Methodik
Wie wir bewerten
Jede Bewertung auf Argupedia folgt einem festen, offenen Verfahren — aktuell Scoring-Version 1.3, basierend auf dem Global Debate Evaluation Standard (GDES). Kein Bauchgefühl, kein Redaktionsgeschmack: Jedes Argument bekommt eine Zahl, und jede Zahl hat eine Herleitung, die man nachlesen kann. Diese Seite erklärt das Verfahren so weit, wie man es zum Lesen der Scores braucht; die vollständigen Konstanten stehen in den drei Grundlagen-Seiten — Baseline (Impact), Werte-Katalog (Wert) und Plausibilität (Sicherheit) —, die Grundlagen im Whitepaper.
Das Verfahren · ein Argument, sechs Schritte
Vom Satz zur Zahl
Jeder Score auf Argupedia entsteht auf demselben Weg. Hier läuft ein echtes Argument aus der Bewertung des Tempolimits einmal ganz durch.
Weniger Verkehrstote und Schwerverletzte
Mit Tempolimit 130 sterben auf Autobahnen jedes Jahr rund 56 Menschen weniger, rund 690 weniger werden schwer verletzt. Ohne Limit bleibt es beim heutigen Stand.
Ein Argument ist eine überprüfbare Vorhersage: Mit der Maßnahme entwickelt sich die Welt so, ohne sie so. Bewertet wird die Differenz.
| Vermiedene Todesfälle | 56 × 35 Jahre | 1.960 | |
| + | Vermiedene Schwerverletzte | 690 × 3 Jahre | 2.070 |
| + | Vermiedene Leichtverletzte | 1.800 × 0,15 Jahre | 270 |
| + | Leid der Angehörigen | (1.960 + 2.070) × 10 % | 403 |
| = | Gewonnene Lebensjahre im Jahr | 4.703 Lebensjahre |
Erst die natürliche Größe: nicht Euro, sondern Lebensjahre, jede Zeile aus einer benannten Quelle.
Alle Wirkungen landen über feste Anker auf einer gemeinsamen Skala. Für Leben gibt es weder Einkommens- noch Bagatell-Abschlag.
V folgt dem betroffenen Gut, nie dem Thema: Leben steht in jeder Debatte bei 10, ein ausgegebener Euro bei 5.
- Belegart: Studien höchstens 9
- Zurechnung: Experiment höchstens 8,5
- P 8,5
P ist die Sicherheit, die der Beleg höchstens hergibt. Der Deckel kommt vom Beleg, nicht vom Wunsch.
1,88 Impact × 10 Wert × 8,5 Plausibilität ÷ 10 = 16 von 100
dieses Argument: 16
Nettoeffekt +18,6 · 80 % der Durchläufe zwischen −8,4 und +45,2
Verrechnet wird nicht das Verhältnis der Summen, sondern der Nettoeffekt Pro minus Contra — viele tausend Mal gezogen, jede Wirkung irgendwo in ihrer Spanne, jedes Argument mit seiner Eintrittswahrscheinlichkeit. In 82 von 100 Durchläufen liegt das Tempolimit vorn.
Drei Fragen an jedes Argument
Die sechs Schritte oben laufen auf drei Fragen hinaus. Ein Argument ist bei uns immer eine überprüfbare Vorhersage: Mit der Maßnahme entwickelt sich die Welt so, ohne sie so — bewertet wird die Differenz zwischen diesen beiden Zukünften. Dafür stellen wir drei Fragen — im Standard heißen die Antworten V, I und P:
1. Was steht auf dem Spiel? — Wert (V, 0–10)
Nicht jede Folge wiegt gleich. Das Werteregister kennt acht Klassen: Leben und Gesundheit stehen bei 10, der Verfassungskern bei 9, Existenzsicherung und Bildungschancen bei 8, Teilhabe und Umwelt bei 7, funktionierende Systeme und Wohlstand bei 6, Geld bei 5, Komfort bei 4, Randnutzen bei 3. Die 5 ist der Fixpunkt der Skala: An ihr hängt jedes Kostenargument, ein ausgegebener Euro wiegt in jeder Debatte gleich viel. Bewertet wird immer die konkrete Wirkung, nie das Thema — ein Kostenargument in einer Gesundheitsdebatte bleibt ein Kostenargument. Innerhalb einer Klasse darf V um höchstens einen Punkt vom Anker abweichen, und nur begründet. Das Register ist global und für alle Debatten identisch: Keine Debatte kann ihre eigene Wichtigkeit hochreden. Welche Werte-Dimensionen es gibt und in welcher Klasse jede hängt, steht vollständig im Werte-Katalog.
2. Wie groß ist der Effekt? — Impact (I)
Wirkungen kommen in unterschiedlichen Einheiten: Tonnen CO₂, Lebensjahre, Wohnungen, Euro. Damit sie vergleichbar werden, rechnen wir sie in eine gemeinsame, einheitslose Größe um — den Normalised Impact. Er wird hergeleitet aus Quellen und offengelegter Rechnung, nie aus dem Gefühl, und zwar als die Menge, die im Mittel tatsächlich anfällt: Ein Schaden, der nur in jedem zehnten Fall eintritt, geht mit einem Zehntel in die Rechnung — als kleinerer Schaden, nicht als großer mit kleiner Wahrscheinlichkeit. Seltene Ereignisse mit großem Schaden, ein Störfall, eine Krise, zählen deshalb mit ihrem Erwartungswert: Eintrittsrate mal Schaden, aufs Jahr gerechnet, die Rate aus einer benannten Quelle. Die Skala ist nach oben offen: Ein großer Effekt darf groß aussehen, ein kleiner bleibt klein. Genau das macht Bewertungen über völlig verschiedene Themen hinweg vergleichbar; die Anker der Umrechnung stehen in der Baseline.
3. Wie sicher tritt das ein? — Plausibilität (P, 0–10)
Wie gut belegt ist es, dass der vorhergesagte Effekt tatsächlich eintritt? P durch zehn liest sich als die Eintrittswahrscheinlichkeit, die die Beleglage höchstens hergibt — bewertet anhand von Studien, Erfahrungswerten und Beispielen aus anderen Ländern, und unabhängig davon, wie groß oder wichtig der Effekt wäre. Große Behauptungen bekommen keinen Vertrauensvorschuss. Wo die Eintrittsrate schon im Impact steckt, wie beim seltenen Störfall, sagt P nur noch, wie verlässlich diese Rechnung ist — die Seltenheit wird nicht ein zweites Mal abgezogen. Welche Belegart wie weit trägt, ist in Wie wir Plausibilität rechnen ausgeschrieben.
Der Argument-Score ist das Produkt der drei Antworten: V × I × P ÷ 10 — im Beispiel oben 10 × 1,88 × 8,5 ÷ 10 = 16. Pro- und Contra-Seite werden getrennt aufsummiert; die Summen stehen als Anteil nebeneinander („Pro 72 %") — im Standard heißt das Debate Score.
Die Bilanz einer Maßnahme ist seit September 2026 aber nicht dieses Verhältnis, sondern der Nettoeffekt D = Pro − Contra — mit der Frage, wie sicher er ist. Dafür rechnen wir jede Debatte viele tausend Mal durch: Jede Wirkung wird irgendwo in ihrer Spanne gezogen, und ein Argument mit Plausibilität 7 tritt in sieben von zehn Durchläufen ein. Was am Ende zählt, ist der Anteil der Durchläufe, in denen die Maßnahme vorn liegt: ab 70 Prozent heißt sie „besser für die Zukunft", ab 90 Prozent „deutlich besser", unter 30 Prozent „schlechter". Dazwischen steht „ausgeglichen" — und das bedeutet nicht, dass beide Seiten gleich groß wären, sondern dass wir es nicht wissen. Eine Maßnahme, die im Mittel vorn liegt, heißt dabei nie „schlechter", und eine, die im Mittel hinten liegt, nie „besser": Das Mittel entscheidet die Richtung, der Anteil der Durchläufe nur, wie sicher sie ist. Geld, das nur den Besitzer wechselt (ein Transfer von Mietern zu Vermietern, vom Bund an ein Land), steht auf beiden Seiten als eigene Karte, geht in die Bilanz aber nur mit dem Unterschied ein, den der Wechsel ausmacht.
Woher die Zahlen kommen
Keine Zahl steht bei uns ohne Beleg — und jeder Beleg trägt seinen Typ sichtbar am Argument. In absteigender Beweiskraft:
Wissenschaftliche Studien tragen am weitesten — am stärksten, wenn mehrere unabhängige Untersuchungen zum selben Ergebnis kommen. Eine einzelne Studie allein kann keine hohe Sicherheit begründen. Und die Zahl der Studien ist nur die halbe Frage; die andere — zeigt der Beleg die Wirkung überhaupt? — steht weiter unten.
Direkte Präzedenzfälle: Dieselbe oder eine sehr ähnliche Maßnahme wurde anderswo bereits umgesetzt, und die Ergebnisse sind beobachtbar. Dazu gehört immer eine ehrliche Notiz, was am Kontext anders ist — ein Nachbarland ist kein Bundesland, 1995 ist nicht heute.
Klare Mechanismen: nachvollziehbare Wirkketten, deren Schritte einzeln prüfbar sind — etwa „ein höherer Steuersatz erhöht die Einnahmen, solange die Wirtschaftsleistung stabil bleibt.“ Das „solange“ ist Pflichtbestandteil: Die Sicherheit eines Mechanismus-Arguments bemisst sich genau daran, wie belastbar seine Bedingung ist — und danach, welche Gegenkräfte geprüft wurden. Direkte Rechtsfolgen sind der Grenzfall: Senkt ein Gesetz einen Haushaltsposten um zwei Milliarden, ist diese Senkung selbst sicher; unsicher sind erst ihre Folgen.
Schwächere Grundlagen — Projektionen ohne offengelegte Methodik, reine Plausibilitätsüberlegungen — sind erlaubt, aber gedeckelt: Sie können keine hohe Sicherheit beanspruchen, und die tragenden Argumente einer Bewertung dürfen nicht allein auf ihnen ruhen. Mehr noch: Eine Wirkung, hinter der weder Studie noch Beispiel noch ein klarer Mechanismus steht, gilt bei uns als eher unwahrscheinlich, bis ein Nachweis kommt. Sie landet in der unteren Hälfte der Plausibilitätsskala — und das Argument darf mitführen, welcher Nachweis es heben würde.
Belege dürfen sich außerdem ergänzen: Eine einzelne Studie und ein unabhängiges Praxisbeispiel, die in dieselbe Richtung zeigen, tragen zusammen mehr Sicherheit als jedes für sich — bis knapp über die Einzelgrenze, nie ins Blaue hinein. Die Grenzwerte selbst sind an etablierte Skalen angelehnt — an die Wahrscheinlichkeitsbänder des Weltklimarats (IPCC) und der US-Geheimdienstanalyse (ICD 203) sowie an die Evidenzstufen der Medizin (GRADE). Wo wir bewusst abweichen, etwa bei der Behandlung klarer Mechanismen, begründen wir das offen.
Kausalität: Zeigt der Beleg die Wirkung überhaupt? Dass zwei Dinge zusammen auftreten, beweist nicht, dass das eine das andere bewirkt. Deshalb nennt jedes Argument, das der Maßnahme eine Wirkung zuschreibt, neben der Belegart auch, wie der tragende Beleg diese Wirkung identifiziert: durch Zufallszuweisung, durch eine benannte äußere Variation mit Kontrollgruppe, durch eine Vergleichsgruppe ohne solche Variation, durch eine Wirkkette mit benannter Bedingung — oder gar nicht, weil nur ein Nebeneinander beobachtet wurde. Jede dieser Stufen setzt einen eigenen Deckel, und es gilt der niedrigere von beiden: Drei Studien, die dasselbe Nebeneinander beobachten, kommen nicht über 5,5; ein einzelner sauberer Versuch mit Kontrollgruppe darf 8,5. Vier Angaben gehören dazu in den sichtbaren Text: wogegen gemessen wurde, welches Design, welche eine Störgröße den Zusammenhang auch ohne die Wirkung erzeugen könnte, und ob die Richtung stimmt. Wer sie nicht macht, steht auf der untersten Stufe.
Ohne Beleg keine Sicherheit. 5 heißt: etwa so wahrscheinlich wie nicht. Mehr kann ein Argument ohne Beleg nie beanspruchen — egal wie überzeugend der Satz klingt. Wie weit es darunter steht, hängt an zwei Dingen: was die Behauptung trägt — Forschung, ein Präzedenzfall, eine geschlossene Wirkkette — und ob etwas gegen sie gefunden wurde: ein Befund in die Gegenrichtung, ein ausgebliebener Effekt beim Vorläufer, ein bestrittenes Glied der Kette. Wie tief, sagt der Befund, nicht das Gefühl — der gewählte Wert steht als Satz über die Welt im Text, nicht als Stimmung. Bloßer Zweifel an der Größe eines Effekts gehört dagegen nie in die Plausibilität, sondern in die Herleitung der Größe.
Was bei der Umrechnung passiert
Der Normalised Impact ist eine einheitslose Zahl, aber er fällt nicht vom Himmel: Hinter ihm steht eine Umrechnung, die für alle Debatten dieselbe ist und deren Konstanten vollständig in der Baseline stehen. Drei Regeln daraus sollte man kennen, um die Zahlen zu lesen.
Ein Effekt ist nicht sein Preisschild. Wo eine Wirkung als Geldfluss daherkommt — Steuern, Transfers, Subventionen —, ist der Betrag nur der Träger, nie schon der Wert. Drei Fragen entscheiden, was davon zählt: Wessen Geld? 100 € wiegen bei einem Haushalt mit wenig Einkommen mehr als bei einem Spitzenverdiener; die Gewichte dafür sind verbindlich hinterlegt (aktuell z. B. ×2,5 für das unterste Einkommensfünftel, ×0,4 für das oberste Zehntel) und werden nicht pro Debatte neu erfunden. Was passiert in der Transaktion? Freiwilliger, informierter Tausch schafft Wert; reine Umverteilung verschiebt ihn nur, und wo Freiwilligkeit oder Information verletzt sind, etwa bei Sucht, ist die Zahlung selbst ein Schaden. Wohin fließt es? Staatliche Ausgaben werden bis zur Endverwendung verfolgt — „Zehn Milliarden für Gesundheit“ ist noch kein Gesundheitsnutzen; bewertet wird, was am Ende nachweisbar ankommt.
Bagatellen summieren sich nicht zu Katastrophen. Millionen kaum spürbarer Mini-Effekte werden gedämpft, bevor sie sich rechnerisch zu einem existenziellen Gewicht aufaddieren. Spürbare und existenzielle Effekte zählen voll. Der Dämpfungsfaktor steht je Strom in der Herleitung des Arguments, wo sie maschinell hinterlegt ist — die Baseline zeigt, wie weit das im Bestand schon reicht.
Rote Linien werden nicht verrechnet. Wo eine Maßnahme nur funktioniert, indem sie ausgewählten Menschen ohne Zustimmung, Ausweg oder Ausgleich existenziellen Schaden zufügt, wird das nicht gegen Vorteile aufgerechnet, sondern als eigener Befund neben dem Score ausgewiesen. Statistische Alltagsrisiken fallen ausdrücklich nicht darunter — sie sind gewöhnliche Contra-Argumente.
Was das Verfahren bewusst nicht tut
Kein Pauschalurteil. Die Einordnung ist immer konditional: Sie sagt, unter welcher Gewichtung der Ziele sich eine Maßnahme lohnt — nicht, was man wählen soll.
Keine falsche Präzision. Ein Score ist eine begründete Schätzung, keine Messung. Die Begründung nennt, woran die Zahl hängt und wie weit die Quellen auseinanderliegen; Größenzweifel steht dort, nicht versteckt in der Plausibilität. Wenn die Evidenz Pro und Contra nicht trennen kann, sagt das System genau das — statt einen Scheinsieger auszurufen.
Keine versteckten Annahmen. Damit sich Tonnen, Lebensjahre und Euro überhaupt zu einer Zahl verrechnen lassen, braucht die Umrechnung Anker — und jeder einzelne davon ist öffentlich dokumentiert: der Rechenwert eines gesunden Lebensjahres (40.000 €) ebenso wie die Einkommensgewichte. Diese Anker sind Rechenmittel, keine Aussage darüber, was ein Leben wert ist. Geändert werden sie nur zentral, nie im Einzelfall und nie mit Blick auf eine laufende Debatte.
GDES von Hand und auf der Plattform
Die Plattform · von der Quelle bis zur Seite
Wo die Zahlen herkommen und wo sie landen
- Quellen Studien, amtliche Statistik, Präzedenzfälle aus anderen Ländern.
- Bewertung Eine Datei je Maßnahme: Argumente, V · I · P, Rechenweg, Quellenliste.
- Prüfung KI-Erstbewertung, menschliche Freigabe — jeder Durchgang wird protokolliert.
- Prüfregeln Formeln, Deckel und Quellenverweise werden maschinell nachgerechnet, bevor etwas erscheint.
- Datenbank Im Betrieb nur lesend; sie wird jederzeit aus den Dateien neu gebaut.
- Seiten & Auswertungen MaßnahmenseiteBereichs-ÜbersichtWahlen-VergleichZuletzt aktualisiert
Ändert sich etwas, entsteht eine neue Version — die alte bleibt lesbar.
Das Verfahren basiert auf dem Global Debate Evaluation Standard (GDES). In seiner Grundform ist GDES bewusst einfach: drei Fragen, drei Werte von 0 bis 10, geeicht an der jeweiligen Debatte — mit Papier und Stift anwendbar. Genau so empfehlen wir den Einstieg, wenn man sich einem Thema selbst nähern will: Die Grundform macht das eigene Urteil strukturiert und die eigenen Annahmen sichtbar, ganz ohne Register und Korrekturfaktoren.
Auf Argupedia bewerten wir mit maschineller Unterstützung — und nehmen dafür bewusst mehr Komplexität in Kauf: eine globale Skala statt debattenlokaler Eichung, die Umrechnung in den Normalised Impact, Verteilungs- und Spürbarkeitsgewichte, Evidenz- und Kausalitätsdeckel. Der Grund ist ein einziger: Vergleichbarkeit. Eine debattenlokal geeichte Bewertung ist in sich schlüssig, aber zwei Debatten lassen sich so nicht nebeneinanderlegen. Die Plattform-Variante bezahlt mit Komplexität dafür, dass jede Bewertung gegen jede andere vergleichbar ist — über Themen, Bereiche und Wahlen hinweg. Beide Formen sind dasselbe Verfahren in zwei Ausbaustufen: von Hand zur Annäherung, mit Maschine für die Datenbank.
Versionen, KI-Score und Community
Jede Bewertung trägt ihre Scoring-Version, und jeder Anker der Baseline führt seine Änderungshistorie. Ändert sich ein Anker, geschieht das zentral und mit Eintrag in diese Historie; eine ältere Bewertung bleibt nachvollziehbar, weil in ihrer Begründung steht, mit welchem Wert sie gerechnet wurde, und beim nächsten Prüfdurchgang wird sie nachgezogen. Versionen werden nie stillschweigend gemischt. Regeln, die innerhalb einer Version dazukommen, wie die Kausalitätsregel und die Leitern für die untere Skalenhälfte im Sommer 2026, gelten ab sofort für jede neue und jede überarbeitete Bewertung; der Bestand wird Thema für Thema nachgezogen. Solange ein Argument die neue Angabe noch nicht trägt, ist sein Wert gegen die neue Regel ungeprüft — die Grundlagen-Seiten zählen live, wie viele das sind und wie viele davon mehr beanspruchen, als die Regel hergäbe.
Heute erstellt eine KI die Erstbewertung nach genau diesem Verfahren: Sie recherchiert Quellen, leitet jede Größe her und dokumentiert jeden Schritt. Als Nächstes kommen Community-Scores hinzu, die diese Erstbewertung nachschärfen. Das ist der Vorteil zerlegter Scores: Man kann präzise widersprechen. Nicht „die Bewertung ist falsch“, sondern „die Wirkung von Argument 3 ist zu hoch angesetzt — hier ist die bessere Quelle.“ Aus genau solchen Einsprüchen soll das System über die Zeit besser werden.
Weil das so ist, steht unter jeder Maßnahme und jedem Bereich, wer zuletzt daraufgeschaut hat: welches KI-Modell, an welchem Tag, und was dabei herauskam. Ein turnusmäßiger Lauf prüft die Records auf neue Entwicklungen — meist ohne Änderung, manchmal mit einer neuen Quelle oder einer neuen Version. Als KI-Prüfung zählt ein Durchgang, den ein Modell allein gefahren hat; menschlich freigegeben heißt, dass eine Person das Ergebnis vor der Veröffentlichung gelesen und verantwortet hat. Der Zähler nennt beides getrennt, und wenn noch niemand von uns gegengelesen hat, steht genau das dort.
Records ohne jeden menschlichen Durchgang tragen zusätzlich im Kopf der Seite die gelbe Marke KI-Bewertung · noch ohne menschliche Prüfung. Das gilt derzeit vor allem für die Vorschläge aus den Landtagswahlen 2026: Sie sind vollständig belegt und nach demselben Verfahren gebaut wie jede Bundesmaßnahme, aber ein zweites Augenpaar steht noch aus — Zahlen und Einordnung können sich dabei noch ändern. Die Marke verschwindet mit dem ersten menschlich freigegebenen Durchgang.