Mobilität für die Altersgruppe ohne Führerschein
Kostenfreier Nahverkehr für alle unter 21 zielt genauer als die grüne Variante — es ist die Gruppe ohne Führerschein. Der Schulweg ist allerdings schon kostenfrei, und für gut ein Viertel der Menschen im Land fehlt das Angebot. Ein reiner Landestarif gilt zudem nur innerhalb Mecklenburg-Vorpommerns.
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Wert
Betroffen sind Kinder und Jugendliche bis 21 in einem Flächenland mit 68 Einwohnern je Quadratkilometer. Wer den Führerschein noch nicht machen darf, hat zu Bus und Bahn keine Alternative — das trifft auf den größten Teil dieser Altersgruppe zu. Es geht um den Weg zum Verein, zur Ausbildung und zu Freunden und damit um gesellschaftliche Teilhabe. Das ist mehr als Bequemlichkeit und weniger als Existenzsicherung. Für die Bewertung zählt es auf der Stufe der breiten Teilhabe. Der Wert ist hoch: Teilhabe der Altersgruppe, die am wenigsten ausweichen kann.
Impact
Ohne die Maßnahme zahlen junge Menschen unter 21 für Fahrten außerhalb des Schulwegs. Der Schulweg zur örtlich zuständigen Schule ist bereits kostenfrei; ihn tragen die Landkreise nach § 113 Schulgesetz [5]. In Mecklenburg-Vorpommern leben 279.284 Menschen unter 21 Jahren [3]. Angesetzt sind rund 125.000 tatsächlich genutzte Tickets — Kinder unter sechs fahren ohnehin frei, und wo kein Angebot ist, nützt keines. Der Vorschlag spricht von kostenfreiem Nahverkehr, nicht vom Deutschlandticket [1]. Ein Landestarif gilt nur innerhalb Mecklenburg-Vorpommerns und ist deshalb weniger wert; angesetzt sind 13 Euro je Person und Monat statt 15 wie beim bundesweit gültigen Ticket. Das ergibt rund 20 Millionen Euro im Jahr, mit dem Umsetzungsanteil von 70 Prozent gewichtet rund 14 Millionen. Der Impact ist klein bis mittel: eng auf die Gruppe ohne Führerschein gezielt, aber nur im Land gültig.
Plausibilität
Behauptet wird, dass kostenfreier Nahverkehr unter 21 Mobilität und gesellschaftliche Teilhabe gewährleistet [1]. Die Zielgruppe ist präziser gewählt als beim grünen Vorschlag: Unter 21 hat ein großer Teil noch keinen Führerschein und keine Alternative zum Bus. Dass junge Menschen die preisempfindlichste Gruppe sind, ist belegt — beim 9-Euro-Ticket kauften unter 30-Jährige zu 60 Prozent, über 65-Jährige zu 25 Prozent [6]. Gegen eine höhere Bewertung sprechen drei Dinge. Der Wert einer gewonnenen Freizeitfahrt ist nirgends gemessen. Für 28 Prozent der Menschen im Land gibt es kein hinreichendes Angebot [7]. Und ein Landestarif erfasst nur die Unternehmen, die ihn anerkennen — anders als beim bundesweit geltenden Deutschlandticket ist die Reichweite deshalb unsicher [2]. Die Plausibilität ist mäßig: gut gezielt, aber mit unsicherer Reichweite eines Landestarifs.