Mehr Studienaufnahmen unter denen, die sich Zeit nehmen
Wer ein Jahr mehr Zeit hat, nimmt häufiger ein Studium auf. Gemessen wurde ein Unterschied von 6,0 Prozentpunkten, allerdings widerspricht eine zweite Untersuchung. Auf die Wählenden bezogen sind das rund 42 Fälle im Jahr.
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Wert
Betroffen sind junge Menschen an der Schwelle zwischen Ausbildung und Studium. Ob jemand studiert, entscheidet über Beruf, Einkommen und Lebensverlauf. In einem Land mit rund 4.400 Personen, die jährlich die allgemeine Hochschulreife erwerben [5], wiegt jede Verschiebung an dieser Schwelle doppelt. Es geht um Bildungsabschlüsse und damit um Existenzsicherung im weiteren Sinn. Für die Bewertung zählt der Strom auf der Stufe der Bildungschancen. Der Wert ist sehr hoch: Es geht um den höchsten erreichbaren Abschluss.
Impact
Ohne die Maßnahme nehmen weniger Abiturientinnen und Abiturienten ein Studium auf, als es unter dem längeren Weg der Fall wäre. Eine Auswertung findet unter der Verkürzung einen Rückgang der Studienaufnahme um 6,0 Prozentpunkte [10]. Angewandt auf die rund 464 Personen je Jahrgang, die den längeren Weg wählen könnten, ergibt das rund 28 zusätzliche Studienaufnahmen. Der Ansatz wird mit dem Faktor 1,5 erhöht, weil unter den Wählenden die Grenzfälle überproportional vertreten sein dürften: rund 42 Fälle. Bewertet mit 80.000 Euro Barwert je Fall — bewusst weit unter der vollen Bildungsrendite — sind das rund 3,3 Millionen Euro im Jahr. Das Land zählte 2025 rund 5.100 Studienberechtigte [6]. Der Impact ist klein bis mittel: der größte Posten der Pro-Seite, auf der schwächsten Grundlage.
Plausibilität
Behauptet wird von der Partei nichts hierzu. Die Befundlage ist offen widersprüchlich, und das erklärt den niedrigen Ansatz. Dafür spricht eine Auswertung in einer führenden Fachzeitschrift: Studienaufnahme minus 6,0 Prozentpunkte, Abbruch plus 1,0 unter dem kurzen Weg [10]. Dagegen spricht eine spätere Untersuchung ohne nachweisbare nachteilige Effekte auf die Studienleistung [11]. Hinzu kommen zwei gesetzte Größen: der Barwert von 80.000 Euro je Fall und der Zielgenauigkeitsfaktor von 1,5. Der Ansatz liegt deshalb unter dem der Schulwahlvariante, obwohl der zugrundeliegende Befund derselbe ist. Das ist gewollt: Je weiter der Weg von der gemessenen zur bewerteten Situation, desto niedriger die Plausibilität. Die Plausibilität ist gering: widersprüchliche Studien und zwei gesetzte Umrechnungen.