Qualität statt Aufbewahrung am Nachmittag
Der Kern der Forderung ist Qualität: Ganztagsschule dürfe keine bloße Aufbewahrung am Nachmittag sein und brauche Konzepte, Räume und Personal nach bewährten Standards der Horte und der Jugendhilfe [1]. Genau darauf zeigt die Evidenz. Die erste kausale Auswertung für Deutschland findet positive Effekte auf Deutschnoten, Gymnasialbesuch, Mobbing und Zufriedenheit, aber nur dort deutlich, wo gezielte Förderkurse angeboten werden [7].
▸ Begründung & Quellen anzeigen ▾ Begründung & Quellen ausblenden
Wert
Bewertet sind Bildungschancen von Grundschulkindern. Sie wirken über das ganze Erwerbsleben und liegen deshalb eine Stufe über gewöhnlichen Systemwirkungen.
Impact
Betroffen sind rund 77.466 Grundschulkinder [11], von denen 53,8 Prozent bereits am Ganztag teilnehmen [2]. Angesetzt sind 8 Mio Euro im Jahr für den Qualitätsgewinn bei den Teilnehmenden, Band 2 bis 25 Mio. Mit einem Verteilungsgewicht von 1,2 ergibt sich 0,0096. Der Wert steht für bessere Übergänge und weniger Mobbing, nicht für Testergebnisse.
Plausibilität
Drei unabhängige Untersuchungen zeigen dasselbe Muster: Die Qualität entscheidet, der bloße Umfang nicht [7][8][9]. Die stärkste davon nutzt die Verteilung der Bundesfördermittel als Instrument und findet keine Effekte auf Testergebnisse, wohl aber auf Noten und Übergänge [7]. Zwei Einschränkungen wiegen. Erstens findet dieselbe Arbeit keine über den Durchschnitt hinausgehenden Effekte für Kinder aus bildungsfernen Haushalten [7]. Zweitens füllt das Programm keines seiner drei Instrumente mit Inhalt [1]. Deshalb 4,0.