2.900 Euro weniger beim Hauskauf
Ein Prozentpunkt weniger bedeutet bei einem Bestandshaus für 290.000 Euro rund 2.900 Euro weniger Steuer, zusammen etwa 30 Millionen Euro im Jahr. Beworben wird die Senkung im Familienblock, sie gilt aber für jeden Erwerb, auch für Kapitalanleger. Ein Datum nennt der Flyer nicht, nur »innerhalb der nächsten Jahre«.
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Wert
Entlastet werden alle, die in Mecklenburg-Vorpommern eine Immobilie kaufen. Der Zielgruppen-Flyer führt die Senkung im Block Familien und begründet sie damit, Familien den Weg ins eigene Heim zu erleichtern [43]. Der Satz gilt jedoch für jeden Erwerb, auch für Kapitalanleger und gewerbliche Käufer. Wie sich das Aufkommen zwischen diesen Gruppen verteilt, ist nicht bekannt: Die Bundesregierung hat 2025 erklärt, dass ihr Steuerdatensystem eine Aufschlüsselung nach Erwerbertyp nicht erlaubt [32]. Für Selbstnutzer wiegt die Entlastung schwerer als für Kapitalanleger, weil letztere die Erwerbsnebenkosten steuerlich geltend machen können [33]. Gewogen wird damit ein Geldstrom, der breiter streut als die Begründung, die ihn trägt. Der Wert ist mittel: Es geht um Geld, dessen Gewicht davon abhängt, bei wem es landet.
Impact
Ohne die Senkung zahlen Käufer sechs Prozent des Kaufpreises an das Land; das Aufkommen ist für 2026 mit 240 Millionen Euro veranschlagt [22]. Mit der Senkung auf fünf Prozent entfallen rechnerisch 40 Millionen davon. Ein Teil kommt über zusätzliche Verkäufe zurück; die Länderauswertung legt bis zur Hälfte nahe [25], im einzigen realen deutschen Fall war es im ersten Jahr fast nichts. Thüringen senkte 2024 von 6,5 auf 5,0 Prozent, das Aufkommen fiel von 181,6 auf 145,6 Millionen Euro, während es bundesweit um 4,5 Prozent stieg [28]. Angesetzt sind 25 Prozent Rückfluss und damit 30 Millionen Euro Entlastung im Jahr, Spanne 20 bis 40 Millionen. Auf einen Kauf gerechnet: Bei einem Bestandshaus für 290.000 Euro sinkt die Steuer von 17.400 auf 14.500 Euro. Das sind 2.900 Euro, die nicht mehr aus Erspartem aufgebracht werden müssen — spürbar, aber weniger als die Hälfte dessen, was der weitergehende Vorschlag derselben Wahl bewirkt. Der Impact ist klein: Rund 30 Millionen Euro im Jahr, je Kauf ein niedriger vierstelliger Betrag.
Plausibilität
Behauptet wird, dass die Senkung bei den Käufern ankommt. Der Steuersatz liegt nach Artikel 105 Absatz 2a Satz 2 des Grundgesetzes allein beim Land [29]; eine Senkung wirkt ohne Zutun des Bundes. Thüringen hat den Weg 2023 beschritten, das Gesetz trat zum Jahresbeginn 2024 in Kraft und wirkte sofort [28]. Zwei Dinge dämpfen die Sicherheit gegenüber einer unbedingten Zusage. Der Zielgruppen-Flyer sagt »innerhalb der nächsten Jahre« [43] und nennt damit kein Datum; im 100-Tage-Programm steht die Senkung ohne jede Zahl [44]. Und wie stark das Aufkommen zurückgeht, hängt von der Zahl zusätzlicher Verkäufe ab. Hier widersprechen sich die Befunde: Eine Auswertung von 655 Monatsbeobachtungen findet je Prozentpunkt rund sechs Prozent weniger Verkäufe [30], eine Auswertung von 17,1 Millionen Inseraten keinen mittelfristigen Mengeneffekt [31]. Die Plausibilität ist hoch: Eine gesenkte Steuer kostet weniger, das ist Rechtsfolge — offen sind Zeitpunkt und Höhe.