Arbeitsplätze auf einer Fläche, auf der heute keine sind
Angesetzt sind 12.000 Arbeitsplätze in der Zone, davon nach britischer Erfahrung nur rund die Hälfte netto zusätzlich. Von 53 ausgewerteten Studien zu Sonderwirtschaftszonen finden weniger als 20 % überhaupt einen positiven Beschäftigungseffekt.
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Wert
Der Strom betrifft Beschäftigung und damit die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Stadt. Für den Teil, der aus Arbeitslosigkeit kommt, berührt er auch Existenzsicherung; dieser Anteil ist im Impact bereits höher gewichtet, statt ihn über den Wert einzurechnen. Der Wert ist mittel bis hoch: Beschäftigung als Systemgut.
Impact
Der Anlass ist unstrittig. Berlins Arbeitsmarkt schwächelt: Die Arbeitslosenquote lag im Februar 2026 bei 10,6 % und damit 0,4 Prozentpunkte über dem Vorjahr, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten fiel binnen eines Jahres um 7.600 auf 1.683.900, und die gemeldeten Stellen gingen um 687 zurück [4]. Angesetzt sind 12.000 Arbeitsplätze in der Zone am Ende des Aufbaus. Davon ist nur ein Teil wirklich neu: Nach der Erfahrung der britischen Enterprise Zones — 96.000 bis 125.000 geschaffene Stellen, aber nur 58.000 netto zusätzlich — ist rund die Hälfte aus dem übrigen Berlin verlagert [3]. Es bleiben rund 6.000 netto, mit einer Spanne von 1.500 bis 15.000; über den Horizont gemittelt rund 3.500. Bewertet ist nicht der Lohn, denn der ist Entgelt für Arbeit, sondern der Wohlfahrtsgewinn: Angesetzt ist, dass ein Viertel der Stellen aus Arbeitslosigkeit besetzt wird, dort mit rund 20.000 € im Jahr an Einkommensdifferenz gegenüber der Grundsicherung, und drei Viertel durch bereits Beschäftigte, dort mit 3.000 € an Passungsgewinn. Das ergibt rund 24 Mio. € jährlich. Der Impact ist sehr klein und der größte Posten der Vorschlagsseite.
Plausibilität
Hier liegt die härteste Evidenz dieser Seite, und sie spricht überwiegend gegen den Ansatz. Eine Auswertung von 53 Studien zu Sonderwirtschaftszonen kommt zu dem Ergebnis: „Less than 20 percent of studies found a positive effect on employment“ [2]. Vier Studien belegen Verdrängung aus Nachbargebieten, und teilweise werden Zugewinne in der Zone durch Rückgänge nebenan vollständig ausgeglichen. Das vom Programm selbst genannte Vorbild bestätigt das eher, als es zu widerlegen: Die zweite Generation der britischen Zonen erreichte bis 2017 nur rund ein Viertel der prognostizierten 54.000 Stellen, mindestens ein Drittel davon durch Betriebsverlagerungen, und überwiegend im niedrigqualifizierten lokalen Dienstleistungsbereich [3]. Gebucht ist das Argument trotzdem, denn rund die Hälfte der Studien findet positive Effekte auf die Zahl der Unternehmen, und netto zusätzliche Stellen gab es durchaus — nur weniger als versprochen. Hinzu kommt ein Vorbehalt, der alle Argumente dieser Seite betrifft: Vier der fünf genannten Ausnahmen sind Bundesrecht, und ohne Ermächtigung entsteht die Zone gar nicht [1]. Die Plausibilität ist niedrig: breite Beleglage, die überwiegend dagegen spricht.