Was eine neue Regel kostet, steht vorher auf dem Tisch
Berlin misst bisher nicht, was seine eigenen Regelungen kosten. Vier deutsche Verwaltungen haben einen Normenkontrollrat, Berlin nicht. Ausgerechnet die Erfahrung, die gegen die Bremse spricht, stützt diesen Teil: Der Wert liege „eher in der Transparenz als in der Kontrolle".
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Wert
Der Strom betrifft die Qualität der Rechtsetzung — also wie gut der Gesetzgeber weiß, was seine Entscheidungen kosten. Das wirkt breit, aber mittelbar; unmittelbare Schutzgüter sind nicht berührt. Der Wert ist mittel bis hoch: Rechtsetzungsqualität als Systemgut.
Impact
Berlin misst bisher nicht, was seine eigenen Regelungen die Betroffenen kosten. Normenkontrollräte gibt es auf Bundesebene sowie in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen [5] — einen Bürokratiekostenindex für Landesrecht hat Berlin ebenfalls nicht. Der Vorschlag würde beides einführen [1]. Bezugsgröße für die Wirkung ist die Untersuchung des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung Tübingen: Eine Halbierung des bürokratischen Aufwands in Berlin entspräche rund 1 Mrd. € zusätzlicher Wertschöpfung und rund 3.000 Arbeitsplätzen [4]. Der insgesamt beeinflussbare Aufwand liegt damit in der Größenordnung von rund 2 Mrd. € im Jahr an entgangener Wertschöpfung. Angesetzt ist, dass sichtbare Kostenfolgen die Ausgestaltung neuer Landesregelungen um rund 1,5 % dieses Betrags verbessern, mit einer Spanne von 0,3 bis 5 % — also rund 30 Mio. € bei voller Wirkung. Weil die Wirkung nur auf neue Regelungen greift und sich über den Bestand erst aufbaut, ist über zehn Jahre ein Faktor von 0,4 angesetzt. Das ergibt rund 12 Mio. € jährlich. Der Impact ist sehr klein.
Plausibilität
Das ist der Teil des Vorschlags, den die Erfahrung stützt — und zwar ausgerechnet die Erfahrung, die gegen den Rest spricht. Der britische Regulatory Policy Committee kommt nach der Auswertung des eigenen Regelwerks zu dem Schluss, der Wert solcher Rahmen liege „eher in der Transparenz als in der Kontrolle“: Minister sollten zeigen können, dass ihre Entscheidungen vollständig evidenzgestützt sind [2]. Vier Verwaltungen in Deutschland unterhalten bereits einen Normenkontrollrat [5], die Methodik zur Schätzung des Erfüllungsaufwands ist erprobt, und Berlin könnte sie übernehmen statt entwickeln. Was offen bleibt, ist die Höhe: Wie stark sichtbare Kosten die Ausgestaltung tatsächlich verändern, ist für kein Land gemessen. Die Plausibilität ist mittel: erprobtes Instrument, ungemessene Wirkungshöhe.