Gemeinnütziger Arbeitsertrag für die Kommunen
Rund 2.800 zusätzlich Verpflichtete leisten 1,34 Mio Stunden Grünpflege und Reinigung im Jahr. Nach Abzug dessen, was sonst reguläre Kräfte erledigt hätten [14], bleiben rund 5,2 Mio € an Wert. Der Stundenwert ist gesetzt, nicht erhoben, und trägt damit das Scharnier der Pro-Seite.
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Wert
Nutznießer sind die Kommunen und ihre Einwohner: gepflegte Wege, saubere Anlagen, instandgehaltene Rastplätze. Das sind Leistungen, die vielen zugutekommen und für den Einzelnen wenig ausmachen. Auf der anderen Seite des Verdrängungsabzugs stehen Menschen, deren reguläre Stelle nicht entsteht; dieser Teil ist bereits abgezogen und erscheint deshalb nicht als eigenes Gegenargument. Der Strom berührt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Gemeinden, und Systemwirkungen dieser Art wiegen mittel bis hoch.
Impact
Die bestehenden Arbeitsgelegenheiten umfassen Grünpflege von Parkanlagen, Plätzen und Wegen, die Instandhaltung von Rad- und Wanderwegen sowie Reinigungsarbeiten [8]. Der Umfang liegt bei bis zu vier Stunden am Tag, die Aufwandsentschädigung bundesrechtlich bei 80 Cent je Stunde [3][21]. Bei rund 2.800 zusätzlich Verpflichteten und 120 Einsatztagen im Jahr kommen 1,34 Mio Stunden zusammen. Nach oben ist der Umfang begrenzt: Der Saale-Orla-Kreis setzt 20 Wochenstunden als Obergrenze und nimmt Minderjährige, Kranke, Eltern mit Betreuungspflichten und Personen in Beschäftigung oder Ausbildung aus [23]. Bewertet mit 8 € je Stunde, deutlich unter dem Marktlohn wegen Anleitung, Sprachbarriere und Einarbeitung, ergibt das 10,8 Mio €. Davon abzuziehen sind 40 % für Arbeiten, die sonst regulär beschäftigte Kräfte erledigt hätten [14]; es bleiben 6,5 Mio €, über den Horizont 5,2 Mio €. Viele Stunden zu geringem Stundenwert: ein kleiner, aber der größte Posten der Pro-Seite.
Plausibilität
Dass die Leistung anfällt, ist keine Prognose, sondern laufende Praxis in mehreren Landkreisen [8][21]. Der schwache Punkt ist ihr Wert. Was eine Stunde Grünpflege durch eine angeleitete, sprachlich eingeschränkte Kraft wert ist, hat niemand erhoben; die 8 € sind gesetzt. Für den Abzug gibt es dagegen einen ostdeutschen Befund: Betriebe mit Ein-Euro-Jobbern entließen im selben Zeitraum mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte oder stellten weniger ein als vergleichbare Betriebe ohne [14]. Die Autoren halten die Verdrängungsgefahr für besonders hoch, wenn die Maßnahme als pauschaler Arbeitstest genutzt wird, also genau in der hier vorgeschlagenen Form. Dass ein Ertrag entsteht, ist sicher; wie hoch er netto ist, hängt an zwei ungemessenen Größen.