Ein Teil des Betrags fließt über den Kaufpreis an die Verkäufer
Die Steuer schuldet der Käufer, drückt aber den erzielbaren Preis. Entfällt sie für einen Teil der Käufer, steigt deren Zahlungsbereitschaft, und ein Teil der Entlastung landet beim Verkäufer. Das ist ein realer Zufluss, erreicht aber nicht die Gruppe, die der Vorschlag entlasten will.
▸ Begründung & Quellen anzeigen ▾ Begründung & Quellen ausblenden
Wert
Betroffen ist das Vermögen bestehender Eigentümer, die beim Verkauf einen höheren Preis erzielen. Auch das ist ein reiner Geldstrom, ohne Berührung von Gesundheit, Existenz oder Teilhabe. Weil die Empfänger im Mittel vermögender sind als Ersterwerber, zählt derselbe Euro hier etwas weniger als beim ersten Argument. Der Wert ist mittel, mit einem Abschlag für die Lage der Empfänger.
Impact
Aus demselben Steuerbetrag von rund 19 Millionen Euro im Jahr, der beim ersten Argument hergeleitet ist, verbleiben nach dem angesetzten Überwälzungsgrad rund 60 Prozent bei den Verkäufern, also 11,4 Millionen Euro. Empfänger sind bestehende Eigentümer, im Mittel vermögender als Ersterwerber, weshalb der Betrag mit einem Abschlag zählt und rund 10,3 Millionen Euro ergibt. Dieser Posten ist die Kehrseite des ersten: Was der Käufer nicht behält, erhält der Verkäufer. Zusammen ergeben beide den vollen Betrag, den das Land nicht mehr einnimmt, gewichtet danach, bei wem er landet. Der Wert ist der zweitgrößte der Bewertung, und er wächst genau in dem Maß, in dem der erste schrumpft.
Plausibilität
Die Überwälzung ist der am besten belegte Teil der ganzen Wirkungskette. Die Untersuchung stützt sich auf rund 18 Millionen Objekte der Jahre 2005 bis 2018 und findet, dass ein Prozentpunkt Steuer die Preise um 3,5 Prozent bewegt, also deutlich mehr als die Steuerlast selbst ausmacht [12]. Eine zweite Arbeit findet, dass die Preisreaktion in schrumpfenden Kreisen dauerhaft ist [13], und Sachsen-Anhalt gehört dazu: Die Verkäufe fielen 2024 auf gut 30 Prozent des Niveaus von 2014 [20]. Zwei Einschränkungen bleiben. Die Studien messen Erhöhungen und keine Senkungen, und sie messen einheitliche Sätze und keine selektive Befreiung einzelner Käufergruppen. Auch dieser Posten setzt voraus, dass die Befreiung rechtlich überhaupt möglich wird, und das ist sie derzeit nicht [3][4]. Die Sicherheit ist niedrig bis mittel und damit etwas höher als beim ersten Argument.