Weniger Druck für einen ganzen Schulbestand
Drei unabhängige Studien finden unter dem kürzeren Weg mehr Stress und weniger Freizeit. Eine misst 96 Minuten pro Woche weniger Zeit mit Freunden. Es ist der bestbelegte Vorteil des längeren Weges.
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Wert
Betroffen sind alle Gymnasiastinnen und Gymnasiasten über sechs Schuljahre. Es geht um Zeit für Freunde, Sport und Familie und um stressbedingte Gesundheitsbeschwerden in der Jugend. Beides ist mehr als Bequemlichkeit und weniger als eine dauerhafte Beeinträchtigung von Lebenschancen. Die Studien messen erhöhte Belastung, nicht verlorene Lebenszeit. Für die Bewertung zählt es deshalb auf der Stufe der breiten Teilhabe und nicht auf der von Leben und Gesundheit. Der Wert ist hoch: das Wohlbefinden eines ganzen Schulbestands über sechs Jahre.
Impact
Ohne die Maßnahme führt Mecklenburg-Vorpommern ausschließlich zum Abitur nach zwölf Jahren; das Gymnasium umfasst die Jahrgangsstufen 7 bis 12 [2]. Mit ihr entstünde an praktisch allen Gymnasien ein Jahr mehr Zeit für denselben Stoff. Betroffen wären 33.755 Gymnasiastinnen und Gymnasiasten [4]. Der Befund ist der bestbelegte des ganzen Themas: Drei unabhängige Untersuchungen finden unter dem kürzeren Weg mehr Stress und geringeres Wohlbefinden [8][12][13]. Eine misst 96 Minuten pro Woche weniger Zeit mit Freunden und deutlich erhöhte Belastungswerte [8]. Angesetzt sind rund 600 Euro je Schülerin und Schüler im Jahr an gewonnener Zeit und geringerer Belastung: rund 20 Millionen Euro, mit dem Umstellungsanteil von 85 Prozent gewichtet rund 17 Millionen im Jahr. Der Impact ist mittel: der größte belegte Vorteil des längeren Weges.
Plausibilität
Behauptet wird von der Partei nichts zum Wohlbefinden; das Programm begründet die Wahlfreiheit nicht [1]. Der Punkt stammt aus dem Suchlauf und ist der einzige des Themas, für den mehrere unabhängige Studien in dieselbe Richtung weisen. Eine Auswertung von Abrechnungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherung findet, die Verkürzung habe »slightly increased stress-related health problems among school children« [13]. Eine Panelauswertung findet mehr Stress bei beiden Geschlechtern und mehr internalisierende Probleme bei Mädchen [12]. Eine dritte misst Belastung und Gesundheitsbeschwerden zuungunsten des kurzen Wegs [8]. Der Abschlag folgt aus dem Zuschnitt: In den untersuchten Ländern wurde von dreizehn auf zwölf Jahre am Gymnasium verkürzt, in Mecklenburg-Vorpommern liegen zwei der zwölf Jahre in der schulartunabhängigen Orientierungsstufe. Die Umrechnung von Wohlbefinden in Euro ist zudem gesetzt. Die Plausibilität ist hoch: drei unabhängige Studien, alle in dieselbe Richtung.