Stadtsauberkeit & Abfallwirtschaft
Stadtsauberkeit & Abfallwirtschaft umfasst die Stoffströme des Siedlungsabfalls und den Zustand des öffentlichen Raums: Sammlung, Sortierung und Verwertung von Haus-, Sperr- und Wertstoffmüll, die Gebühren, über die das finanziert wird, die Straßenreinigung sowie die Beseitigung und Ahndung illegaler Ablagerungen. Der Bereich unterscheidet sich von Stadtgrün & Klimaanpassung durch den Gegenstand — dort geht es um Bäume, Kühlung und Hitzeschutz, hier um Abfall und Reinigung — und von Klima & Energie durch die Wirkrichtung: Er senkt nicht in erster Linie Emissionen, sondern Stoffverluste und die Belastung des öffentlichen Raums. Zuständig sind überwiegend Kommunen und Länder, die die Sammlung organisieren, Gebühren festsetzen und Ordnungswidrigkeiten verfolgen; der Bund setzt mit dem Kreislaufwirtschaftsgesetz den Rahmen, die EU über Recycling- und Vermeidungsvorgaben.
Ausgangslage
Berlin sammelte 2024 rund 1,25 Mio. t Siedlungsabfälle, etwa 3 % mehr als im Vorjahr; auf Haus- und Sperrmüll entfielen 853.555 t oder 231,6 kg je Einwohner — nach mehreren rückläufigen Jahren erstmals wieder ein Anstieg. Beim Sperrmüll ist die Lage besonders sichtbar. Die Berliner Stadtreinigung sammelte 62.423 t ein; die Selbstanlieferung auf ihren 14 Recyclinghöfen ist bis drei Kubikmeter kostenlos, die Abholung an der Wohnung kostet dagegen ab 50 €. Parallel dazu wächst, was ohne Anmeldung auf der Straße landet: 2025 gingen fast 200.000 Meldungen über illegale Ablagerungen ein, über 500 am Tag, und die Beseitigung kostete über 13 Mio. € nach rund 10,3 Mio. € im Vorjahr. Ob der Preis der Entsorgung diese Ablagerungen treibt, ist umstritten: Eine britische Untersuchung von 2021 findet keinen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen Gebühren an Wertstoffhöfen und vermehrter illegaler Entsorgung. Bei der Verwertung bewegt sich Berlin langsam in die richtige Richtung — der Anteil der thermischen Erstbehandlung sank von rund 52 % auf 49,4 %.
Übersicht
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