Kein Zwang zur teuren Anlage
In schlecht gedämmten Altbauten, in Etagenwohnungen und dort, wo kein Platz für Außeneinheit oder Speicher ist, kostet eine Anlage nach der 65-Prozent-Regel ein Vielfaches eines Kesseltauschs. Ohne die Pflicht unterbleibt diese Mehrinvestition, die sonst Eigentümer und Bund gemeinsam bezahlt hätten.
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Wert
Der Strom ist eine Investition, die nicht getätigt wird: die Differenz zwischen einem Kesseltausch und einer Umstellung, die Vorlauftemperatur, Heizkörper, Elektrik und Außenaufstellung mitbetrifft. Bezahlt hätten sie Eigentümerinnen und Eigentümer, zum Teil über den Zuschuss der Bund; wer welchen Teil getragen hätte, ist eine Verschiebung zwischen beiden und steht als eigenes Paar im dritten Argument und seinem Gegenstück. Getragen wird der Eigenanteil überwiegend von Haushalten mit mittleren Einkommen; der typische Fall ist ein selbstnutzender Eigentümer eines älteren Ein- oder Zweifamilienhauses. Weil das Gut Geld ist, zählt jeder Euro zum Nennwert; dass eine Zwangsinvestition härter trifft als eine freiwillige, ist eine Frage der Menge und nicht des Wertes. Der Wert ist mittel: Es sind gesparte Mittel privater Haushalte und des Bundes.
Impact
Ohne die Streichung müsste jede neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent erneuerbar laufen, sobald die Frist der kommunalen Wärmeplanung greift; mit ihr entfällt die Vorgabe. Betroffen sind nicht alle Heizungswechsel: In Deutschland wurden 2025 rund 627.000 Heizgeräte abgesetzt, davon bereits 299.000 Wärmepumpen [3]. Diese Fälle hätten die Vorgabe ohnehin erfüllt. Angesetzt sind 60.000 Anlagen im Jahr, bei denen die Vorgabe die Wahl tatsächlich geändert hätte (Spanne 20.000 bis 150.000); dieselbe Zahl trägt auch die Zuschüsse, die Emissionen und die Folgekosten dieser Bewertung. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im Einfamilienhaus nach 160 ausgewerteten Angeboten im Mittel rund 36.000 Euro, von rund 20.000 bis über 60.000 Euro [16]; ein Kesseltausch kostet einen Bruchteil davon. Angesetzt ist eine vermiedene Mehrinvestition von 19.000 Euro je Anlage vor Abzug des Zuschusses (Spanne 10.000 bis 30.000 Euro). Das ergibt rund 1,14 Milliarden Euro im Jahr. Bis Version 3 stand hier nur der Eigenanteil nach Zuschuss, 5.000 Euro, und der Zuschuss als Ersparnis des Bundes; beide zusammen sind dieselbe Investition, und der Zuschuss selbst ist nur eine Zahlung vom Bund an die Eigentümer. Die Untergrenze ist niedrig, weil die Regel Ausweichwege ließ (Fernwärme, Biomasse, Hybridlösungen) und weil der Kessel im Betrieb nicht billiger ist: 15.000 Kilowattstunden Gas kosten ohne Abgaben rund 700 Euro im Jahr, die 5.000 Kilowattstunden Strom einer Wärmepumpe rund 900 Euro, und mit dem ab 2029 steigenden Bioanteil kippt dieser kleine Vorsprung [5]. Der Impact ist der größte dieser Bilanz: Zehntausende Anlagen im Jahr, jede mit einem fünfstelligen Unterschied.
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Plausibilität
Dass die Vorgabe entfällt, folgt aus dem Gesetz; strittig sind beide Zahlen der Rechnung. Kontrafaktum ist der Heizungstausch unter der 65-Prozent-Regel. Das Design ist mechanistisch: Zahl der gebundenen Fälle mal Investitionsdifferenz. Die Kosten der Wärmepumpe sind aus Angebotsauswertungen bekannt [16], die Differenz im gebundenen Fall und die Fallzahl sind nicht erhoben, weil die Regel wegen der an die Wärmeplanung gekoppelten Fristen für den größten Teil des Bestands noch gar nicht griff. Die eine Störgröße ist genau diese Fristenkopplung: Je später die Regel gebunden hätte, desto weniger Fälle fallen in den Zehnjahreshorizont; das steckt in der Spanne von 20.000 bis 150.000 Anlagen. Eine Umkehrkausalität scheidet aus. Gestützt wird die Richtung durch die Marktzahlen: Wärmepumpen kosten in der Anschaffung mehr als Gaskessel, sonst hätte es weder Förderung noch Regel gebraucht. Damit ist die Kette geschlossen; es fehlt der Beleg für die Höhe. Dieses Argument trifft in etwa vier bis fünf von zehn vergleichbaren Fällen in dieser Höhe zu. Die Plausibilität ist niedrig bis mittel: Die Richtung ist sicher, beide Faktoren der Rechnung sind gesetzt.
Offen: Eine Auswertung der Investitionskosten je Heizungstyp nach Gebäudealter, verknüpft mit den Fristen der kommunalen Wärmeplanung, würde P auf 6,0 heben.