Ausgebildete statt Seiteneinsteiger
Von 3.700 vakanten Stellen wurden bis Juli nur knapp 800 mit vollqualifizierten Lehrkräften besetzt. Angesetzt sind 500 dual ausgebildete Kräfte im Jahr, die 33.000 Schülerinnen und Schüler erreichen. Dass Ausgebildete messbar besser abschneiden als Seiteneinsteiger, ist allerdings schwächer belegt als gedacht.
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Wert
Der Strom betrifft die Qualität des Unterrichts und damit die Ausgangslage für den weiteren Bildungsweg. Er steht in derselben Reihe wie die übrigen Bildungsmaßnahmen dieser Datenbank und wird bewusst mit demselben Gewicht bewertet, damit sich Vorschuljahr, Handyverbot, Startchancen und Lehrkräfteausbildung direkt vergleichen lassen. Der Wert ist sehr hoch: Unterrichtsqualität als Grundlage des Bildungswegs.
Impact
Die Ausgangszahl ist drastisch: Zum Schuljahr 2026/27 waren 3.700 Stellen vakant, und bis zum 1. Juli konnten davon nur knapp 800 mit vollqualifizierten Lehrkräften besetzt werden — unter 30 % [2]. Den Rest tragen 2.500 Seiteneinsteiger, 1.570 Studierende, 240 weiterarbeitende Ruheständler und 570 Kräfte anderer Berufsgruppen. Eine duale Ausbildung soll daraus wieder strukturierte Qualifikation machen. Angesetzt sind 500 Absolventinnen und Absolventen im Jahr, mit einer Spanne von 150 bis 1.200, die an die Stelle von Seiteneinsteigern treten; über den Zeitraum gemittelt sind das 2.750 Lehrkräfte. Bei rund 35.000 Lehrkräften und 404.019 Schülerinnen und Schülern entfallen rechnerisch rund zwölf Schüler auf ein Lehrkraft-Äquivalent [3][5], also rund 33.000 betroffene Kinder. Der Kompetenzunterschied ist mit 0,03 Standardabweichungen angesetzt, mit einer Spanne von null bis 0,08. Umgerechnet in denselben Wohlfahrtsmaßstab wie bei den übrigen Bildungsseiten sind das rund 43 Mio. € im Jahr. Der Impact ist sehr klein, aber der größte Posten dieser Bewertung.
Plausibilität
Hier liegt eine Überraschung, die man kennen muss: Dass ausgebildete Lehrkräfte messbar bessere Schülerleistungen erzielen als Seiteneinsteiger, ist in der Forschung schwächer belegt, als es die Debatte nahelegt. Untersuchungen zu alternativ zertifizierten Lehrkräften finden nach den ersten Berufsjahren überwiegend kleine oder keine Unterschiede — die Berufserfahrung holt vieles auf, was die Ausbildung vorwegnehmen sollte. Deshalb liegt das untere Bandende bei null. Für den Ansatz spricht, dass Berlin nicht über gut ausgewählte Quereinsteiger redet, sondern über eine Notlage: Die Zahl der Quereinstiegsanträge ist von 580 auf 380 gefallen [2], die Auswahl wird also enger. Wer aus einem schrumpfenden Bewerberfeld einstellt, bekommt im Mittel schwächere Kräfte als aus einer strukturierten Ausbildung. Die Plausibilität ist niedrig: plausibler Mechanismus, überraschend dünne Beleglage.