Impact
Score 1,11 Impact × 5 Wert × 10 Plausibilität ÷ 10 = 5,6 von 100

Plausibilität

Der Tarif wirkt unmittelbar, sobald das Gesetz in Kraft ist; die Beschlusslage ist eindeutig, der Gesetzentwurf nennt beide Schwellen und beide Sätze [15]. Gegenüber der Rechtslage 2026 ist die Mehrbelastung eine Rechenregel, keine Prognose. Die Summe verändern kann nur Ausweichen; es steht in der Spanne von 2,0 bis 3,0 Mrd €, und eine Wirkung in umgekehrter Richtung gibt es nicht. Unsicher ist allein die Summe: Das Finanztableau rechnet ohne Verhaltensreaktion [15], und die Gestaltungsspielräume dieser Gruppe (Einkünfte verlagern, Gewinne im Betrieb behalten, die Rechtsform wechseln) verändern die Summe, nicht das Ob. Was sie an Wirtschaftsleistung kosten, steht als eigenes Argument auf dieser Seite und wird hier deshalb nicht ein zweites Mal abgezogen. Bewertet wird das Gesetz in der Form, in der es vorliegt: Die Mehrbelastung tritt mit ihm ein, der Zweifel an der Höhe steckt in der Spanne des Impacts. Die Plausibilität ist sehr hoch: Die Mehrbelastung folgt unmittelbar aus dem Tarif; geschätzt ist nur ihre Höhe, und das steht in der Spanne.

Beleglage: Mechanismus · Plausibilität höchstens 10 Nachweis der Wirkung: Definitorisch

Beitragsausfall der Sozialversicherung

3Punkte

Weil tarifliche Sonn- und Feiertagszuschläge künftig bis zu einem Grundlohn von 75 € beitragsfrei bleiben, fehlen Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung nach grober Schätzung der Bundesregierung rund 300 Mio € Beiträge im Jahr. Im Finanztableau der Steuer erscheint dieser Ausfall nicht. Was Beschäftigte und Betriebe dadurch behalten, steht als eigenes Argument auf der Pro-Seite.

Wert 5 · StaatsfinanzenImpact 0,6Plausibilität 10
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Wert

Das Gut sind Beitragseinnahmen der Sozialversicherung, also öffentliche Mittel [21]. Ein Euro in diesen Kassen zählt wie ein Euro im Budget eines mittleren Haushalts, ebenso wie der Steuerausfall im ersten Gegenargument. Fehlt er, steigen auf Dauer Beitragssätze oder Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt, die Last verteilt sich also auf alle Beitragszahler. Der Bundesrat hält der höheren Grenze entgegen, dass von ihr nur Besserverdienende profitieren [22]; das steckt nicht im Wert dieses Postens, sondern im kleineren Gewicht, mit dem der Euro der Beschäftigten auf der Pro-Seite zählt. Der Wert ist mittel: öffentliche Mittel, die anderswo fehlen, in einer Menge, die die Beitragssätze kaum bewegt.

Impact

Die Bundesregierung schätzt die Mindereinnahmen der Sozialversicherung aus der höheren Grenze für beitragsfreie Sonn- und Feiertagszuschläge grob auf rund 300 Mio € im Jahr [21]. Ohne die Reform bliebe die Grenze bei 25 € Grundlohn in der Stunde, mit ihr steigt sie für tariflich geregelte Zuschläge auf 75 € [21]. Der Ausfall verteilt sich etwa je zur Hälfte auf Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge. Die Spanne reicht von 150 bis 600 Mio €, weil der Bundesregierung selbst eine belastbare Datengrundlage fehlt und Betriebe Lohn in beitragsfreie Zuschläge umschichten könnten [21]. Der Ausfall ist gut viermal so groß wie der Steuerausfall derselben Regel von 70 Mio €, den der Bundesrat beziffert [22], und taucht im Finanztableau der Steuer nicht auf. Niedrigere Beiträge bedeuten später auch etwas niedrigere Renten; dieser Rückfluss fällt überwiegend nach dem Bewertungszeitraum an und ist nicht gegengerechnet. Gewichtet mit 1 für öffentliche Kassen ergibt das 0,3 Mrd €, auf der Karte rund ein Viertel des Steuerausfalls der neuen Entlastung. Der Impact ist klein: ein Posten von einigen hundert Millionen im Jahr, verteilt auf vier Versicherungszweige.

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Mindereinnahmen der Sozialversicherung durch beitragsfreie tarifliche Sonn- und Feiertagszuschläge bis 75 € Grundlohn Gesetzentwurf, Drucksache 21/8235, Abschnitt D; Grenze bisher 25 € [21] grobe Abschätzung der Bundesregierung 0,3 Mrd €
× Gewichtet: öffentliche Mittel der Euro der Sozialkassen zählt mit 1; bei Beschäftigten zählt derselbe Euro im vierten Pro-Argument mit 0,7, bei Betrieben mit 1 1 0,3 Mrd €
÷ Normalised Impact Maßstab dieser Seite 0,5 Mrd € je Punkt 0,6
Score 0,6 Impact × 5 Wert × 10 Plausibilität ÷ 10 = 3 von 100

Plausibilität

Der Ausfall ist dasselbe Geld, das Beschäftigte und Betriebe im vierten Pro-Argument behalten, nur aus Sicht der Sozialkassen [21]. Verglichen wird mit der Rechtslage 2026, in der die Beitragsfreiheit bei 25 € Grundlohn endet. Gemessen wird nichts; die Bundesregierung schätzt die Menge grob, weil es keine Statistik über tarifliche Sonntagszuschläge nach Lohnhöhe gibt [21]. Verfälschen könnte das Ergebnis vor allem die Zahl der Beschäftigten mit solchen Zuschlägen über 25 €; sie steht in der Spanne. Umgekehrt kann es nicht sein: Eine höhere Freigrenze bringt den Kassen keine zusätzlichen Beiträge. Fällt die höhere Grenze im Steuerrecht weg, wie es der Bundesrat zu prüfen bittet, entfällt auch dieser Ausfall [22]; bewertet wird das Gesetz in der Form, in der es vorliegt. Die Plausibilität ist sehr hoch: Der Ausfall folgt unmittelbar aus der Verordnung; unsicher ist allein seine Höhe, und die steht in der Spanne.

Beleglage: Mechanismus · Plausibilität höchstens 10 Nachweis der Wirkung: Definitorisch

Schwächere Investitions- und Leistungsanreize am oberen Rand

2,9Punkte

Rund 70 % der von der Reichensteuer erfassten Bemessungsgrundlage entfallen auf unternehmerische Einkünfte; höhere Sätze mindern den Anreiz, Gewinne im Betrieb zu lassen. Angesetzt gehen je Euro Mehrsteuer auf diese Gewinne 35 Cent an Wirtschaftsleistung verloren, rund 0,7 Mrd € im Jahr. Belegt ist der Mechanismus, nicht seine Größe: Für diese Reaktion liegt nicht einmal eine Modellrechnung vor.

Wert 6 · Wohlstand & ProduktionImpact 1,4Plausibilität 3,5
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Wert

Träfe der Effekt ein, ginge er zulasten der Investitionsbasis, also der Größe, von der Arbeitsplätze und künftige Steuereinnahmen abhängen. Anders als ein Transfer ist eine unterlassene Investition kein verschobener, sondern ein nicht entstandener Euro; sie wirkt über Jahre nach. Deshalb wiegt dieser Kanal je Euro schwerer als verschobenes verfügbares Einkommen. Betroffen sind vor allem mittelständische Personengesellschaften, die ihre Gewinne im Betrieb belassen; für sie sieht die Koalition keine Verbesserung bei der Thesaurierung vor [3]. Der bezifferte Umfang bleibt allerdings klein. Der Wert ist mittel bis hoch: Es geht um die Investitionsbasis, nicht um Komfort; der bezifferte Hebel ist aber gering.

Impact

Die Einkommensteuer ist auch eine Unternehmensteuer. Personengesellschaften stellen nur 2,4 % der knapp 42 Mio Steuerpflichtigen, vereinen aber rund 14 % aller Einkünfte auf sich [4]. Allein jene mit Einkünften über 1 Mio € sind 0,1 % der Steuerpflichtigen und 10 % der Einkünfte [4]. Beim Reichensteuersatz entfallen deshalb rund 70 % der Bemessungsgrundlage auf unternehmerische Aktivitäten [4]. Von den 2,765 Mrd € Mehraufkommen [15] treffen also rund 1,94 Mrd € einbehaltene oder entnommene Gewinne. Wird dieser Satz ausgeweitet, sinkt der Ertrag einbehaltener Gewinne und damit der Anreiz, sie im Betrieb zu lassen und zu investieren. Verschärfend kommt hinzu, dass die Koalition an der Thesaurierungsbegünstigung und am Optionsmodell für Personengesellschaften nichts ändert [3]. Angesetzt gehen je Euro Mehrsteuer auf diese Gewinne 35 Cent an Wirtschaftsleistung verloren (Setzung, Spanne 20 bis 60 Cent: die übliche Zusatzlast öffentlicher Mittel liegt bei 25 Cent, am oberen Rand mit Gestaltungs- und Investitionsspielraum darüber). Das sind 0,68 Mrd € im Jahr (Spanne 0,2 bis 1,2 Mrd €), auf der Karte 1,4 Punkte, etwas mehr als die Mehrbelastung der Betroffenen selbst zählt. Der Impact ist klein: Die Änderung beträgt 2 bis 3 Prozentpunkte, und nur ein Bruchteil der betroffenen Gewinne ändert daraufhin seinen Weg.

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2,77 Mrd €
Mehraufkommen der Reichensteuer im Jahr
× 70 % Anteil unternehmerischer Aktivitäten an der Bemessungsgrundlage des Reichensteuersatzes
1,94 Mrd €
Davon auf unternehmerische Einkünfte
[4]
× 0,35 € je Euro Mehrsteuer Setzung, Spanne 0,2–0,6: Zusatzlast öffentlicher Mittel 25 Cent im Regelfall, am oberen Rand mit Gestaltungs- und Investitionsspielraum darüber
0,68 Mrd €
Verlorene Wirtschaftsleistung im Jahr (Spanne 0,2–1,2)
÷ 0,5 Mrd € je Punkt Maßstab dieser Seite
1,36
Normalised Impact
Score 1,36 Impact × 6 Wert × 3,5 Plausibilität ÷ 10 = 2,9 von 100

Plausibilität

Der Mechanismus ist unstrittig, seine Größe nicht. Dass hohe Grenzsteuersätze Investitions- und Leistungsbereitschaft dämpfen, ist ökonomisch gut begründet und wird vom IW für genau diese Reform vorgetragen [4]. Die Rechnung gegenüber der Rechtslage 2026 beruht auf einer Kette von Verhaltensreaktionen, deren Stärke niemand gemessen hat: Anders als beim Arbeitsanreiz auf der Gegenseite gibt es hier nicht einmal eine Modellrechnung, die angesetzten 35 Cent je Euro sind eine Annahme. Ein Teil der Reaktion könnte bloße Verlagerung von Einkünften sein, die das Aufkommen mindert, ohne Wirtschaftsleistung zu kosten; die Spanne von 0,2 bis 1,2 Mrd € räumt das nicht aus, und in umgekehrter Richtung wirkt nichts. Gegen ein großes Gewicht spricht dreierlei: Erstens sind 2 bis 3 Prozentpunkte am oberen Rand eine kleine Änderung, und der Spitzensteuersatz selbst bleibt bei 42 % [3]. Zweitens liegt Deutschland damit international nicht am oberen Rand der Spitzensteuersätze. Drittens stabilisiert die Gegenfinanzierung den Haushalt, was Investitionen ebenfalls stützt, ein gegenläufiger Effekt, der in keiner der vorliegenden Rechnungen auftaucht. Politisch wird der Einwand von beiden Rändern erhoben: Die AfD hält die höhere Reichensteuer für schädlich für den Mittelstand, die Linke dieselbe Korrektur zugleich für kosmetisch [8]; in der ersten Lesung am 8. Oktober 2026 warnte Florian Dorn (CDU/CSU), die höhere Grenzbelastung treffe auch viele mittelständische Personenunternehmen [20]. Dass der Verlust in dieser Größenordnung eintritt, trifft in etwa jedem dritten vergleichbaren Fall zu. Die Plausibilität ist niedrig: ein nachvollziehbarer Mechanismus, für den weder eine Messung noch eine Modellrechnung vorliegt, und mit gegenläufigen Argumenten.

Beleglage: Plausibilität · Plausibilität höchstens 5 Nachweis der Wirkung: Mechanistisch · höchstens 6 Einordnung: Kette offen · Plausibilität 3–3,5

Offen: Eine Mikrosimulation oder eine Ereignisstudie zur Reaktion unternehmerischer Einkünfte auf frühere Reichensteuer-Schritte (2007) mit ausgewiesener Elastizität würde P auf 5 heben; darüber hinaus bräuchte es ein quasi-experimentelles Design.

Wie belastbar das Ergebnis ist

Unter den angesetzten Annahmen bringt der Vorschlag in mehr als 99 von 100 Modellrechnungen mehr, als er kostet.

bringt mehr, als er kostetkostet mehr, als er bringt

Jeder Punkt steht für 200 der 20.000 Modellrechnungen.

Der Vergleichspfad entscheidet, wie groß die Entlastung ist, nicht, ob die Reform vorn liegt. Die Rechnung läuft gegen die Rechtslage 2026 mit allem, was ohnehin fällig war: Existenzminimum, Kindergeld und eine Verschiebung des Tarifs gegen die kalte Progression, zusammen 8,65 Milliarden Euro; als Wirkung zählt nur der Rest. Wer stattdessen einen vollen Ausgleich der kalten Progression zum Vergleich nimmt, sieht ein anderes Bild. Bach beziffert im ifo Schnelldienst 2026 die kalte Progression auf 12,6 Milliarden Euro und die Entwertung des Kindergelds auf 2,9 Milliarden im Jahr [19]. Daran gemessen belastet die Reform real um 8,3 Milliarden Euro im Jahr, statt zu entlasten. Das Urteil hängt an dieser Lesart nicht, weil die Gegenfinanzierung bei sehr hohen Einkommen in beiden Lesarten gleich steht. Das ist vor allem eine Verteilungsdebatte: Fast der ganze Kreis besteht aus Geld, das zwischen Steuerpflichtigen, Betrieben und öffentlichen Kassen wechselt. Den Ausschlag gibt das Gewicht für die rund 230.000 Steuerpflichtigen mit Einkommen über 250.000 Euro. Ihr Euro zählt mit 0,2, weil er bei diesen Einkommen weder Existenz noch Teilhabe berührt, sondern Sparen und Vermögensaufbau; in öffentlichen Kassen zählt derselbe Euro mit 1, weil er dort Kredit und Zinslast ersetzt. Erst bei einem Gewicht von rund 0,87, also fast so viel wie in den Kassen, kippt das Urteil. Wie schwer der Euro der übrigen Entlasteten wiegt und wie viel die höheren Sätze wirklich einbringen, bewegt das Ergebnis kaum: In allen Durchläufen liegt die Reform vorn.

Verteilung der Modellrechnungen ansehen

20.000 durchgerechnete Zukünfte

Sehr wahrscheinlich besser · 100 %

In mehr als 99 von 100 durchgerechneten Zukünften bringt der Vorschlag mehr, als er kostet.

Keine Wirkung ist genau bekannt, jedes Argument hat eine Spanne. Die Rechnung zieht 20.000-mal für jedes Argument eine mögliche Größe aus seiner Spanne und zählt, wie oft der Nutzen die Kosten übersteigt.

Nettoeffekt in Punkten je Zukunft. Links der Null überwiegen die Nachteile, rechts der Nutzen. Acht von zehn Zukünften liegen zwischen +15 und +21 Punkten.
Maßstab und Auswertung

Maßstab dieser Bewertung: Normalised Impact — einheitslos, auf dieses Thema kalibriert. Zum Vergleich: 1 Punkt entspricht hier rund 500 Mio. € pro Jahr.

Größenklasse:mittel

Effekt groß (+9,2) · 82 % der Wirkung positiv

Die Flächen zeigen die einzelnen Argumentgewichte. Der positive Wirkungsanteil verrechnet Geldverschiebungen zwischen beiden Seiten; die Wahrscheinlichkeit eines positiven Nettoeffekts wird gesondert bestimmt.

Wie wir bewerten →

Prüfung und Quellen

Zuletzt geprüft von Claude Opus 5.5 · 29. Oktober 2026 · 14× KI, 1× Mensch
  1. 29. Oktober 2026KI-PrüfungClaude Opus 5.5neu bewertet

    Beitragsfreiheit tariflicher Sonn- und Feiertagszuschläge (rund 300 Mio € im Jahr, Drs. 21/8235) als Paar pro-4/con-5 und der Minderaufwand aus 1,3 Mio entfallenden Anlagen N als pro-5 neu gebucht, Verteilungsdebatte im Maßstab-Hinweis benannt, Kategorie unverändert.

  2. 29. Oktober 2026KI-PrüfungClaude Opus 5.5Record aktualisiert

    Erste Lesung, Bundesratsstellungnahme und Anhörungstermin mit Primärquellen nachgezogen, Stil der Begründungen bereinigt, Vergleich in con-2 korrigiert.

  3. 28. Oktober 2026KI-PrüfungClaude Opus 5.5Record aktualisiert

    Seitentexte für den neuen Seitenaufbau (Entwurf G) mit Zitaten aus Primärquellen; keine Zahl geändert.

  4. 21. Oktober 2026KI-PrüfungClaude Fable 5.1Record aktualisiert

    Argument-Zusammenfassungen ohne Gedankenstrich-Einschübe nach Schreibstil vom 20.10.2026; Zahlen unverändert

  5. 20. Oktober 2026KI-PrüfungClaude Fable 5.1Record aktualisiert

    Summary und Maßstab-Hinweis nach Schreibstil vom 20.10.2026 neu geschrieben; Zahlen unverändert

  6. 17. Oktober 2026KI-PrüfungGPT-6keine Änderung nötig

    Größenestimate geprüft, weiterhin offen: Kalte Progression, Existenzminimum, Arbeitsanreize und Verteilung brauchen unterschiedliche Referenzpfade. Ein Steueraufkommensquotient wäre kein Anteil gesellschaftlich gelöster Probleme. Keine Prozentzahl aus fehlender Mengenbrücke erzeugt; Bewertungsparameter und Bilanz unverändert.

  7. 16. Oktober 2026KI-PrüfungGPT-6keine Änderung nötig

    Bedarfsabgleich v3: Ein Teil der Entlastung ist ohnehin fällige Anpassung; zusätzliche Arbeits- und Verteilungswirkungen sind getrennt zu prüfen. Nur vorhandenes Wirkungsmodell auf Reichweite, Bedarfsmaßstab und Zeitraum geprüft; keine neue Wirksamkeitsbewertung oder Änderung der Parameter.

  8. 16. Oktober 2026KI-PrüfungClaude Opus 5.5Record aktualisiert

    Texte auf Bilanz 2.2 nachgezogen

  9. 8. Oktober 2026KI-PrüfungClaude Opus 5.5neu bewertet

    v3 nach Julians Entscheidungen 08.10.: als neue Entlastung zählt nur, was über Existenzminimum, Kindergeld-Automatik und Tarifverschiebung hinausgeht (1,215 statt 1,94 Mrd €), definitorische Beine P 10, Spannen aus der Kette, Bach (ifo 8/2026) als Gegen-Lesart; Bilanz 2.0: P(D > 0) 1,00, deutlich besser.

  10. 8. Oktober 2026KI-PrüfungClaude Opus 5.5Record aktualisiert

    Prüfbericht 05.10. umgesetzt: Methodenvokabular und Argument-Verweise aus den Begründungen entfernt, verwaiste Quelle an einem Contra gestrichen; Abgrenzung, Spannen, P-Konvention und Bilanz-Block liegen zur Entscheidung vor.

  11. 14. September 2026KI-PrüfungClaude Fable 5.1Record aktualisiert

    Gesamtprüfung 08.09. nachgearbeitet: Handwerkerbonus-Kürzung als ein Viertel je Anspruch beschrieben (0,735 Mrd € aus Finanztableau bleibt), ZEW-Gutachten als Quelle 18 mit Variante-1-Hinweis, Jahreswert-Konvention benannt; keine Zahländerung, r 0,58 → 0,58.

  12. 6. September 2026KI-PrüfungClaude Opus 5Record aktualisiert

    i_spanne an allen 7 Argumenten; drei Transfer-Paare verdrahtet (Entlastung⇄Ausfall, Reichensteuer, Handwerkerbonus+Minijob als Eins-zu-zwei über die Summenprobe), massstab_hinweis ohne r. Kategorie springt von Ausgeglichen (r 0,58) auf Deutlich besser (P(D>0) 0,95) — die Paare zählen jetzt nur noch ihre Gewichtsdifferenz statt beide Seiten aufzublähen.

  13. 5. September 2026KI-PrüfungClaude Fable 5.1neu bewertet

    v2: Rechenweg + Normalisierung + Identifikation an allen 7 Argumenten, Beträge auf das Finanztableau des Regierungsentwurfs (2.9.2026, neue Quelle 15) gezogen; neue Entlastung 1,94 statt 3 Mrd €, Gegenfinanzierung 4,26 statt 2,6 Mrd €, Staat als Paar gross gebucht (con-1 Ausfall, neu pro-3 Mehreinnahmen); r 0,69 → 0,58; offen: Vergleichspfad und Staats-Buchung.

  14. 12. Juli 2026Von Menschen bewertet, von KI umgesetztClaude Opus 4.8Erstbewertung

Bewertungen entstehen KI-gestützt und werden turnusmäßig auf neue Entwicklungen geprüft; menschliche Durchgänge sind eigens ausgewiesen.Wie wir prüfen →

Alle 23 Quellen anzeigenQuellen einklappen
  1. BMF / Koalitionsausschuss: Ergebnisse des Koalitionsausschusses: Ein Programm für Aufschwung und Beschäftigung (1./2.7.2026). bundesfinanzministerium.de
  2. BMF: Für mehr Fairness: Wie kleine und mittlere Einkommen, insbesondere Familien mit Kindern, entlastet werden (2.7.2026). bundesfinanzministerium.de
  3. Rödl & Partner: Die steuerlichen Beschlüsse des Koalitionsausschusses vom 1. Juli 2026 (2.7.2026). roedl.com
  4. IW Köln: Beznoska/Hentze: Reform der Einkommensteuer — Arbeits- und Investitionsanreize stärken (IW-Policy Paper 5/2026). iwkoeln.de
  5. ZEW: Pressemitteilung vom 29.6.2026: Einkommensteuer — Mitte gezielt entlasten (Kurzanalyse, Stichnoth). zew.de
  6. Haufe: ZEW regt gezielte Einkommensteuerentlastung der Mitte an (30.6.2026) — Details zur EviSTA-Simulation. haufe.de
  7. t-online: Gemischte Reaktionen auf das Reformpaket (2.7.2026) — Bund der Steuerzahler, IG Metall, Arbeitgeber, Felbermayr. t-online.de
  8. Epoch Times: Koalition beschließt 34-Punkte-Reformpaket — geteilte Reaktionen in Politik und Gesellschaft (2.7.2026). epochtimes.de
  9. BMF: Monatsbericht Mai 2026: Eckwerte für den Bundeshaushalt 2027 beschlossen. bundesfinanzministerium.de
  10. Bundesrechnungshof / BWV: Bericht zu den Eckwerten für den Bundeshaushalt 2027 und die Finanzplanung bis 2030. bundesrechnungshof.de
  11. OECD: Taxing Wages 2026 — Country Note Germany (Abgabenkeil 49,3 %). oecd.org
  12. BMF: Ergebnisse der 170. Steuerschätzung (7.5.2026). bundesfinanzministerium.de
  13. BMF-Datenportal: Entwicklung der Steuer- und Abgabenquoten seit 1960 (Stand Mai 2026). bundesfinanzministerium.de
  14. Destatis: PM Nr. 216: Öffentliche Schulden im 1. Quartal 2026. destatis.de
  15. Bundesregierung / BMF: Entwurf eines Einkommensteuerreformgesetzes 2027 — Regierungsentwurf, Kabinettsbeschluss 2.9.2026 (Finanztableau: Steuermehr-/-mindereinnahmen je Maßnahme, volle Jahreswirkung 2027–2031). bundesfinanzministerium.de
  16. Bundesrechnungshof: Prüfungsmitteilung: Steuerermäßigung nach § 35a EStG für von Vermietern und Hausverwaltungen bescheinigte haushaltsnahe Dienst- und Handwerkerleistungen (14.2.2024) — Steuermindereinnahmen Handwerkerleistungen 2.205 Mio € (2024, Subventionsbericht). bundesrechnungshof.de
  17. Minijob-Zentrale: Quartalsbericht 2. Quartal 2026 — 6,71 Mio gewerbliche Minijobber, 162,9 Mio € einheitliche Pauschsteuer im Quartal. minijob-zentrale.de
  18. ZEW, Hebsaker und Stichnoth: Die Mitte entlasten, Streuverluste minimieren — Kosteneffiziente Einkommensteuertarife für eine gezielte Entlastung (ZEW-Kurzanalyse, 29.6.2026; EviSTA: 50.000–60.000 Vollzeitäquivalente für Variante 1 ohne Gegenfinanzierung). zew.de
  19. ifo Institut: Bach: Einkommensteuerreform — Keine Entlastung der Mitte, weitere Belastungen drohen (ifo Schnelldienst 8/2026; kalte Progression 12,6 Mrd €, Kindergeld-Entwertung 2,9 Mrd €, real −8,3 Mrd € im Jahr). ifo.de
  20. Deutscher Bundestag, Plenarprotokoll 21/99 (8. Oktober 2026): Erste Beratung des Regierungsentwurfs eines Einkommensteuerreformgesetzes 2027 (Drucksache 21/8235), S. 12245 bis 12261, Überweisung an die Ausschüsse. dserver.bundestag.de
  21. Deutscher Bundestag, Drucksache 21/8235 (28. September 2026): Gesetzentwurf der Bundesregierung: Entwurf eines Einkommensteuerreformgesetzes 2027. dserver.bundestag.de
  22. Bundesrat, Drucksache 507/26 (Beschluss) (16. Oktober 2026): Stellungnahme des Bundesrates zum Entwurf eines Einkommensteuerreformgesetzes 2027: Prüfbitte, auf die höhere Grundlohngrenze für Sonn- und Feiertagszuschläge zu verzichten. dserver.bundestag.de
  23. Deutscher Bundestag, Finanzausschuss: Öffentliche Anhörung zum Einkommensteuerreformgesetz 2027 am 4. November 2026. bundestag.de

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