Eine Million Bäume für Berlin

Berlin soll eine Million neue Bäume pflanzen — an Straßen, auf Schulhöfen, in Hinterhöfen und auf Firmengeländen — und Pflege und Unterhalt des Bestands finanziell absichern.

Land Berlin Vorschlag auf Landesebene (Berlin). Landesmaßnahmen erreichen im bundesweiten Maßstab kleinere Impact-Werte als Bundesmaßnahmen; der Maßstab dieser Seite ist entsprechend gesetzt.

KI-Bewertung · noch ohne menschliche Prüfung

Diese Auswertung hat ein KI-Modell erstellt und belegt; ein menschlicher Prüfdurchgang steht noch aus. Zahlen und Einordnung können sich dabei noch ändern. Das Prüfprotokoll steht am Fuß der Seite. Wie geprüft wird →

Die Grünen wollen „nicht nur eine Million neuer Bäume pflanzen, sondern auch dafür sorgen, dass Pflege und Unterhalt der Bäume finanziell abgesichert sind“. Das Positionspapier der Fraktion nennt die Standorte: Straßen, Schulhöfe, Hinterhöfe, Parks und Firmengelände, mit Schwerpunkt an den Hitze-Hotspots, finanziert über öffentliche Mittel, Anreize und Nachhaltigkeitszertifikate. Die Ausgangslage hat sich gedreht, ohne dass die Debatte es mitbekommen hätte: Der Straßenbaumbestand fiel von 439.971 im Jahr 2012 auf 432.769 im Jahr 2021 und liegt zum 31. Dezember 2025 wieder bei 439.348 — über dem bisherigen Höchststand von 437.838 aus dem Jahr 2016. Vom Zielbestand des Berliner Klimaanpassungsgesetzes trennen die Stadt 652 Bäume. Der Zustand ist der eigentliche Befund: Der Anteil der Bäume ohne sichtbare Schäden fiel von 31 % im Jahr 2012 auf 6 % im Jahr 2021. Ein Baum der Stadtbaumkampagne kostet rund 3.500 €; die Globalsumme für Straßenbäume beträgt 2026 rund 7,2 Mio. €. Bewertet wird ein Zeitraum von zwanzig Jahren, weil ein heute gepflanzter Stadtbaum seine volle Krone erst in den 2050er Jahren erreicht.

Bilanz

Ausgeglichen · 0,45
Pro 19 · 45 % Contra 25 · 55 %
Größenklasse: sehr klein Maßstab dieser Bewertung: Normalised Impact — einheitslos, auf dieses Thema kalibriert. Zum Vergleich: 1 Punkt entspricht hier rund 5 Mio. € pro Jahr. Wie wir bewerten →

Pro-Argumente

Contra-Argumente

6 Argumente bewertet · Scoring v1.3 Δ absolut −6

Argumente — Pro

3 Argumente

Schatten, wo es am heißesten ist

14von 100

Angesetzt 300.000 zusätzliche Bäume und 250 € Aufenthaltswert je ausgewachsenem Baum und Jahr, über zwanzig Jahre bei rund 30 % Kronenentwicklung. Der Strom besteht fast vollständig aus Aufenthaltsqualität — rechnerisch steht weniger als ein vermiedener Hitzetoter dahinter.

Wert 7 · Umwelt & TeilhabeImpact 4,6Plausibilität 4,5
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Wert

Der Strom betrifft die Umweltqualität der Stadt und damit, wie erträglich der öffentliche Raum in den heißen Wochen ist. Er wirkt breit und ohne Zugangshürde auf alle, die draußen unterwegs sind. Existenz und Gesundheit sind nur am Rand berührt — der Gesundheitsanteil ist gesondert im zweiten Argument gebucht. Der Wert ist hoch: Umwelt und breite Teilhabe am öffentlichen Raum.

Impact

Das ist der Hauptnutzen, und er ist zugleich der unsicherste Posten dieser Bewertung. Angesetzt sind 300.000 zusätzliche Bäume in der bebauten Stadt über zehn Jahre — nicht die Million des Vorschlags, weil die Mittel dafür um Größenordnungen fehlen (Herleitung weiter unten). Je ausgewachsenem Stadtbaum sind 250 € im Jahr an Kühl-, Schatten- und Aufenthaltswert angesetzt, mit einer Spanne von 80 bis 800. Über zwanzig Jahre liefert ein gleichmäßig über zehn Jahre gepflanzter Bestand im Mittel rund 30 % der Endkrone, also rund 75 € je Baum und Jahr. Das ergibt rund 23 Mio. € jährlich. Eines muss man dabei richtig einordnen: Der Strom besteht fast vollständig aus Aufenthaltsqualität, nicht aus geretteten Leben. Berlin verzeichnet im Mittel 97 hitzebedingte Sterbefälle im Jahr [6], und der hier erreichte Kronendeckungszuwachs von rund 0,6 Prozentpunkten entspricht rechnerisch weniger als einem vermiedenen Todesfall. Der Impact ist sehr klein und der größte Posten der Vorschlagsseite.

Plausibilität

Die Kühlwirkung selbst ist gemessen: 0,4 °C im Sommermittel über 93 europäische Städte mit 57 Mio. Einwohnern, und bei einer Kronendeckung von 30 % wäre rund ein Drittel der hitzeinselbedingten Todesfälle vermeidbar gewesen [7]. Was ein einzelner Baum an Aufenthaltswert liefert, ist dagegen eine Setzung mit weiter Spanne — und sie entscheidet das Ergebnis dieser Seite fast allein. Bei 120 € je Baum und Jahr fällt die relative Stärke auf 0,33, bei 500 € steigt sie auf 0,58, bei 800 € auf 0,68. Zwei Dinge sprechen für einen Wert im mittleren Bereich statt am oberen Rand: Berlin hat mit rund 80 Bäumen je Kilometer Stadtstraße schon heute viele Straßenbäume [5], sodass der zusätzliche Baum meist nicht auf eine kahle Straße kommt, sondern eine bestehende Reihe verdichtet. Und ein erheblicher Teil der Zielzahl soll in Hinterhöfe und auf Firmengelände [2] — dort erreicht der Schatten weniger Menschen als an einer Straße. Die Plausibilität ist mittel: gemessene Wirkung, gesetzter Stückwert.

evidence_basis: Studie · P-ceiling 7

Luft, an der weniger Menschen sterben

3,2von 100

744 europäische Städte: Fünf Prozentpunkte mehr Kronendeckung verhindern rund 5.000 vorzeitige Todesfälle im Jahr. Auf Berlin und den hier erreichbaren Zuwachs übertragen sind es rund zwölf Fälle im Jahr.

Wert 10 · GesundheitImpact 0,8Plausibilität 4
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Wert

Der Strom betrifft vorzeitige Todesfälle. Er steht damit auf derselben Stufe wie die Verkehrssicherheit im Tempolimit-Datensatz und wird mit demselben Gewicht bewertet, damit sich die beiden vergleichen lassen. Der Wert ist am höchsten: Leben und Gesundheit.

Impact

Der zweite Kanal ist weniger sichtbar und wiegt je Fall schwerer. Eine Auswertung von 744 europäischen Städten in 36 Ländern über die Jahre 2000 bis 2019 kommt zu dem Ergebnis, dass ein Anstieg der Baumkronendeckung um fünf Prozentpunkte rund 5.000 vorzeitige Todesfälle im Jahr verhindern könnte; bei einer Kronendeckung von 30 % wären es bis zu 12.000 [8]. Der Rückgang verteilt sich auf Feinstaub mit 9,4 %, Stickstoffdioxid mit 7,2 % und Ozon mit 12,1 %. Auf die rund 200 Mio. Einwohner dieser Städte bezogen sind das etwa fünf vermiedene Todesfälle je Prozentpunkt Kronendeckung und Million Einwohner. Für Berlin mit 3,9 Mio. Einwohnern und den hier angesetzten 0,6 Prozentpunkten ergeben sich rund zwölf vermiedene Todesfälle im Jahr, mit einer Spanne von drei bis dreißig. Bewertet mit acht verlorenen Lebensjahren je Fall zu 40.000 € — schadstoffbedingte Sterblichkeit trifft überwiegend ältere Menschen — ergibt das rund 4 Mio. € jährlich. Der Impact ist sehr klein und betrifft eine kleine Zahl von Menschen sehr stark.

Plausibilität

Die Beleglage ist für dieses Thema ungewöhnlich breit: 744 Städte über zwanzig Jahre [8]. Was hier unsicher bleibt, ist die Übertragung. Die Hochrechnung läuft über die Einwohnerzahl der Studienstädte, und diese Basis ist geschätzt, nicht ausgewiesen — deshalb die weite Spanne von drei bis dreißig Fällen. Hinzu kommt, dass Berlins Schadstoffbelastung unter dem Durchschnitt der untersuchten Städte liegen dürfte, was den Effekt eher dämpft. Die Wirkungsrichtung ist gesichert, die Höhe nicht. Die Plausibilität ist niedrig bis mittel: breite Studienlage, unsichere Übertragung.

evidence_basis: Studie · P-ceiling 7

Bäume, die stehen bleiben statt ersetzt zu werden

2,1von 100

Nur noch 6 % der Straßenbäume sind ohne sichtbare Schäden. Angesetzt ist, dass gesicherte Pflege ein Zehntel der rund 5.570 jährlichen Fällungen vermeidet — ein erhaltener Altbaum liefert die volle Krone sofort, ein neuer braucht zwanzig Jahre dafür.

Wert 7 · Umwelt & TeilhabeImpact 0,6Plausibilität 5
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Wert

Der Strom betrifft dieselbe Umweltqualität wie das erste Argument, nur über den Erhalt statt über den Zuwachs. Er wird deshalb mit demselben Gewicht bewertet. Der Wert ist hoch: Umwelt und breite Teilhabe am öffentlichen Raum.

Impact

Der zweite Teil des Vorschlags wird in der Debatte übersehen und ist der wirtschaftlichste: Pflege und Unterhalt sollen finanziell abgesichert werden [1]. Der Bedarf ist belegt und ernst — der Anteil der Straßenbäume ohne sichtbare Schäden fiel von 31 % im Jahr 2012 auf 6 % im Jahr 2021 [4]. Gefällt wurden zwischen 2010 und 2025 insgesamt 89.115 Straßenbäume, rund 5.570 im Jahr [3]. Angesetzt ist, dass gesicherte Pflege ein Zehntel davon vermeidet, also rund 560 Altbäume jährlich, mit einer Spanne von 3 bis 25 %. Jeder bleibt angesetzt weitere fünfzehn Jahre stehen; über zwanzig Jahre ergibt das einen mittleren Bestand von rund 4.200 erhaltenen Altbäumen. Und ein Altbaum liefert die volle Krone sofort — die vollen 250 € im Jahr statt der 75 € eines heranwachsenden Baums. Hinzu kommt die vermiedene Ersatzpflanzung von rund 3.500 € je Baum [3]. Zusammen rund 3 Mio. € jährlich. Der Impact ist sehr klein und der wirksamste Euro dieses Vorschlags.

Plausibilität

Dass ein erhaltener Altbaum mehr liefert als ein neu gepflanzter, ist zwingend — er hat die Krone bereits, während der neue zwanzig Jahre dafür braucht. Der Zustandsbefund stützt den Bedarf deutlich [4]. Offen ist nur, wie viele Fällungen sich durch bessere Pflege tatsächlich vermeiden lassen: Ein Teil der Fällungen geht auf Sturm, Krankheit und Verkehrssicherungspflicht zurück und wäre auch mit mehr Geld nicht abzuwenden. Berlin veröffentlicht keine Aufschlüsselung der Fällgründe. Die Plausibilität ist mittel: zwingender Mechanismus, unbekannter vermeidbarer Anteil.

evidence_basis: Mechanismus · P-ceiling 6

Argumente — Contra

3 Argumente

Was Pflanzung und Pflege kosten

21von 100

Pflanzung 13,6 Mio. €, Pflege der neuen Bäume 15,8 Mio. €, zugesagte Bestandspflege 8,8 Mio. € — zusammen rund 38 Mio. € im Jahr. Die heutige Globalsumme für Straßenbäume beträgt 7,2 Mio. €.

Wert 5 · StaatsfinanzenImpact 7,6Plausibilität 5,5
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Wert

Der Strom besteht aus öffentlichen Mitteln für Pflanzung und Pflege. Ein besonderer Zweck, der ein höheres Gewicht rechtfertigen würde, ist nicht erkennbar; der Umweltzweck steckt bereits im Nutzen der anderen Seite. Der Wert ist mittel: gewöhnliche öffentliche Mittel am allgemeinen Maßstab.

Impact

Drei Posten kommen zusammen. Die Pflanzung: 300.000 Bäume zu einem gemischten Satz von 900 € je Baum. Der Satz ergibt sich aus der Mischung — ein Straßenbaum kostet in der Stadtbaumkampagne rund 3.500 € [3], ein Baum in Hinterhof, Schulhof oder auf einem Firmengelände deutlich weniger; angesetzt sind 20 % Straßenbäume und 80 % übrige Standorte. Das ergibt 270 Mio. €, über vierzig Jahre bei 4 % verteilt rund 13,6 Mio. € im Jahr. Die Pflege der neuen Bäume: im Mittel rund 225.000 Bäume über den Horizont zu 70 € jährlich, also 15,8 Mio. €. Die zugesagte Absicherung von Pflege und Unterhalt des Bestands [1]: angesetzt 20 € zusätzlich je Baum für die 439.348 Straßenbäume [3], also 8,8 Mio. €. Zusammen rund 38 Mio. € im Jahr. Zum Vergleich: Die Globalsumme für Straßenbäume beträgt 2026 rund 7,2 Mio. € [3]. Der Impact ist sehr klein und der größte Posten dieser Bewertung.

Plausibilität

Der Stückpreis der Stadtbaumkampagne ist amtlich, und die heutigen Haushaltsansätze stehen im Klartext [3]. Zwei Größen sind gesetzt. Die erste ist der Mischsatz für die Standorte außerhalb des Straßenlands — dort gibt es keine veröffentlichten Berliner Zahlen. Die zweite ist die Höhe der Bestandspflege: Das Programm sagt „finanziell abgesichert“ [1], nennt aber keine Summe. Zu beachten ist eine Kopplung, die in beide Richtungen wirkt: Wer bei der Pflege spart, senkt den Nutzen des dritten Vorschlagsarguments und erhöht zugleich die Ausfälle im nächsten Argument. Die Kostenseite lässt sich also nicht drücken, ohne die Nutzenseite mitzusenken. Die Plausibilität ist mittel bis hoch: amtliche Stückkosten, gesetzte Mischung.

evidence_basis: Präzedenz · P-ceiling 7

Bäume, die den Sommer nicht überstehen

2von 100

Angesetzt sind 20 % Ausfall in der Anwuchsphase — die Dürresommer 2018 bis 2022 sind der dokumentierte Grund des vorherigen Bestandsrückgangs. 60.000 Ersatzpflanzungen entsprechen rund 4 Mio. € im Jahr.

Wert 5 · StaatsfinanzenImpact 0,8Plausibilität 5
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Wert

Der Strom besteht aus öffentlichen Mitteln, die zweimal ausgegeben werden müssen. Er wird deshalb wie das vorige Argument bewertet. Der Wert ist mittel: gewöhnliche öffentliche Mittel am allgemeinen Maßstab.

Impact

Berlin weiß aus eigener Erfahrung, was mit jungen Bäumen in Dürresommern passiert: Der Bestandsrückgang bis 2021 ging genau darauf zurück — Stürme und die Dürreperioden zwischen 2018 und 2022 [5]. Angesetzt ist deshalb eine Ausfallquote von 20 % in der Anwuchsphase, mit einer Spanne von 8 bis 40 %. Bei 300.000 Bäumen sind das 60.000, die über zehn Jahre ersetzt werden müssen — zu 900 € je Pflanzung zuzüglich rund 350 € an Anwuchspflege, die mit dem Baum verloren geht. Das ergibt rund 75 Mio. €, über vierzig Jahre bei 4 % verteilt rund 4 Mio. € im Jahr. Der Posten ist bewusst getrennt gebucht: Im vorigen Argument steht die planmäßige Pflanzung, hier steht der Teil, der ein zweites Mal bezahlt werden muss. Der Impact ist sehr klein.

Plausibilität

Dass junge Bäume in Trockenjahren ausfallen, ist in Berlin nicht theoretisch, sondern die dokumentierte Ursache des vorangegangenen Bestandsrückgangs [4][5]. Die Quote selbst veröffentlicht Berlin nicht — weder für die Stadtbaumkampagne noch für die regulären Pflanzungen. Das ist die deutlichste Lücke dieser Bewertung, denn eine Quote von 8 % und eine von 40 % unterscheiden sich um den Faktor fünf. Gegenläufig wirkt, dass die Berliner Standards für Pflanzung und Anwuchspflege gerade auf dieses Problem antworten und die Zusage gesicherter Pflege [1] genau hier ansetzt. Die Plausibilität ist mittel: belegte Ursache, unveröffentlichte Quote.

evidence_basis: Plausibilität · P-ceiling 5

Wasser, das die Stadt nicht übrig hat

1,7von 100

Rund 0,9 Mio. m³ im Jahr während der Anwuchsphasen, bewertet zum Knappheitswert in Trockenjahren. In nassen Jahren liegt der Posten nahe null.

Wert 7 · WasserhaushaltImpact 0,6Plausibilität 4
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Wert

Der Strom betrifft den Wasserhaushalt der Region und damit dieselbe Umweltdimension wie der Nutzen auf der anderen Seite. Er wird deshalb mit demselben Gewicht bewertet, damit sich Nutzen und Kosten innerhalb der Umweltdimension direkt vergleichen lassen. Der Wert ist hoch: Umwelt und Wasserhaushalt.

Impact

Junge Bäume brauchen über Jahre regelmäßige Wassergaben, und zwar genau in den trockenen Sommern, in denen Wasser knapp ist. Angesetzt sind 3.000 l je Jungbaum und Jahr während der Anwuchsphase; bei rund 300.000 Bäumen in gestaffelten Pflanzjahrgängen ergibt das im Mittel rund 0,9 Mio. m³ jährlich, mit einer Spanne von 0,3 bis 2,0 Mio. Bewertet ist nicht der Tarifpreis, sondern der Knappheitswert in Trockenjahren, angesetzt mit 3 € je Kubikmeter bei einer Spanne von 1 bis 8. Das ergibt rund 3 Mio. € jährlich. In nassen Jahren liegt der Wert nahe null; der Ansatz ist ein Mittel über trockene und normale Jahre. Der Impact ist sehr klein und der kleinste Posten dieser Bewertung.

Plausibilität

Dass Jungbäume Wasser brauchen, ist unstrittig; alles andere daran ist gesetzt. Der Knappheitswert ist keine erhobene Größe, und Berlin veröffentlicht keine Bilanz der Baumbewässerung. Gegenläufig wirkt ein Effekt, der hier bewusst nicht gegengerechnet ist: Ausgewachsene Bäume halten Regenwasser zurück und geben es über die Verdunstung wieder ab — das ist Teil der Kühlwirkung im ersten Vorschlagsargument. Der Wasserposten ist deshalb ein Kostenpunkt der Anwuchsphase, kein dauerhafter. Die Plausibilität ist niedrig bis mittel: sicherer Mechanismus, durchweg gesetzte Größen.

evidence_basis: Plausibilität · P-ceiling 5

Summary

Zwei Dinge muss man über diesen Vorschlag wissen, und beide stehen nicht in der Werbung dafür. Erstens: Der Berliner Baumbestand schrumpft nicht mehr. Er fiel von 439.971 Straßenbäumen im Jahr 2012 auf 432.769 im Jahr 2021 [4] und liegt zum 31. Dezember 2025 bei 439.348 [3] — über dem bisherigen Höchststand von 437.838 aus dem Jahr 2016 [5]. Vom gesetzlichen Zielbestand trennen Berlin 652 Bäume [3]. Was sich nicht erholt hat, ist der Zustand: Nur 6 % der Bäume waren 2021 ohne sichtbare Schäden, 2012 waren es 31 % [4]. Damit verschiebt sich die Frage von der Zahl auf die Pflege — und genau darauf zielt die zweite, weniger beworbene Hälfte des Vorschlags [1]. Zweitens: Die Zielzahl ist nicht finanzierbar. Bei einem gemischten Satz von 900 € je Baum kostet eine Million Bäume rund 900 Mio. € allein an Pflanzung, während die Globalsumme für Straßenbäume 7,2 Mio. € im Jahr beträgt und ein Baum der Stadtbaumkampagne rund 3.500 € kostet [3]. Bewertet sind deshalb 300.000 Bäume, was bereits einer etwa fünffachen Ausweitung entspricht. Wer den Wald mitzählt, hat das Ziel ohnehin längst erreicht: Berlin hat zwischen 2012 und 2021 rund 2,8 Mio. Jungbäume wiederaufgeforstet [4] — nur wirken die dort, wo keine Menschen wohnen. Der Nutzen selbst ist gut belegt und langsam. Baumkronen kühlen europäische Städte im Sommer um durchschnittlich 0,4 °C, und bei 30 % Kronendeckung wäre rund ein Drittel der hitzeinselbedingten Todesfälle vermeidbar [7]; über 744 Städte hinweg verhindern fünf Prozentpunkte mehr Kronendeckung rund 5.000 vorzeitige Todesfälle im Jahr [8]. Auf Berlin und den hier erreichbaren Zuwachs übertragen bleiben davon rund zwölf Todesfälle im Jahr und ein Kühlnutzen, der über zwanzig Jahre erst zu rund 30 % seiner Endwirkung kommt. Das Ergebnis liegt knapp — und es hängt an einer einzigen Zahl: Was ist ein Stadtbaum den Menschen wert, die an ihm vorbeigehen? Bei 120 € im Jahr fällt der Vorschlag auf 0,33, bei 800 € steigt er auf 0,68. Diese Zahl hat für Berlin niemand erhoben.

Ausblick — Wirkung über die Zeit

Ausgeglichen · 0,45
heute Δ −6,0 F1 — mit Eine Million Bäume F0 — Baseline ohne Maßnahme +10 Jahre +20 Jahre Normalised Impact → F0 konstant als Referenz · F1 über/unter F0 = positive/negative Nettowirkung · Δ = Nettoscore Band = Erwartungsbereich — reicht es unter F0, ist auch eine negative Wirkung plausibel Kurvenform und Höhe illustrativ · y-Achse bewusst ohne Skala

Quellen

  1. Bündnis 90/Die Grünen Berlin, Wahlprogramm 2026: Ziel, „nicht nur eine Million neuer Bäume zu pflanzen, sondern auch dafür zu sorgen, dass Pflege und Unterhalt der Bäume finanziell abgesichert sind“; Unterstützung des Baumschutzgesetzes und erhöhte Baumpflegebudgets; daneben ein Entsiegelungsprogramm mit dem Ziel der Netto-Null-Versiegelung, Schwammstadt, Sonnensegel, Öffnung klimatisierter Gebäude an heißen Tagen, Trinkbrunnen und Klimainseln. gruene.berlin
  2. Grüne Fraktion Berlin, Positionspapier „1 Million Bäume für Berlin“: Eine Million neue Bäume an „Straßen, Schulhöfen, Hinterhöfen, Parks oder auf Firmengeländen“, besonders an Hitze-Hotspots; finanziert über öffentliche Mittel, Anreize und Nachhaltigkeitszertifikate. gruene-fraktion.berlin
  3. Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/26413 (Antwort vom 6. Juli 2026): 439.348 Straßenbäume zum 31.12.2025; Zielbestand 440.000 nach dem Berliner Klimaanpassungsgesetz; 89.115 gefällte Straßenbäume 2010–2025; für die Stadtbaumkampagne sind „etwa 3.500 Euro erforderlich“ je Baum; Globalsumme Produkt 80988 (Straßenbäume) 2026: 7.200.804 €; Stadtbaumkampagne 2026 rund 4 Mio. €, 2027 rund 5 Mio. €; standortbezogene Abgleiche zu Nachpflanzungen erfolgen im System nicht. pardok.parlament-berlin.de
  4. Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/11445 (14. April 2022): Straßenbaumbestand 439.971 (2012) und 432.769 (2021); Pflanzungen 2.740 (2012) und 2.972 (2021); Fällungen 4.594 (2012) und 6.269 (2021); Waldfläche rund 16.130 ha, nahezu unverändert; rund 2,8 Mio. Jungbäume in der Wiederaufforstung 2012–2021; Bäume in öffentlichen Grünanlagen sind bisher nicht vollständig einzeln im Baumkataster erfasst; zu Bäumen auf privaten Flächen führen weder Senat noch Bezirksämter eine Statistik; Anteil der Bäume ohne sichtbare Schäden sank von 31 % (2012) auf 6 % (2021). pardok.parlament-berlin.de
  5. Senatsverwaltung für Umwelt, Daten und Fakten: Stadtbäume: Weit über 430.000 Straßenbäume, durchschnittlich rund 80 Bäume je Kilometer Stadtstraße; Höchststand 2016 mit 437.838 Bäumen, 1990 rund 370.891, 1946 rund 161.000; Linde rund 33 %, Ahorn rund 20 %, Eiche rund 9 %, Platane rund 6 %, Kastanie rund 5 % des Bestandes (Datenstand 31.12.2023). berlin.de
  6. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (11. Juni 2026): Hitzebedingte Sterbefälle in Berlin: 26 im Jahr 2025 bei acht Hitzetagen, 52 (2024), 110 (2023), 425 (2022), 398 (2018), 877 (1994); im Durchschnitt der Jahre 1985 bis 2025 starben in Berlin 97 Menschen jährlich an Hitze. statistik-berlin-brandenburg.de
  7. Iungman u. a., The Lancet (2023): 93 europäische Städte mit 57 Mio. Einwohnern: 6.700 vorzeitige Todesfälle im Sommer sind höheren Stadttemperaturen zuzuschreiben, 4,3 % der Sommermortalität; bei einer Baumkronendeckung von 30 % wären 2.644 dieser Todesfälle vermeidbar gewesen, rund ein Drittel; die mittlere Kronendeckung liegt bei 14,9 %, die Kühlwirkung bei durchschnittlich 0,4 °C im Sommer. eurekalert.org
  8. The Lancet Planetary Health (2025), EU-LIFE-Projekt „Airfresh“ / ENEA: 744 Städte in 36 europäischen Ländern, Zeitraum 2000–2019: Ein Anstieg der Baumkronendeckung um 5 Prozentpunkte könnte rund 5.000 vorzeitige Todesfälle im Jahr verhindern, eine Kronendeckung von 30 % bis zu 12.000; Rückgang der schadstoffbedingten Sterblichkeit bei 30 % Kronendeckung: PM2,5 −9,4 %, Stickstoffdioxid −7,2 %, Ozon −12,1 %. media.enea.it
Zuletzt geprüft von Claude Fable 5 · 24. August 2026 · 2× KI, noch nicht menschlich geprüft
  1. 24. August 2026KI-PrüfungClaude Fable 5neu bewertet

    Prüfung gegen das Skill-Regelwerk (Prüfraster A1–H2): 1 Korrektur(en) angewendet (B9); r 0.427 → 0.446. 2 Punkt(e) offen für das menschliche Review.

  2. 23. August 2026KI-PrüfungClaude (Anthropic)Erstbewertung

    Import aus dem Wahl-Workspace (archiv/wahlen-2026-source-2026-08/evaluations/berlin-eine-million-baeume.json); Bewertung unverändert übernommen, Review-Status in der Quelle: draft.

Bewertungen entstehen KI-gestützt und werden turnusmäßig auf neue Entwicklungen geprüft; menschliche Durchgänge sind eigens ausgewiesen. Wie wir prüfen →

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