Höhere Löhne bei den Auftragnehmern
Wer einen erfassten öffentlichen Auftrag ausführt, muss den am Ausführungsort geltenden Tarif zahlen oder mindestens 16,12 Euro je Stunde [1][4]. Fällt das Gesetz weg, entfällt diese Bindung. Die beste verfügbare Messung dazu kommt aus dem ostdeutschen Nahverkehr. Dort stiegen die Löhne binnen fünf Jahren um 2,9 bis 4,6 Prozent stärker als in den Vergleichsländern [15].
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Wert
Bewertet ist ein Geldstrom zwischen Auftraggeber und Beschäftigten, angesetzt auf der Ebene gewöhnlicher Einkommen. Der Zuschlag von 1,3 bildet ab, dass die Empfänger im unteren Entgeltbereich arbeiten. In Sachsen-Anhalt verdienen Beschäftigte ohne Tarifvertrag 12,2 Prozent weniger, wenn man Struktureffekte herausrechnet [27].
Impact
Land und Kommunen vergeben Bau-, Liefer- und Dienstleistungen in einer Größenordnung von rund 2 Mrd Euro im Jahr; das Band reicht von 1,2 bis 3,5 Mrd. Die Schwellenanhebung vom November 2025 nimmt viele Vergaben nach Stückzahl heraus, dem Volumen nach bleibt der größere Teil erfasst [30]. Bei einem Lohnanteil von rund 35 Prozent sind das 700 Mio Euro Lohnsumme. Davon entfallen 57 Prozent auf Beschäftigte in Betrieben ohne Tarifbindung [26], also rund 400 Mio Euro. Darauf wirkt der gemessene Zuwachs von 3,65 Prozent [15]: 14,6 Mio Euro im Jahr. Der Empfängerkreis liegt im unteren Entgeltbereich, deshalb ein Verteilungsgewicht von 1,3 und ein Bestandswert von 0,019. Darauf wirkt die Wegfallwahrscheinlichkeit von 25 Prozent; bewertet sind 0,00475.
Plausibilität
Grundlage ist eine Auswertung mit sauberem Vergleichsaufbau: Betriebsdaten von 2000 bis 2020, Kontrollgruppen Bayern und Sachsen, gleichlaufende Vorentwicklung [15]. Sie misst allerdings nur den Nahverkehr und kennt den tatsächlichen Auftragsbesitz der Betriebe nicht. Der Autor bezeichnet den Wert deshalb selbst als Untergrenze [15]. Ob sich der Befund auf Bau und Dienstleistungen überträgt, ist offen. Deshalb 5,0 bei einer Obergrenze von 7,0 für Befunde aus einer einzelnen Studie.