Duale Ausbildung für Lehrkräfte

Angehende Lehrkräfte sollen von Beginn an vergütet an einer Schule arbeiten und parallel studieren, statt erst nach Studium und Referendariat einzusteigen.

Land Berlin Vorschlag auf Landesebene (Berlin). Landesmaßnahmen erreichen im bundesweiten Maßstab kleinere Impact-Werte als Bundesmaßnahmen; der Maßstab dieser Seite ist entsprechend gesetzt.

KI-Bewertung · noch ohne menschliche Prüfung

Diese Auswertung hat ein KI-Modell erstellt und belegt; ein menschlicher Prüfdurchgang steht noch aus. Zahlen und Einordnung können sich dabei noch ändern. Das Prüfprotokoll steht am Fuß der Seite. Wie geprüft wird →

Berlin fehlen Lehrkräfte, und die Zahlen sind deutlich: Zum Schuljahr 2026/27 waren 3.700 Stellen vakant, und bis zum 1. Juli konnten davon nur knapp 800 mit vollqualifizierten Lehrkräften besetzt werden — unter 30 %. Den Rest tragen 2.500 Seiteneinsteiger, 800 Bachelor- und 770 Master-Studierende, 240 weiterarbeitende Ruheständler und 570 Kräfte anderer Berufsgruppen; die Zahl der Quereinstiegsanträge ist von 580 auf 380 gefallen. Das BSW fordert als Antwort eine duale Ausbildung für angehende Lehrkräfte. Der größte verfügbare Hebel ist allerdings bereits gezogen: Berlin verbeamtet seit 2023 wieder, knapp 12.000 Bestandslehrkräfte sind verbeamtet, und der Anteil ist von 31,1 % im Schuljahr 2021/22 auf 58,2 % im Schuljahr 2025/26 gestiegen. Auch Ansätze dualer Ausbildung bestehen: 84 Kräfte absolvieren ein berufsbegleitendes Referendariat. An Berlins öffentlichen Schulen arbeiten rund 35.000 Lehrkräfte für 404.019 Schülerinnen und Schüler. Bewertet wird ein Zeitraum von zehn Jahren.

Bilanz

Ausgeglichen · 0,52
Pro 37 · 52 % Contra 33 · 48 %
Größenklasse: sehr klein Maßstab dieser Bewertung: Normalised Impact — einheitslos, auf dieses Thema kalibriert. Zum Vergleich: 1 Punkt entspricht hier rund 5 Mio. € pro Jahr. Wie wir bewerten →

Pro-Argumente

Contra-Argumente

6 Argumente bewertet · Scoring v1.3 Δ absolut +4

Argumente — Pro

3 Argumente

Ausgebildete statt Seiteneinsteiger

24von 100

Von 3.700 vakanten Stellen wurden bis Juli nur knapp 800 mit vollqualifizierten Lehrkräften besetzt. Angesetzt sind 500 dual ausgebildete Kräfte im Jahr, die 33.000 Schülerinnen und Schüler erreichen. Dass Ausgebildete messbar besser abschneiden als Seiteneinsteiger, ist allerdings schwächer belegt als gedacht.

Wert 8 · BildungschancenImpact 8,6Plausibilität 3,5
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Wert

Der Strom betrifft die Qualität des Unterrichts und damit die Ausgangslage für den weiteren Bildungsweg. Er steht in derselben Reihe wie die übrigen Bildungsmaßnahmen dieser Datenbank und wird bewusst mit demselben Gewicht bewertet, damit sich Vorschuljahr, Handyverbot, Startchancen und Lehrkräfteausbildung direkt vergleichen lassen. Der Wert ist sehr hoch: Unterrichtsqualität als Grundlage des Bildungswegs.

Impact

Die Ausgangszahl ist drastisch: Zum Schuljahr 2026/27 waren 3.700 Stellen vakant, und bis zum 1. Juli konnten davon nur knapp 800 mit vollqualifizierten Lehrkräften besetzt werden — unter 30 % [2]. Den Rest tragen 2.500 Seiteneinsteiger, 1.570 Studierende, 240 weiterarbeitende Ruheständler und 570 Kräfte anderer Berufsgruppen. Eine duale Ausbildung soll daraus wieder strukturierte Qualifikation machen. Angesetzt sind 500 Absolventinnen und Absolventen im Jahr, mit einer Spanne von 150 bis 1.200, die an die Stelle von Seiteneinsteigern treten; über den Zeitraum gemittelt sind das 2.750 Lehrkräfte. Bei rund 35.000 Lehrkräften und 404.019 Schülerinnen und Schülern entfallen rechnerisch rund zwölf Schüler auf ein Lehrkraft-Äquivalent [3][5], also rund 33.000 betroffene Kinder. Der Kompetenzunterschied ist mit 0,03 Standardabweichungen angesetzt, mit einer Spanne von null bis 0,08. Umgerechnet in denselben Wohlfahrtsmaßstab wie bei den übrigen Bildungsseiten sind das rund 43 Mio. € im Jahr. Der Impact ist sehr klein, aber der größte Posten dieser Bewertung.

Plausibilität

Hier liegt eine Überraschung, die man kennen muss: Dass ausgebildete Lehrkräfte messbar bessere Schülerleistungen erzielen als Seiteneinsteiger, ist in der Forschung schwächer belegt, als es die Debatte nahelegt. Untersuchungen zu alternativ zertifizierten Lehrkräften finden nach den ersten Berufsjahren überwiegend kleine oder keine Unterschiede — die Berufserfahrung holt vieles auf, was die Ausbildung vorwegnehmen sollte. Deshalb liegt das untere Bandende bei null. Für den Ansatz spricht, dass Berlin nicht über gut ausgewählte Quereinsteiger redet, sondern über eine Notlage: Die Zahl der Quereinstiegsanträge ist von 580 auf 380 gefallen [2], die Auswahl wird also enger. Wer aus einem schrumpfenden Bewerberfeld einstellt, bekommt im Mittel schwächere Kräfte als aus einer strukturierten Ausbildung. Die Plausibilität ist niedrig: plausibler Mechanismus, überraschend dünne Beleglage.

evidence_basis: Studie · P-ceiling 5

Wer hier ausgebildet wird, bleibt hier

9,6von 100

Wer an einer Schule ausgebildet wird, bleibt eher dort; angesetzt sind 150 Kräfte im Jahr, die sonst abwandern. Die Verbeamtung seit 2023 hat diesen Effekt allerdings bereits erzeugt — der Anteil stieg von 31,1 auf 58,2 %.

Wert 8 · BildungschancenImpact 3Plausibilität 4
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Wert

Der Strom betrifft, ob Unterricht stattfindet oder ausfällt. Das wirkt unmittelbar auf die Lernzeit und damit auf denselben Kanal wie das erste Argument, nur über die Menge statt über die Qualität. Der Wert ist sehr hoch: Unterricht, der sonst nicht stattfindet.

Impact

Berlin bildet aus und verliert dann an andere Länder — das ist der zweite Teil des Problems. Die Verbeamtung seit 2023 hat hier bereits gewirkt: Nach Angabe der Bildungsverwaltung bleiben im zweiten Jahr in Folge deutlich mehr Referendarinnen und Referendare im Land, und der Anteil verbeamteter Lehrkräfte ist von 31,1 % im Schuljahr 2021/22 auf 58,2 % im Schuljahr 2025/26 gestiegen [3]. Eine duale Ausbildung setzt an derselben Stelle an, aber früher: Wer vom ersten Jahr an an einer bestimmten Schule arbeitet, bleibt eher dort. Angesetzt sind 150 Kräfte im Jahr, mit einer Spanne von 40 bis 400, die deshalb in Berlin bleiben; über den Zeitraum gemittelt rund 825 Lehrkräfte, die rund 10.000 Schülerinnen und Schülern zugutekommen [5]. Bewertet ist der Unterschied zwischen besetzter und unbesetzter Stelle mit 0,05 Standardabweichungen — deutlich mehr als der Qualifikationsunterschied im ersten Argument, weil hier Unterricht gegen keinen Unterricht steht. Der Impact ist sehr klein: einige hundert Lehrkräfte, die sonst fehlen würden.

Plausibilität

Dass duale Ausbildung bindet, ist aus anderen Berufsfeldern gut bekannt; für das Lehramt ist es in Deutschland nicht gemessen. Der wesentliche Vorbehalt ist ein anderer: Der größte verfügbare Hebel ist bereits gezogen. Die Verbeamtung hat genau diesen Effekt erzeugt, und zwar sofort und für alle, nicht nur für eine künftige Kohorte [3]. Was eine duale Ausbildung zusätzlich bindet, kommt obendrauf — und ist entsprechend kleiner als die Debatte unterstellt. Hinzu kommt der Zeitfaktor: Die erste Kohorte ist frühestens nach vier bis fünf Jahren fertig; die 3.700 offenen Stellen des Schuljahres 2026/27 erreicht die Maßnahme nicht. Die Plausibilität ist niedrig bis mittel: bekannter Mechanismus, aber der Haupteffekt ist vorweggenommen.

evidence_basis: Plausibilität · P-ceiling 5

Ein Zugang für Menschen, die nicht Vollzeit studieren können

3,2von 100

Eine vergütete Ausbildung öffnet den Beruf für Menschen mit Betreuungspflichten oder ohne finanziellen Rückhalt. Angesetzt sind 200 Menschen im Jahr. Gebucht ist der Zugang, nicht das Gehalt — das ist Entgelt für Arbeit.

Wert 7 · Teilhabe und AusbildungImpact 1Plausibilität 4,5
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Wert

Der Strom betrifft den Zugang zu einem qualifizierten Beruf für Menschen, denen der übliche Weg verschlossen ist. Das wirkt auf ihre Erwerbsbiografie und über Jahrzehnte; Existenz und Gesundheit sind nicht unmittelbar berührt. Der Wert ist hoch: Zugang zu Ausbildung und Beruf.

Impact

Das klassische Lehramtsstudium setzt mehrere Jahre ohne nennenswertes Erwerbseinkommen voraus, gefolgt von einem Referendariat mit reduzierter Vergütung. Wer Kinder betreut, Angehörige pflegt oder ohne finanziellen Rückhalt lebt, kann diesen Weg oft nicht gehen. Eine vergütete duale Ausbildung öffnet ihn. Angesetzt sind 200 Menschen im Jahr, mit einer Spanne von 50 bis 600, die den Beruf sonst nicht ergreifen könnten. Gebucht ist dabei nicht ihr Gehalt — das ist Entgelt für geleistete Arbeit und kein Wohlfahrtsstrom —, sondern der Zugang selbst: die Möglichkeit, einen qualifizierten Beruf zu ergreifen. Angesetzt sind dafür 5.000 € je Person und Jahr über die Ausbildungsdauer, mit einer Spanne von 2.000 bis 15.000, bei durchschnittlich 800 Personen in Ausbildung. Das ergibt rund 5 Mio. € jährlich. Die Empfänger liegen überwiegend unterhalb des Medianeinkommens, was das Gewicht anhebt. Der Impact ist sehr klein und betrifft eine überschaubare Zahl von Menschen sehr deutlich.

Plausibilität

Dass vergütete Ausbildung den Zugang zu einem Beruf öffnet, ist aus dem dualen System seit Jahrzehnten bekannt und wenig umstritten. Die Zahl für das Lehramt ist gesetzt; belastbare Erhebungen dazu, wie viele Menschen am fehlenden Einkommen während des Studiums scheitern, gibt es für Berlin nicht. Ein Indiz spricht dafür, dass der Bedarf real ist: Die Zahl der Quereinstiegsanträge ist von 580 auf 380 gefallen [2] — der bisherige Umweg über den Quereinstieg wird offenbar unattraktiver, ohne dass ein anderer Weg an seine Stelle tritt. Die Plausibilität ist mittel: gut bekannter Mechanismus, ungemessene Zahl.

evidence_basis: Plausibilität · P-ceiling 5

Argumente — Contra

3 Argumente

Zwei Menschen für eine Stelle, solange die Ausbildung läuft

19von 100

Rund 2.000 Personen dauerhaft in Ausbildung unterrichten nur halb; gegenüber heute fehlen angesetzt 300 Vollzeitäquivalente, dazu 200 für Mentoring. Zusammen rund 35 Mio. € im Jahr. Wer die Entlastung kürzt, senkt zugleich die Ausbildungsqualität.

Wert 5 · StaatsfinanzenImpact 7Plausibilität 5,5
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Wert

Der Strom besteht aus öffentlichen Mitteln für zusätzliche Stellen. Ein besonderer Zweck, der ein höheres Gewicht rechtfertigen würde, ist nicht erkennbar; der Bildungszweck steckt bereits im Nutzen der anderen Seite. Der Wert ist mittel: gewöhnliche öffentliche Mittel am allgemeinen Maßstab.

Impact

Das ist der Preis jeder Ausbildung neben dem Dienst, und er ist hier hoch. Angesetzt sind 500 Eintritte im Jahr über vier Ausbildungsjahre, also rund 2.000 Personen dauerhaft in Ausbildung. Sie unterrichten mit angesetzt der Hälfte der regulären Verpflichtung — den Rest der Zeit brauchen sie für Studium und Praxisbegleitung. Gegenüber der heutigen Lage, in der 2.500 Seiteneinsteiger weitgehend voll unterrichten [2], fehlen dadurch rechnerisch rund 1.000 Vollzeitäquivalente Unterricht. Ein Teil davon ist bereits in der Ausgangslage angelegt, weil auch Seiteneinsteiger Entlastung erhalten und 84 Kräfte ein berufsbegleitendes Referendariat absolvieren; angesetzt sind deshalb 30 % Delta, mit einer Spanne von 15 bis 60 %, also 300 Vollzeitäquivalente. Hinzu kommt das Mentoring mit 0,1 Vollzeitäquivalenten je Auszubildendem, also 200 weitere. Zusammen 500 Vollzeitäquivalente zu 70.000 €, rund 35 Mio. € im Jahr. Der Impact ist sehr klein und der größte Posten der Gegenseite.

Plausibilität

Dass eine Ausbildung neben dem Dienst Zeit kostet, ist zwingend und keine Frage der Beleglage. Unsicher ist, wie viel gegenüber der heutigen Praxis hinzukommt — Berlin entlastet Seiteneinsteiger bereits, allerdings uneinheitlich und nach eigener Darstellung nicht ausreichend. Der angesetzte Delta-Anteil von 30 % ist die entscheidende Setzung. Zu sehen ist außerdem eine Kopplung: Wer die Entlastung kürzt, um Stellen zu sparen, senkt zugleich die Ausbildungsqualität und damit den Nutzen aus dem ersten Argument. Beides lässt sich nicht unabhängig voneinander wählen. Die Plausibilität ist mittel bis hoch: zwingender Mechanismus, gesetzter Delta-Anteil.

evidence_basis: Mechanismus · P-ceiling 7

Verantwortung vor der Ausbildung

7,7von 100

Wer dual ausgebildet wird, unterrichtet vom ersten Jahr an; angesetzt sind 12.000 betroffene Schülerinnen und Schüler mit 0,04 Standardabweichungen Nachteil. Der Vergleichsmaßstab entschärft das erheblich: Heute unterrichten 2.500 Seiteneinsteiger ohne strukturierte Begleitung.

Wert 8 · BildungschancenImpact 2,4Plausibilität 4
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Wert

Der Strom betrifft die Unterrichtsqualität für die Schülerinnen und Schüler, die von Kräften in Ausbildung unterrichtet werden — dieselbe Währung wie der Hauptnutzen und deshalb dasselbe Gewicht. Der Wert ist sehr hoch: Unterrichtsqualität als Grundlage des Bildungswegs.

Impact

Duale Ausbildung heißt: Wer sie beginnt, steht vom ersten Jahr an vor Klassen — mit halber Verpflichtung, aber mit voller Verantwortung für die Stunden, die er hält. Rund 2.000 Personen dauerhaft in Ausbildung unterrichten bei halber Verpflichtung rechnerisch rund 12.000 Schülerinnen und Schüler [5]. Angesetzt ist ein Nachteil von 0,04 Standardabweichungen gegenüber einer fertig ausgebildeten Kraft, mit einer Spanne von 0,01 bis 0,10, umgerechnet rund 1.730 € je Schüler und Jahr. Das ergäbe 21 Mio. €; konservativ gesetzt sind 12 Mio. Der Grund für den Abschlag ist der Vergleichsmaßstab, und er ist entscheidend: In der Ausgangslage steht nicht die fertige Lehrkraft, sondern überwiegend der Seiteneinsteiger ohne strukturierte Ausbildung. Gegen den steht die dual ausgebildete Kraft eher besser da. Der Impact ist sehr klein und hängt vollständig daran, womit man vergleicht.

Plausibilität

Dass Berufsanfänger schwächer unterrichten als erfahrene Kräfte, ist gut belegt — Berufserfahrung ist einer der wenigen Lehrkraftmerkmale mit messbarem Effekt auf Schülerleistungen, vor allem in den ersten drei Jahren. Der Einwand trifft die duale Ausbildung also im Kern. Nur trifft er die heutige Praxis genauso: 2.500 Seiteneinsteiger und 1.570 Studierende unterrichten bereits, und zwar ohne die strukturierte Begleitung, die eine duale Ausbildung mitbrächte [2]. Das Argument ist damit weniger ein Einwand gegen den Vorschlag als eine Beschreibung der Ausgangslage. Es bleibt gebucht, weil ein Teil des Nachteils tatsächlich hinzukommt — nämlich dort, wo dual Ausgebildete an die Stelle fertiger Lehrkräfte treten. Die Plausibilität ist niedrig bis mittel: belegter Mechanismus, aber der Vergleichsmaßstab entschärft ihn.

evidence_basis: Plausibilität · P-ceiling 5

Ausbildungsplätze und Mentoren, die es nicht gibt

6,4von 100

Die 200 Vollzeitäquivalente Mentoring kommen von erfahrenen Lehrkräften, die schon heute Vertretung und die Einarbeitung von 2.500 Seiteneinsteigern tragen. Angesetzt sind rund 8 Mio. € entgangene Leistung. Anleitung schärft allerdings auch die eigene Praxis.

Wert 8 · BildungschancenImpact 1,6Plausibilität 5
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Wert

Der Strom besteht aus Unterrichts- und Betreuungsqualität, die anderen Klassen entgeht — dieselbe Währung wie der Hauptnutzen, nur bei anderen Schülerinnen und Schülern. Er trägt deshalb dasselbe Gewicht wie der Hauptnutzen; dass Mentoringzeit nicht vollständig zulasten des Unterrichts geht, schlägt sich in der Menge der entgangenen Stunden nieder, nicht im Gewicht. Der Wert ist sehr hoch: Unterrichtsqualität an den abgebenden Schulen.

Impact

Eine duale Ausbildung braucht zweierlei, das knapp ist: Studienplätze mit einer passenden Ordnung und erfahrene Lehrkräfte, die anleiten. Das Zweite ist das eigentliche Problem. Die 200 Vollzeitäquivalente Mentoringzeit aus dem vorigen Argument werden überwiegend von erfahrenen Lehrkräften erbracht — genau der Gruppe, die derzeit Vertretungsunterricht, Klassenleitungen und die Einarbeitung der 2.500 Seiteneinsteiger trägt [2]. Gebucht ist hier nicht ihr Gehalt, das steht bereits auf der Gegenseite, sondern die Leistung, die anderen Klassen entgeht: angesetzt mit 40.000 € je Vollzeitäquivalent an Wirkungsäquivalent, also rund 8 Mio. € im Jahr. Die Systematik entspricht der Personalverdrängung, die auch beim Vorschuljahr und beim Startchancen-Programm gebucht ist. Der Impact ist sehr klein und wirkt dem Hauptnutzen unmittelbar entgegen.

Plausibilität

Dass Mentoring von denselben knappen Kräften kommt, ist zwingend — es gibt keine Reservegruppe erfahrener Lehrkräfte. Offen ist der Umfang, und offen ist auch, ob Mentoring die Mentorinnen und Mentoren selbst weiterbringt; aus anderen Berufsfeldern ist bekannt, dass Anleitung die eigene Praxis schärft. Das mindert den Posten, hebt ihn aber nicht auf. Die universitäre Seite ist der leichtere Teil: Studienordnungen lassen sich ändern, wenn auch nicht schnell. Die Plausibilität ist mittel: zwingender Mechanismus, gesetzter Umfang, teilweise Gegenwirkung.

evidence_basis: Mechanismus · P-ceiling 6

Summary

Die Ausgangslage ist unstrittig: Von 3.700 vakanten Stellen zum Schuljahr 2026/27 konnten bis zum 1. Juli nur knapp 800 mit vollqualifizierten Lehrkräften besetzt werden, und im Einsatz sind 2.500 Seiteneinsteiger sowie 1.570 Studierende [2]. Eine duale Ausbildung setzt an der richtigen Stelle an — sie macht aus dem Noteinstieg eine strukturierte Qualifikation und öffnet den Beruf für Menschen, die sich mehrere Jahre ohne Einkommen nicht leisten können. Zwei Dinge begrenzen sie. Erstens ist der größte Bindungshebel bereits gezogen: Die Verbeamtung seit 2023 hat den Anteil verbeamteter Lehrkräfte von 31,1 auf 58,2 % gehoben, und im zweiten Jahr in Folge bleiben deutlich mehr Referendare im Land [3]. Zweitens kostet eine Ausbildung neben dem Dienst genau das, was fehlt: Wer nur halb unterrichtet und angeleitet werden muss, bindet rund 500 zusätzliche Vollzeitäquivalente, und das Mentoring kommt von denselben erfahrenen Kräften, die schon heute Vertretung und Einarbeitung tragen. Eine Überraschung der Recherche verschiebt beide Seiten zugleich: Dass ausgebildete Lehrkräfte messbar bessere Schülerleistungen erzielen als Seiteneinsteiger, ist schwächer belegt als die Debatte unterstellt. Ist der Unterschied groß, wachsen Nutzen und Ausbildungsnachteil gemeinsam; ist er klein, bleibt vor allem die Kostenposition. Das Scharnier ist deshalb nicht die Ausbildung selbst, sondern die Frage, ob die Entlastung der Auszubildenden verbindlich hinterlegt wird.

Ausblick — Wirkung über die Zeit

Ausgeglichen · 0,52
heute Δ +4,0 F1 — mit Duale Lehrerbildung F0 — Baseline ohne Maßnahme +5 Jahre +10 Jahre Normalised Impact → F0 konstant als Referenz · F1 über/unter F0 = positive/negative Nettowirkung · Δ = Nettoscore Band = Erwartungsbereich — reicht es unter F0, ist auch eine negative Wirkung plausibel Kurvenform und Höhe illustrativ · y-Achse bewusst ohne Skala

Quellen

  1. Table.Briefings / BSW: Wahlprogramm des BSW in der Bildung: duale Ausbildung für angehende Lehrkräfte, bundeseinheitliche Bildungspolitik, Verbannung von Tablets aus der Grundschule. table.media
  2. Tagesspiegel: Berliner Lehrkräftemangel zum Schuljahr 2026/27: 3.700 vakante Stellen, davon bis zum 1. Juli nur knapp 800 mit vollqualifizierten Lehrkräften besetzt (unter 30 %); prognostizierter Einstellungsbedarf 4.700 Vollzeitstellen; im Einsatz sind 2.500 Seiteneinsteiger, 800 Bachelor- und 770 Master-Studierende, 240 weiterarbeitende Ruheständler, 570 Kräfte anderer Berufsgruppen und 84 im berufsbegleitenden Referendariat; 380 Quereinstiegsanträge gegenüber 580 im Vorjahr. tagesspiegel.de
  3. Land Berlin: Verbeamtung von Lehrkräften ist weit vorangekommen (31. März 2026): knapp 12.000 verbeamtete Bestandslehrkräfte bei rund 35.000 Lehrkräften an öffentlichen Schulen; 58,2 % verbeamtet im Schuljahr 2025/26 gegenüber 31,1 % im Schuljahr 2021/22; Wiedereinführung 2023 nach 18 Jahren; das zweite Jahr in Folge bleiben deutlich mehr Referendarinnen und Referendare im Land. berlin.de
  4. Deutsches Schulportal: Bildungspläne der Berliner Parteien zum Lehrkräftemangel: Grüne mit Stipendien gegen fünfjährige Bindung an Schulen mit unterdurchschnittlicher Personalausstattung, SPD mit nicht-pädagogischem Personal und Schulpsychologie, Linke mit Arbeitszeiterfassung und zentralem Bewerbungsverfahren, AfD mit Stipendien in Mangelfächern. deutsches-schulportal.de
  5. Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie: Blickpunkt Schule 2024/25: 797 allgemeinbildende Schulen mit 404.019 Schülerinnen und Schülern. berlin.de
Zuletzt geprüft von Claude Fable 5 · 24. August 2026 · 2× KI, noch nicht menschlich geprüft
  1. 24. August 2026KI-PrüfungClaude Fable 5neu bewertet

    Prüfung gegen das Skill-Regelwerk (Prüfraster A1–H2): 1 Korrektur(en) angewendet (C1); r 0.538 → 0.525. 1 Punkt(e) offen für das menschliche Review.

  2. 23. August 2026KI-PrüfungClaude (Anthropic)Erstbewertung

    Import aus dem Wahl-Workspace (archiv/wahlen-2026-source-2026-08/evaluations/berlin-lehrkraefteausbildung.json); Bewertung unverändert übernommen, Review-Status in der Quelle: draft.

Bewertungen entstehen KI-gestützt und werden turnusmäßig auf neue Entwicklungen geprüft; menschliche Durchgänge sind eigens ausgewiesen. Wie wir prüfen →

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