7.250 Euro weniger beim Hauskauf
Die Senkung von sechs auf 3,5 Prozent entlastet Käufer um rund 75 Millionen Euro im Jahr. Bei einem Bestandshaus für 290.000 Euro sind das 7.250 Euro weniger, die aus Erspartem aufgebracht werden müssen. Wer genau profitiert, ist allerdings unbekannt: Eine Aufschlüsselung nach Erwerbertyp führt in Deutschland niemand.
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Wert
Entlastet werden alle, die in Mecklenburg-Vorpommern eine Immobilie kaufen. Das sind Familien, die ein Eigenheim erwerben, ebenso wie Kapitalanleger und gewerbliche Erwerber. Wie sich das Aufkommen zwischen diesen Gruppen verteilt, ist in Deutschland nicht bekannt: Die Bundesregierung hat 2025 erklärt, dass ihr Steuerdatensystem eine Aufschlüsselung nach Erwerbertyp nicht erlaubt [32]. Die Entlastung ist damit breiter gestreut als die Begründung des Vorschlags, der junge Familien nennt. Für Selbstnutzer wiegt sie schwerer als für Kapitalanleger, weil letztere die Erwerbsnebenkosten steuerlich geltend machen können [33]. Was hier gewogen wird, ist Geld, das Haushalten und Unternehmen bleibt und dem Land fehlt. Der Wert ist mittel: Es geht um einen Geldstrom, dessen Gewicht davon abhängt, bei wem er landet.
Impact
Ohne die Senkung zahlen Käufer in Mecklenburg-Vorpommern sechs Prozent des Kaufpreises an das Land; das Aufkommen lag 2024 bei 198,2 Millionen Euro und ist für 2026 mit 240 Millionen veranschlagt [22]. Mit der Senkung auf 3,5 Prozent entfallen rechnerisch 41,7 Prozent davon, also rund 100 Millionen Euro im Jahr. Ein Teil kommt über zusätzliche Verkäufe zurück; nach der Länderauswertung liegt dieser Anteil bei bis zur Hälfte [25], im einzigen realen deutschen Fall lag er im ersten Jahr bei nahezu null. Thüringen senkte zum 1. Januar 2024 von 6,5 auf 5,0 Prozent, und das Aufkommen fiel von 181,6 auf 145,6 Millionen Euro, während es bundesweit um 4,5 Prozent stieg [28]. Angesetzt sind deshalb 25 Prozent Rückfluss und damit 75 Millionen Euro Entlastung im Jahr, mit einer Spanne von 50 bis 100 Millionen. Auf einen Kauf gerechnet: Bei einem Bestandshaus für 290.000 Euro sinkt die Steuer von 17.400 auf 10.150 Euro. Das trifft die Eigenkapitalhürde direkt, denn die Nebenkosten müssen aus Erspartem bezahlt werden [17]. Der Impact ist klein bis mittel: Rund 75 Millionen Euro im Jahr, verteilt auf mehrere tausend Käufe, sind je Kauf ein deutlich spürbarer fünfstelliger Betrag.
Plausibilität
Behauptet wird, dass die Steuersenkung bei den Käufern ankommt. Der Steuersatz liegt nach Artikel 105 Absatz 2a Satz 2 des Grundgesetzes allein beim Land; eine Senkung wirkt sofort und ohne Zutun des Bundes [29]. Das ist die unmittelbare Rechtsfolge eines Landesgesetzes und braucht keine Verhaltensannahme. Thüringen hat den Weg 2023 beschritten, das Gesetz trat zum Jahresbeginn 2024 in Kraft und wirkte sofort [28]. Unsicher ist allein die Höhe: Wie stark das Aufkommen zurückgeht, hängt davon ab, wie viele zusätzliche Verkäufe die Senkung auslöst. Hier widersprechen sich die Befunde. Eine Auswertung von 655 Monatsbeobachtungen findet je Prozentpunkt rund sechs Prozent weniger Verkäufe [30], eine Auswertung von 17,1 Millionen Inseraten findet mittelfristig keinen Mengeneffekt [31]. Diese Spanne steckt in den 50 bis 100 Millionen Euro, nicht in der Frage, ob die Senkung greift. Die Plausibilität ist hoch: Dass eine gesenkte Steuer weniger kostet, ist eine Rechtsfolge — offen ist nur, um wie viel.