Dorfgrundschulen erhalten

Grundschulen im ländlichen Raum sollen bleiben, auch wenn sie klein sind. Der Landtag hat im Juni 2025 die Gegenrichtung beschlossen: Ab August 2027 gelten Mindestschülerzahlen für Anfangsklassen.

Land Sachsen-Anhalt Vorschlag auf Landesebene (Sachsen-Anhalt). Landesmaßnahmen erreichen im bundesweiten Maßstab kleinere Impact-Werte als Bundesmaßnahmen; der Maßstab dieser Seite ist entsprechend gesetzt. Hinzu kommt hier, dass der Vorschlag nur wenige Schulen betrifft und deshalb auch für eine Landesmaßnahme sehr klein ausfällt.

KI-Bewertung · noch ohne menschliche Prüfung

Diese Auswertung hat ein KI-Modell erstellt und belegt; ein menschlicher Prüfdurchgang steht noch aus. Zahlen und Einordnung können sich dabei noch ändern. Das Prüfprotokoll steht am Fuß der Seite. Wie geprüft wird →

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt wollen die Dorfgrundschulen erhalten. Der Punkt steht im Kurzwahlprogramm im Bildungskapitel; in der Fassung in Leichter Sprache heißt es „für gute Schulen, auch auf dem Land“ [1]. Praktisch richtet sich die Forderung gegen die Mindestschülerzahlen, die die Schulgesetznovelle vom 12. Juni 2025 ab dem 1. August 2027 einführt: im ländlichen Raum 15 Kinder in der Anfangsklasse [3][4]. Eine Mindestgröße, einen Zeitpunkt und einen Weg der Umsetzung nennt das Programm nicht. Bewertet wird die Wahlperiode 2026 bis 2031. Das längere gemeinsame Lernen ist eine eigene Maßnahme und hier nicht mitbewertet.

Bilanz

Ausgeglichen · 0,40
Pro 27 · 40 % Contra 39 · 60 %
Größenklasse: sehr klein Maßstab dieser Bewertung: Normalised Impact — einheitslos, auf dieses Thema kalibriert. Zum Vergleich: 1 Punkt entspricht hier rund 200 Tsd. € pro Jahr. Wie wir bewerten →

Pro-Argumente

Contra-Argumente

6 Argumente bewertet · Scoring v1.3 Δ absolut −12

Argumente — Pro

3 Argumente

Kürzere Wege für kleine Kinder

11von 100

Schließt die Schule im Ort, verlängert sich der Weg für Sechs- bis Zehnjährige. Zu Fuß liegt der bundesweite Mittelwert zur nächsten Grundschule bei 49 Minuten, in ostdeutschen ländlichen Gegenden teils über 80 Minuten [10]. Der Altmarkkreis empfiehlt höchstens 30 Minuten [11].

Wert 6 · ErreichbarkeitImpact 4Plausibilität 4,5
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Wert

Betroffen ist der Zugang kleiner Kinder zu ihrer Schule und damit die Teilhabe von Familien im ländlichen Raum. Wegzeit ist Lebenszeit, und sie trifft Sechsjährige härter als Ältere. Diese Wirkung reicht über die einzelne Familie hinaus. Der Wert ist mittel.

Impact

Angesetzt sind rund 15 Grundschulen, die zwischen 2027 und 2031 an den neuen Mindestzahlen scheitern, mit im Mittel 70 Kindern, also rund 1.050 betroffenen Kindern [2][4]. Für sie verlängert sich der Weg um geschätzt 30 Minuten am Tag, bei 190 Schultagen also um rund 95 Stunden im Jahr. Bewertet mit rund 6 Euro je Stunde für Kind und begleitende Erwachsene sind das rund 570 Euro je Kind und rund 600.000 Euro im Jahr. Mit dem Anlauffaktor 0,6 bleiben rund 360.000 Euro. Betroffen sind Familien ohne Ausweichmöglichkeit im ländlichen Raum; mit einem Verteilungsgewicht von 1,3 ergibt das rund 470.000 Euro.

Plausibilität

Die Erreichbarkeitsdaten sind sauber erhoben: bundesweiter Mittelwert von 4,9 Minuten mit dem Auto, 49 Minuten zu Fuß, in ostdeutschen ländlichen Gegenden teils über 80 Minuten [10]. Der Landkreis Altmarkkreis Salzwedel setzt 30 Minuten als Obergrenze und einen Beförderungsanspruch ab zwei Kilometern [11]. Auch die Wirkung längerer Wege auf das Wohlbefinden von Kindern ist belegt, allerdings über ausländische Befunde [8]. Nicht belegt ist die Zahl der betroffenen Schulen; sie ist gesetzt, weil eine Vorausschau des Landes zur Wirkung der neuen Mindestzahlen fehlt [4]. Auch die Verordnung selbst nennt keine Minutenwerte für zumutbare Wege [2].

evidence_basis: Studie · P-ceiling 7

Der Ort behält seine Schule

11von 100

Eine Schule ist für einen Ort mehr als ein Gebäude. Die Auswertung der Friedrich-Ebert-Stiftung nennt als belegte Folgen von Schließungen sinkendes Vertrauen in kommunale Politik, Bevölkerungsverluste von 7,6 Prozentpunkten binnen sechs Jahren und sinkendes bürgerschaftliches Engagement [8].

Wert 6 · GemeindeentwicklungImpact 6Plausibilität 3
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Wert

Betroffen ist die Bindekraft eines Ortes, also ob junge Familien bleiben und sich einbringen. Wo die letzte Schule schließt, verliert eine Gemeinde ihren wichtigsten gemeinsamen Ort. Diese Systemwirkung reicht über die Schulkinder hinaus. Der Wert ist mittel.

Impact

Angesetzt sind dieselben rund 15 Orte wie im ersten Argument. Für sie bucht dieser Posten den Verlust an Bindekraft: weniger Zuzug junger Familien, weniger Engagement, geringeres Vertrauen in die kommunale Ebene [8]. Bewertet mit rund 130.000 Euro je Ort und Jahr ergibt das rund 2 Millionen Euro; mit dem Anlauffaktor 0,6 bleiben rund 1,2 Millionen Euro. Ein Verteilungsgewicht von 1,2 ist angesetzt, weil es überwiegend strukturschwache Gemeinden trifft. Der Wert je Ort ist gesetzt.

Plausibilität

Die Richtung ist mehrfach belegt, die Übertragung nicht. Die Befunde zu Vertrauensverlust und Wahlverhalten stammen aus Schweden und Dänemark, die zum Engagement aus Polen, die zum Bevölkerungsverlust aus Dänemark [8]. Eine österreichische Untersuchung von 14 Gemeinden über sieben Jahre findet zwar Abwanderung, sieht die Schulschließung aber ausdrücklich als Teil komplexerer Prozesse und nicht als deren isolierten Auslöser [9]. Für Deutschland fehlt eine vergleichbare Auswertung, obwohl der Anlass groß wäre: Allein zum Schuljahr 2000/2001 wurden 45 Standorte geschlossen, davon 38 Grundschulen [7]. Deshalb eine niedrige Sicherheit.

evidence_basis: Mehrere Präzedenzfälle · P-ceiling 5

Kein Schulwechsel mitten in der Grundschulzeit

4,8von 100

Ein Schulwechsel mitten in der Grundschulzeit kostet Lernzeit und Bindungen. Die Grundschulen des Landes verlieren ohnehin Kinder, zuletzt 1.332 oder 1,7 Prozent in einem Jahr [5]. Jahrgangsübergreifende Klassen erreichen dabei kognitiv vergleichbare Ergebnisse bei besserer sozialer Integration [8].

Wert 8 · BildungschancenImpact 2Plausibilität 3
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Wert

Betroffen sind Bildungschancen in den ersten Schuljahren, in denen Lesen, Schreiben und Rechnen gelegt werden. Verlorene Zeit in dieser Phase wirkt lange nach. Das wiegt schwerer als ein Geldbetrag. Der Wert liegt zwei Stufen über dem Mittel.

Impact

Von den rund 1.050 betroffenen Kindern wechselt ein Teil mitten in der Grundschulzeit die Schule; angesetzt ist die Hälfte, also rund 525 Kinder. Ein solcher Wechsel kostet nach Erfahrungswerten einige Wochen Lernzeit und Bindung an Lehrkräfte und Gruppe. Bewertet mit rund 1.300 Euro je Kind ergibt das rund 680.000 Euro; mit dem Anlauffaktor 0,6 bleiben rund 410.000 Euro. Mit einem Verteilungsgewicht von 1,2 sind es rund 490.000 Euro. Zum Vergleich: An Grundschulen lernen im Land 77.466 Kinder [5] an rund 493 Standorten [6].

Plausibilität

Hier ist wenig belegt. Dass ein Schulwechsel Lernzeit kostet, ist im Grundsatz unstrittig, aber für deutsche Grundschulen nicht beziffert. Der Wert je Kind ist gesetzt. Belegt ist die Gegenrichtung des häufigsten Einwands: Jahrgangsübergreifende Klassen, wie sie kleine Schulen brauchen, erreichen kognitiv vergleichbare Ergebnisse und integrieren sozial sogar besser [8]. Belegt ist auch der Rückgang der Grundschülerzahlen um 1,7 Prozent im Jahr [5] bei rund 493 Grundschulen [6]. Deshalb eine niedrige Sicherheit und ein kleiner Ansatz.

evidence_basis: Plausibilität · P-ceiling 5

Argumente — Contra

3 Argumente

Kleinstschulen können weniger anbieten

18von 100

Die Bildungsministerin begründete die Novelle damit, dass „Kleinstschulen mit einem Kollegium nicht in der Lage sind, ein vielfältiges Angebot vorzuhalten“ [4]. Bei Krankheit fehlt die Vertretung, bei Fachunterricht die Fachkraft. Die Grundschulen liegen mit 97,1 Prozent Unterrichtsversorgung allerdings am besten aller Schulformen [13].

Wert 8 · BildungschancenImpact 7,5Plausibilität 3
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Wert

Betroffen sind wieder Bildungschancen, diesmal mit umgekehrtem Vorzeichen und bei denselben Kindern. Es geht darum, ob eine sehr kleine Schule den Unterricht halten kann, den ein Kind braucht. Das wiegt dieselbe Größe wie der Nutzen der erhaltenen Nähe. Der Wert liegt zwei Stufen über dem Mittel.

Impact

Betroffen wären dieselben rund 1.050 Kinder, für die die Schule erhalten bliebe. Angesetzt ist, dass sie an einer sehr kleinen Schule etwas weniger Fachunterricht, weniger Vertretung und weniger Wahlangebote erhalten. Bewertet mit rund 2.400 Euro je Kind und Jahr, also rund einem Viertel der Ausgaben je Grundschulkind von 9.000 Euro [12], ergibt das rund 2,5 Millionen Euro; mit dem Anlauffaktor 0,6 bleiben rund 1,5 Millionen Euro. Ein Verteilungszuschlag ist nicht angesetzt. Der Ansatz ist gesetzt.

Plausibilität

Das Argument ist die tragende Begründung der Novelle [4], und es ist plausibel: Ein Kollegium von drei Personen kann weder alle Fächer abdecken noch Ausfälle auffangen. Belegt ist es nicht. Im Gegenteil weist die Auswertung der Friedrich-Ebert-Stiftung darauf hin, dass jahrgangsübergreifende Klassen kognitiv vergleichbare Ergebnisse erreichen und sozial besser integrieren [8]. Auch die Personallage spricht hier nicht gegen kleine Schulen: Grundschulen erreichen 97,1 Prozent Unterrichtsversorgung, deutlich mehr als Sekundarschulen mit 87 Prozent [13]. Bei rund 493 Grundschulen und einer mittleren Klassenfrequenz von 21,0 sind Kleinstschulen zudem die Ausnahme [6]. Deshalb eine niedrige Sicherheit.

evidence_basis: Plausibilität · P-ceiling 5

Die Demografie läuft weiter

12von 100

Die Grundschülerzahl fiel zuletzt um 1,7 Prozent in einem Jahr [5], und die Kultusministerkonferenz erwartet bis 2040 einen Rückgang um 16 Prozent mit Wendepunkt 2027 [8]. Eine Regel, die Schulen unabhängig von der Kinderzahl hält, verschiebt die Entscheidung, statt sie zu treffen.

Wert 6 · VersorgungsstrukturImpact 4,5Plausibilität 4,5
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Wert

Betroffen ist die Anpassungsfähigkeit des Schulnetzes an eine schrumpfende Schülerzahl. Wer Entscheidungen aufschiebt, trifft sie später unter schlechteren Bedingungen. Diese Systemwirkung reicht über den einzelnen Standort hinaus. Der Wert ist mittel.

Impact

Die Zahl der allgemeinbildenden Schulen sank von 1.742 im Jahr 1991/92 über 1.374 im Jahr 2000/01 auf 850 heute [6][5]. Allein zum Schuljahr 2000/2001 wurden 45 Standorte geschlossen, davon 38 Grundschulen [7]. Angesetzt ist, dass ein Aufschub der Anpassung Planungs- und Umstellungskosten in die Zukunft verlagert und dabei vergrößert, im Umfang von rund 1,5 Millionen Euro im Jahr. Mit dem Anlauffaktor 0,6 bleiben rund 0,9 Millionen Euro. Erschwerend wirkt die Altersstruktur der Lehrkräfte: 50,7 Prozent sind 50 Jahre oder älter, der höchste Wert aller Länder [14].

Plausibilität

Die demografische Grundlage ist belastbar. Der Rückgang der Grundschülerzahl um 1,7 Prozent im Jahr ist amtlich [5], die Erwartung von minus 16 Prozent bis 2040 stammt von der Kultusministerkonferenz [8], und die Zeitreihe der Schulzahlen ist lückenlos [6][7]. Auch die Altersstruktur der Lehrkräfte ist erhoben [14]. Nicht belegt ist, dass ein Aufschub die spätere Anpassung teurer macht; das ist eine Setzung. Gegen das Argument spricht, dass dieselbe Auswertung den Wendepunkt der Schülerzahl auf 2027 datiert [8]: Wer bis dahin Standorte hält, hält sie möglicherweise durch das Tal hindurch.

evidence_basis: Studie · P-ceiling 7

Höhere Kosten je Kind in einem Land mit dem kleinsten Bildungsetat

8,8von 100

Sachsen-Anhalt gibt 9.100 Euro je Schülerin und Schüler aus und ist damit Schlusslicht im Ländervergleich; der Bundesdurchschnitt liegt bei 10.500 Euro [12]. Kleine Schulen kosten je Kind mehr, weil Leitung, Gebäude und Verwaltung sich auf weniger Köpfe verteilen.

Wert 5 · Oeffentliche MittelImpact 5Plausibilität 3,5
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Wert

Betroffen sind öffentliche Mittel im engen Sinn, getragen von allen Steuerzahlern und ohne besondere Verteilungswirkung. Deshalb gilt der Normalmaßstab ohne Zuschlag. Der Wert ist der Normalmaßstab des Schemas.

Impact

Angesetzt ist ein Aufschlag von rund 1.600 Euro je Kind und Jahr gegenüber einer zusammengelegten Schule, bei rund 1.050 betroffenen Kindern also rund 1,7 Millionen Euro. Mit dem Anlauffaktor 0,6 bleiben rund 1 Million Euro. Der Aufschlag ist gesetzt, weil eine deutsche Erhebung dazu fehlt. Gegenzurechnen wäre die eingesparte Schülerbeförderung; eine landesweite Summe dafür war nicht auffindbar. Ein Verteilungszuschlag ist nicht angesetzt.

Plausibilität

Die Ausgangszahlen sind amtlich: 9.000 Euro je Grundschulkind bundesweit, 9.100 Euro je Kind in Sachsen-Anhalt über alle Schulformen und damit der niedrigste Wert aller Länder [12]. Der Mehrkostenaufschlag kleiner Schulen ist dagegen nirgends beziffert; die Auswertung der Friedrich-Ebert-Stiftung argumentiert sogar in die Gegenrichtung und hält die Nettoeinsparungen einer Schließung für gering, sobald Immobilienwertverluste, Beförderungskosten und indirekte Effekte eingerechnet werden [8]. Der Ansatz ist deshalb gesetzt und bewusst zurückhaltend.

evidence_basis: Plausibilität · P-ceiling 5

Summary

Der Vorschlag richtet sich gegen eine Regel, die derselbe Landtag gerade beschlossen hat. Am 12. Juni 2025 stimmten CDU, SPD und FDP gegen DIE LINKE und die Grünen für eine Schulgesetznovelle, die ab dem 1. August 2027 Mindestschülerzahlen für Anfangsklassen einführt: im ländlichen Raum 15 Kinder an Grundschulen [3][4]. Schon heute gelten Mindestgrößen von 60 Kindern und 15 in der Anfangsklasse [2]. Bemerkenswert ist, dass die tragende Begründung der neuen Regel schwächer belegt ist als ihre Kritik. Die Bildungsministerin sagt, Kleinstschulen könnten kein vielfältiges Angebot vorhalten [4]. Die beste verfügbare Auswertung findet dagegen, dass jahrgangsübergreifende Klassen kognitiv vergleichbare Ergebnisse erreichen und sozial sogar besser integrieren [8]. Auch die Personallage stützt den Einwand nicht: Grundschulen erreichen mit 97,1 Prozent die beste Unterrichtsversorgung aller Schulformen, Sekundarschulen nur 87 Prozent [13]. Für den Erhalt sprechen kurze Wege und die Bindekraft eines Ortes. Zu Fuß liegt der bundesweite Mittelwert zur nächsten Grundschule bei 49 Minuten, in ostdeutschen ländlichen Gegenden teils über 80 Minuten [10]; der Altmarkkreis Salzwedel empfiehlt höchstens 30 Minuten [11]. Die Auswertung der Friedrich-Ebert-Stiftung nennt als Folgen von Schließungen sinkendes Vertrauen in kommunale Politik, Bevölkerungsverluste von 7,6 Prozentpunkten binnen sechs Jahren und sinkendes bürgerschaftliches Engagement [8]. Drei Befunde arbeiten gegen den Vorschlag. Alle diese Belege stammen aus Schweden, Dänemark und Polen, und eine österreichische Untersuchung von 14 Gemeinden hält die Schließung ausdrücklich nicht für den isolierten Auslöser [8][9]. Wie viele Schulen überhaupt betroffen wären, hat niemand beziffert [4]. Und die Demografie wirkt weiter: Die Grundschülerzahl fiel zuletzt um 1,7 Prozent in einem Jahr [5], und die Zahl der Schulen ist seit 1991 von 1.742 auf 850 gefallen [6][5].

Ausblick — Wirkung über die Zeit

Ausgeglichen · 0,40
heute Δ −12,0 F1 — mit Dorfgrundschulen F0 — Baseline ohne Maßnahme +3 Jahre +5 Jahre Normalised Impact → F0 konstant als Referenz · F1 über/unter F0 = positive/negative Nettowirkung · Δ = Nettoscore Band = Erwartungsbereich — reicht es unter F0, ist auch eine negative Wirkung plausibel Kurvenform und Höhe illustrativ · y-Achse bewusst ohne Skala

Quellen

  1. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt: Kurzwahlprogramm zur Landtagswahl 2026, Kapitel „Gerechte Bildungschancen“, Stichpunkt „Dorfgrundschulen erhalten“. In der Fassung in Leichter Sprache heißt es „für gute Schulen, auch auf dem Land“. Eine Mindestgröße, ein Zeitpunkt und ein Weg der Umsetzung werden nicht genannt. gruene-lsa.de
  2. Verordnung zur Schulentwicklungsplanung Sachsen-Anhalt 2022: Mindestgrößen für Grundschulen: 60 Schülerinnen und Schüler, einzügig, 15 in der Anfangsklasse; in den Oberzentren Dessau-Roßlau, Halle und Magdeburg 120, zweizügig, 30, im Einzelfall herabsetzbar auf 80 und 20. Im Grundschulverbund gelten 80 am Haupt- und 40 am Teilstandort. Die Verordnung nennt keine Minutenwerte für zumutbare Schulwege, verlangt aber, dass Schulwege sich „nicht unzumutbar gestalten“. mb.sachsen-anhalt.de
  3. Landtag von Sachsen-Anhalt: Die Novelle des Schulgesetzes wurde am 12.06.2025 mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP gegen DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei Enthaltung der AfD beschlossen. landtag.sachsen-anhalt.de
  4. Radio Brocken: Die Schulgesetznovelle führt ab 1.8.2027 Mindestschülerzahlen für Anfangsklassen ein: 25 in Halle, Magdeburg und Dessau-Roßlau, im ländlichen Raum 15 an Grundschulen, 20 an Sekundar- und Gemeinschaftsschulen sowie 25 an Gesamtschulen und Gymnasien. Grundschulen müssen in den Städten zweizügig sein, im ländlichen Raum genügt Einzügigkeit. Schulverbünde sind künftig auch für andere Schulformen möglich. Die Bildungsministerin begründete die Novelle damit, dass „Kleinstschulen mit einem Kollegium nicht in der Lage sind, ein vielfältiges Angebot vorzuhalten“. radiobrocken.de
  5. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt: Schuljahr 2025/26: 211.854 Schülerinnen und Schüler an 850 allgemeinbildenden Schulen. An Grundschulen lernen 77.466 Kinder, 1.332 oder 1,7 Prozent weniger als im Vorjahr. statistik.sachsen-anhalt.de
  6. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bericht 6B101: Schuljahr 2023/24: 859 Schulen, davon 493 Grundschulen. Durchschnittliche Klassenfrequenz an Grundschulen 21,0. Die Zahl der allgemeinbildenden Schulen sank von 1.742 im Schuljahr 1991/92 über 1.374 im Jahr 2000/01 auf 859. statistik.sachsen-anhalt.de
  7. Ministerium für Bildung Sachsen-Anhalt: Zum Schuljahr 2000/2001 wurden 45 Schulstandorte geschlossen, davon 38 Grundschulen. Die Zahl der Grundschülerinnen und Grundschüler fiel von 90.872 auf 74.434, die Gesamtschülerzahl um 21.254 auf 310.148. presse.sachsen-anhalt.de
  8. Friedrich-Ebert-Stiftung, Keuper: Studie „Wenn die letzte Schule schließt“ vom Juni 2026: Die ostdeutschen Länder verloren zwischen 1995 und 2018 über 30 Prozent ihrer Schulen; die Kultusministerkonferenz erwartet bis 2040 einen Rückgang der Schülerzahl um 16 Prozent mit Wendepunkt 2027. Als belegte Folgen nennt die Studie sinkendes Vertrauen in kommunale Politik und höhere rechtspopulistische Wahlanteile nach schwedischen und dänischen Befunden, Bevölkerungsverluste von 7,6 Prozentpunkten binnen sechs Jahren nach dänischen Befunden, sinkendes bürgerschaftliches Engagement nach polnischen Befunden sowie negative Wirkungen längerer Wege auf das psychische Wohlbefinden von Kindern. Jahrgangsübergreifende Klassen erreichen kognitiv vergleichbare Ergebnisse bei besserer sozialer Integration. Die Nettoeinsparungen fallen gering aus, sobald Immobilienwertverluste, Beförderungskosten und indirekte Effekte eingerechnet werden. collections.fes.de
  9. Kroismayr, Hirzer und Bittner, 2016: Untersuchung von 14 österreichischen Gemeinden in fünf Regionen für die Jahre 2001 bis 2008 nach Schulschließungen: Es zeigen sich Bevölkerungsverluste vor allem durch Abwanderung, ohne dass die wirtschaftliche Lage die demografische Entwicklung unmittelbar spiegelt. Die Schulschließung wirkt danach als Teil komplexerer Prozesse und nicht als isolierter Auslöser. oeaw.ac.at
  10. Thünen-Institut: Erreichbarkeit von Regelschulen in Deutschland, bundesweites Raster: Der Median der Fahrzeit mit dem Pkw zur nächsten Grundschule liegt bei 4,9 Minuten; 91 Prozent der Bevölkerung erreichen eine Grundschule binnen 15 Minuten mit dem Fahrrad. Zu Fuß beträgt der bundesweite Median 49 Minuten, in ostdeutschen ländlichen Regionen teils über 80 Minuten. literatur.thuenen.de
  11. Altmarkkreis Salzwedel: Mittelfristige Schulentwicklungsplanung 2022/23 bis 2026/27: Als Empfehlung gelten maximale Schulwegzeiten von 30 Minuten zur Grundschule sowie je 60 Minuten zu Sekundarschule und Gymnasium. Ein Beförderungsanspruch besteht ab 2 Kilometern in der Primarstufe und ab 3 Kilometern in der Sekundarstufe. altmarkkreis-salzwedel.de
  12. Statistisches Bundesamt: Ausgaben je Schülerin und Schüler an öffentlichen Schulen 2024: bundesweit 10.500 Euro, an Grundschulen 9.000 Euro. Im Ländervergleich liegt Berlin mit 13.700 Euro an der Spitze; Sachsen-Anhalt bildet mit 9.100 Euro je Schülerin und Schüler das Schlusslicht. destatis.de
  13. Volksstimme: Schulstart 2026 in Sachsen-Anhalt: Die Unterrichtsversorgung liegt schulformübergreifend bei 93,7 Prozent gegenüber einem Zielwert von 103 Prozent. Nach Schulform erreichen Grundschulen 97,1 Prozent und Gymnasien 98 Prozent, Gemeinschaftsschulen 90,7 Prozent, Förderschulen 89,3 Prozent und Sekundarschulen 87 Prozent. volksstimme.de
  14. Statistisches Bundesamt: Altersstruktur der Lehrkräfte 2024/25: In Sachsen-Anhalt sind 50,7 Prozent der Lehrkräfte 50 Jahre oder älter, bundesweit 35,4 Prozent. destatis.de
Zuletzt geprüft von Claude Fable 5 · 24. August 2026 · 2× KI, noch nicht menschlich geprüft
  1. 24. August 2026KI-PrüfungClaude Fable 5keine Änderung nötig

    Prüfung gegen das Skill-Regelwerk (Prüfraster A1–H2): keine Korrektur angewendet. 3 Punkt(e) offen für das menschliche Review.

  2. 23. August 2026KI-PrüfungClaude (Anthropic)Erstbewertung

    Import aus dem Wahl-Workspace (archiv/wahlen-2026-source-2026-08/evaluations/gruene-lsa-dorfgrundschulen.json); Bewertung unverändert übernommen, Review-Status in der Quelle: draft.

Bewertungen entstehen KI-gestützt und werden turnusmäßig auf neue Entwicklungen geprüft; menschliche Durchgänge sind eigens ausgewiesen. Wie wir prüfen →

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