Angeglichene Stundentafeln machen Wechsel möglich
Die FDP verlangt eine Angleichung der Stundentafeln als Voraussetzung für Durchlässigkeit. Das ist der fachlich stärkste Punkt des Vorschlags und steht in keinem anderen Programm des Landes. Er wiegt in dieser Bewertung schwerer als die Hauptforderung selbst.
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Wert
Betroffen sind alle Kinder, die im Lauf der Schulzeit den Bildungsgang wechseln — nach oben wie nach unten. Ein Wechsel ohne Zeitverlust entscheidet darüber, ob eine frühe Zuordnung korrigierbar bleibt. Genau darauf beruht der Befund, dass eine falsche Zuordnung langfristig verkraftbar ist [9]. Damit geht es um Bildungschancen im engeren Sinn und nicht um Organisation. Für die Bewertung zählt es auf derselben Stufe wie der Zugang selbst. Der Wert ist sehr hoch: Durchlässigkeit ist das Sicherheitsnetz jeder frühen Auswahl.
Impact
Ohne die Maßnahme ist ein Wechsel zwischen Bildungsgängen mit Brüchen verbunden, weil sich die Stundentafeln unterscheiden. Mit ihr würden sie angeglichen; die FDP nennt das ausdrücklich als Voraussetzung ihrer eigenen Forderung [1]. Das ist der Teil des Vorschlags, für den die beste Evidenz spricht. Für Kinder an der Grenze zwischen zwei Bildungsgängen bringt die höhere Schulform langfristig nichts — weil die Durchlässigkeit nach der Sekundarstufe I Fehlzuweisungen ohnehin korrigiert [9]. Wer diese Durchlässigkeit verbessert, verbessert genau den Mechanismus, der das System zusammenhält. Angesetzt sind rund 2.000 Wechsel je Jahrgang mit einem Gewinn von rund 5.000 Euro je Fall: rund 10 Millionen Euro. Mit dem Umsetzungsanteil gewichtet rund 2 Millionen Euro im Jahr. Der Impact ist klein: Der Nebensatz des Vorschlags ist sein bester Teil.
Plausibilität
Behauptet wird: »Gleichzeitig gilt es, eine hohe Durchlässigkeit zwischen den Schulformen zu erlauben, dies setzt eine Angleichung der Stundentafel voraus« [1]. Der Satz ist fachlich richtig und in keinem anderen Programm des Landes zu finden. Die Evidenz stützt ihn: Dass Fehlzuweisungen langfristig folgenlos bleiben, führen die Autoren ausdrücklich auf die Durchlässigkeit nach der Sekundarstufe I zurück [9]. Gegen eine höhere Bewertung sprechen zwei Dinge. Angeglichene Stundentafeln sind eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung; Wechsel scheitern auch an Wohnort, Beratung und Elternentscheidung. Und der Nutzen je Wechsel ist gesetzt und nirgends gemessen. Die Plausibilität ist mittel: Der Mechanismus ist belegt, die Größe geschätzt.