Regelbeförderung im Polizeivollzug

Fast jeder dritte Vollzugsbeamte arbeitet auf einem höherwertigen Dienstposten und wird nach dem alten Amt bezahlt. Die vorgeschlagene Lösung hat bundesweit kein Vorbild.

Land Sachsen-Anhalt Vorschlag auf Landesebene (Sachsen-Anhalt). Landesmaßnahmen erreichen im bundesweiten Maßstab kleinere Impact-Werte als Bundesmaßnahmen; der Maßstab dieser Seite ist entsprechend gesetzt. Hinzu kommt hier, dass die tragenden Bestandszahlen den Stichtag 1. Juli 2020 haben.

KI-Bewertung · noch ohne menschliche Prüfung

Diese Auswertung hat ein KI-Modell erstellt und belegt; ein menschlicher Prüfdurchgang steht noch aus. Zahlen und Einordnung können sich dabei noch ändern. Das Prüfprotokoll steht am Fuß der Seite. Wie geprüft wird →

Das Wahlprogramm des BSW fordert auf gedruckter Seite 67 die Einführung einer Regelbeförderung im Polizeivollzug, ergänzt durch beschleunigte Beförderung bei überdurchschnittlichen Leistungen [1]. Notwendig sei dafür eine Änderung des Landesbeamtengesetzes und der landeseigenen Beförderungsrichtlinien; spätestens nach Ablauf einer sechsmonatigen Probezeit müsse die Bezahlung der ausgeschriebenen Besoldungsstufe erfolgen [1]. Die AfD fordert auf Seite 107 f. eine Regelbeförderung vier Jahre nach der Einstellung nach A 8 und A 10 sowie eine Zulage nach 18 Monaten auf einem höherwertigen Dienstposten [2]. Bewertet ist die weiter reichende Fassung des BSW. Die sechsmonatige Frist wird hier als Erprobungszeit nach Paragraph 22 Absatz 2 Nummer 3 Landesbeamtengesetz gelesen [3]; das Programm sagt es nicht ausdrücklich, aber Wortwahl und Zusammenhang legen es nahe. Weder Termin noch Betrag noch Wartezeit in Jahren stehen im BSW-Text [1].

Bilanz

Schlechter für die Zukunft · 0,30
Pro 52 · 30 % Contra 120 · 70 %
Größenklasse: sehr klein Maßstab dieser Bewertung: Normalised Impact — einheitslos, auf dieses Thema kalibriert. Zum Vergleich: 1 Punkt entspricht hier rund 1 Mio. € pro Jahr. Wie wir bewerten →

Pro-Argumente

Contra-Argumente

8 Argumente bewertet · Scoring v1.3 Δ absolut −68

Argumente — Pro

3 Argumente

Fast jeder dritte Vollzugsbeamte wartet vergeblich

19von 100

Der Stau ist amtlich und groß. 1.856 von 6.046 Polizeivollzugsbeamten waren beförderungsreif und wurden nicht befördert, also 30,7 Prozent [9]. In der Besoldungsgruppe A 8 waren es 74,5 Prozent, in A 10 45,9 Prozent [9]. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter beschreibt die Folge als hohe Willkür im Führungssystem, weil die tatsächliche Leistung nur eine untergeordnete Rolle spiele [13].

Wert 6 · ArbeitsbedingungenImpact 7,2Plausibilität 4,5
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Wert

Bewertet ist die wahrgenommene Verfahrensgerechtigkeit in einer Behörde mit rund 6.000 Beschäftigten. Das ist eine Systemwirkung auf Motivation und Bindung.

Impact

Angesetzt sind 12 Mio Euro im Jahr, Band 0 bis 30 Mio. Der Wert steht für die Wirkung auf Motivation und Bindung bei rund 6.046 Vollzugsbeamten, die über die reine Nachzahlung hinausgeht [9]. Mit dem Zurechnungsanteil von 0,5 bleiben 6 Mio Euro, mit einem Gewicht von 1,2 der Wert 0,0072. Der Posten ist bewusst gesetzt, weil keine Studie die Größe dieser Wirkung misst.

Plausibilität

Die Übersichtsarbeit zur Fluktuation in Polizeibehörden findet, dass als gerecht wahrgenommene Beförderungsentscheidungen mit Vertrauen und Zufriedenheit zusammenhängen [19]. Es handelt sich um Korrelationen aus überwiegend US-amerikanischen Querschnittsdaten in einem erzählenden Überblick, und die Arbeit hält selbst fest, dass mehr Forschung nötig sei [19]. Eine Untersuchung zur Wirkung eines Regelbeförderungssystems existiert nirgends. Deshalb 4,5 bei einer Obergrenze von 5,0.

evidence_basis: Studie · P-ceiling 5

Wer den höherwertigen Posten macht, wird auch danach bezahlt

19von 100

Beförderungsreif heißt in Sachsen-Anhalt amtlich: Der Beamte nimmt einen höherwertigen Dienstposten wahr und hat sich in der Erprobungszeit bewährt [9]. Am Stichtag 1. Juli 2020 traf das auf 1.856 Polizeivollzugsbeamte zu [9]. Sie leisten die Arbeit des höheren Amtes und werden nach dem alten bezahlt. Genau diese Lücke schließt die Forderung [1].

Wert 6 · HaushaltsbudgetImpact 5,7Plausibilität 5,5
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Wert

Bewertet ist die Besoldung einer abgegrenzten Beschäftigtengruppe im mittleren und gehobenen Dienst. Das ist eine Systemwirkung auf Einkommen und liegt unter Existenzsicherung.

Impact

Die Landesregierung hat die Mehrkosten aller möglichen Beförderungen zum Stichtag mit rund 13,9 Mio Euro beziffert; für den Polizeivollzug allein ergeben die amtlichen Kostensätze 6,47 Mio Euro in Preisen von 2020 [9]. Fortgeschrieben auf die Besoldungstabelle 2026 sind das rund 8,2 Mio Euro, mit Versorgungsaufwand rund 10,4 Mio [16]. Der Zurechnungsanteil ist mit 0,5 gesetzt. Bleiben 5,2 Mio Euro, mit einem Gewicht von 1,1 der Wert 0,0057.

Plausibilität

Bestand und Beförderungsreife sind amtlich erhoben und nach Besoldungsgruppen aufgeschlüsselt [9]. Die Kostensätze stammen aus dem Beförderungskonzept der Landesregierung selbst [9]. Die Besoldungsdifferenzen sind der geltenden Tabelle entnommen [16]. Zwei Unsicherheiten bleiben: Die Bestandszahlen haben Stichtag 2020, und die Fortschreibung auf 2026 ist abgeleitet. Deshalb 5,5 bei einer Obergrenze von 6,0.

evidence_basis: Projektion · P-ceiling 6

Der billigste Hebel liegt beim Land selbst

14von 100

Das Gesetz sieht ein Jahr Wartezeit zwischen zwei Beförderungen vor [3]. In der Praxis gelten zwei Jahre, und zwar aufgrund eines Kabinettsbeschlusses vom 12. Dezember 1995 [7][9]. Die Landesregierung führt diesen Beschluss selbst als Grund an, warum der Stau nicht abgebaut werden könne [10]. Ein Kabinettsbeschluss ist kein Gesetz und lässt sich ohne Gesetzgebungsverfahren aufheben.

Wert 6 · VerwaltungsqualitätImpact 4Plausibilität 6
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Wert

Bewertet ist die Beseitigung eines selbst gesetzten Verwaltungshindernisses. Das ist eine Systemwirkung auf die Personalverwaltung und kein einzelner Zahlungsstrom.

Impact

Angesetzt sind 8 Mio Euro im Jahr, Band 0 bis 20 Mio. Der Wert steht für den Teil des Staus, der ohne Rechtsänderung auflösbar wäre. Mit dem Zurechnungsanteil von 0,5 bleiben 4 Mio Euro. Zur Einordnung: Landesweit standen 5,0 Mio Euro im Jahr für Beförderungen bereit, gegenüber einem ausgewiesenen Bedarf von 13,9 Mio, also eine Deckung von 36 Prozent [9].

Plausibilität

Der Kabinettsbeschluss ist in zwei amtlichen Dokumenten belegt [7][9] und vom Oberverwaltungsgericht zweimal gebilligt worden [7]. Dass die Landesregierung ihn als Hinderungsgrund anführt, ist dokumentiert [10]. Die Budgetzahlen stammen aus der Antwort der Landesregierung [9]. Offen bleibt, wie viele Beförderungen die Aufhebung tatsächlich freisetzen würde, weil die Planstellen davon unberührt bleiben. Deshalb 6,0.

evidence_basis: Mehrere Präzedenzfälle · P-ceiling 8,5

Argumente — Contra

5 Argumente · Top 3 angezeigt

Für Beförderungsämter gilt ausschließlich der Leistungsgrundsatz

39von 100

Das Bundesverwaltungsgericht hat 2004 in einem Polizeifall entschieden: Für die Besetzung von Beförderungsämtern einer Laufbahn gilt ausschließlich der Leistungsgrundsatz nach Artikel 33 Absatz 2 Grundgesetz [5]. Ein Anspruch allein aus Zeitablauf ersetzt dieses Kriterium durch das Dienstalter. Die AfD fordert genau das, nämlich Beförderung vier Jahre nach der Einstellung, ohne jede Leistungskomponente [2].

Wert 6 · VerwaltungsqualitätImpact 10Plausibilität 6,5
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Wert

Bewertet ist die rechtliche Tragfähigkeit der vorgeschlagenen Form. Das ist eine Systemwirkung auf die Umsetzbarkeit und kein einzelner Zahlungsstrom.

Impact

Angesetzt sind 20 Mio Euro im Jahr, Band 5 bis 40 Mio. Der Wert steht für die versprochene Wirkung, die an der Rechtsform scheitert, und liegt deshalb über dem Zahlungsstrom selbst. Mit dem Zurechnungsanteil von 0,5 bleiben 10 Mio Euro. Der Posten ist der größte der Seite, weil die Rechtsfrage über beide Träger und über alle Pro-Argumente zugleich entscheidet.

Plausibilität

Das Urteil ist höchstrichterlich, betrifft einen Polizeiobermeister und ist damit unmittelbar einschlägig [5]. Ein Verwaltungsgericht hat den Gedanken für Soldaten fortgeschrieben [8]. Gegenläufig wirkt der zweite Leitsatz desselben Urteils: Auch ein Mindestdienstalter als Voraussetzung verstößt gegen Artikel 33 Absatz 2 [5]. Ein tragfähiges Modell existiert zudem: Der Bund Deutscher Kriminalbeamter schlägt sieben Jahre mit einer Leistungskomponente in beide Richtungen vor [13]. Deshalb 6,5.

evidence_basis: Mehrere Präzedenzfälle · P-ceiling 8,5

Kein Land hat das, und Sachsen-Anhalt hatte es schon einmal

29von 100

Kein Bundesland hat eine gesetzliche Regelbeförderung für den Polizeivollzug. Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen und der Bund kennen Beförderungsrichtlinien und Stehzeiten als Hindernis, aber keinen zeitgebundenen Anspruch [22]. Schwerer wiegt der Landesbefund: Sachsen-Anhalt hatte eine Ausgleichszahlung für höherwertige Dienstposten und hat sie 2008 abgeschafft, nachdem zwei Klagen von Beschäftigten des Landeskriminalamts erfolgreich waren [12].

Wert 6 · VerwaltungsqualitätImpact 8Plausibilität 6
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Wert

Bewertet ist das Umsetzungsrisiko einer Maßnahme ohne Vorbild. Das ist eine Systemwirkung auf die Handlungsfähigkeit und kein einzelner Zahlungsstrom.

Impact

Angesetzt sind 16 Mio Euro im Jahr, Band 4 bis 35 Mio. Der Wert steht für das Umsetzungsrisiko, das aus dem Fehlen jedes Vorbilds und aus der dokumentierten Gegenhandlung des Landes folgt. Mit dem Zurechnungsanteil von 0,5 bleiben 8 Mio Euro. Der Posten überschneidet sich mit con-2 und ist deshalb kleiner angesetzt.

Plausibilität

Dass Paragraph 46 Bundesbesoldungsgesetz weggefallen ist, lässt sich unmittelbar nachlesen [17]; die AfD kennzeichnet ihn selbst als damalige Regelung [2]. Die Abschaffung des Landesäquivalents 2008 ist von der Polizeigewerkschaft zweimal berichtet [12], allerdings nicht aus einer amtlichen Quelle belegt. Der Ländervergleich beruht auf einer Suche ohne Fundstelle und ist damit ein Negativbefund. Deshalb 6,0.

evidence_basis: Mehrere Präzedenzfälle · P-ceiling 8,5

An Bewerbern fehlt es nicht

25von 100

Das Programm schließt mit dem Satz, nur so lasse sich der Polizeiberuf attraktiv halten und Nachwuchs gewinnen [1]. An Bewerbern fehlt es aber nicht. 2025 gab es rund 2.826 Bewerbungen auf 450 Plätze, also mehr als sechs je Platz [15]. Eingestellt wurden 373. Als Hauptursache nennt die Gewerkschaft der Polizei die Abbrecherquote von rund 26 Prozent in Ausbildung und Studium sowie Altersabgänge [15].

Wert 6 · VerwaltungsqualitätImpact 7Plausibilität 6
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Wert

Bewertet ist die Passung des Instruments zum benannten Engpass. Das betrifft die Wirksamkeit des Mitteleinsatzes und liegt über einem reinen Geldbetrag.

Impact

Angesetzt sind 14 Mio Euro im Jahr, Band 3 bis 30 Mio. Der Wert steht für den Teil der versprochenen Wirkung, der an der falschen Stelle ansetzt. Mit dem Zurechnungsanteil von 0,5 bleiben 7 Mio Euro. Eine Regel, die frühestens vier Jahre nach Berufseintritt greift, erreicht Prüfungsdurchfälle im ersten Ausbildungsjahr nicht.

Plausibilität

Bewerberzahl, Einstellungszahl und Abbrecherquote stammen aus der Gewerkschaftsmitteilung und werden dort ausdrücklich als Ursachenkette dargestellt [15]. Die Übersichtsarbeit ordnet Beförderung dem Feld Bindung zu und nicht der Gewinnung [19]. Einschränkend gilt: Eine bessere Beförderungsperspektive kann Abgänge im Bestand verhindern, und dazu fehlen für Sachsen-Anhalt alle Zahlen. Deshalb 6,0.

evidence_basis: Mehrere Präzedenzfälle · P-ceiling 8,5

Ein dauerhafter Personalkostensockel von rund 10 Millionen Euro

14von 100

Die Forderung erhöht den Personalkostensockel dauerhaft. Für alle 1.856 beförderungsreifen Vollzugsbeamten ergeben die amtlichen Kostensätze 6,47 Mio Euro in Preisen von 2020 [9], fortgeschrieben rund 8,2 Mio Euro und mit Versorgungsaufwand rund 10,4 Mio [16]. Das ist das 4,4-fache des gesamten Jahresbudgets, das dem Innenministerium für Beförderungen zur Verfügung steht [9].

Wert 5 · StaatsfinanzenImpact 5,2Plausibilität 5,5
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Wert

Bewertet ist ein Zahlungsstrom des Landeshaushalts ohne besondere Zweckbindung. Das entspricht der Grundstufe eines Geldbetrags.

Impact

10,4 Mio Euro im Jahr, mit dem Zurechnungsanteil von 0,5 also 5,2 Mio Euro. Der Posten ist das Zahlbein zu pro-1 und wird brutto gegengebucht. Er wirkt fortlaufend, weil ständig neue Beamte die Sechsmonatsschwelle überschreiten, und er wirkt über die Versorgung jahrzehntelang nach. Gemessen am Landeshaushalt von 15,6 Mrd Euro sind es 0,05 Prozent [23].

Plausibilität

Kostensätze und Bedarf stammen aus der Antwort der Landesregierung [9], die Besoldungsdifferenzen aus der geltenden Tabelle [16]. Der Versorgungsaufschlag von 25 bis 30 Prozent ist eine gängige Größenordnung und eine Annahme. Die Bestandszahlen haben Stichtag 2020, während der Vollzugsbestand seither gewachsen ist; die Rechnung unterschätzt die Kosten eher. Deshalb 5,5, derselbe Wert wie auf der Empfangsseite.

evidence_basis: Projektion · P-ceiling 6

Gebündelte Dienstposten laufen an der Regel vorbei

14von 100

Im Zuge der letzten Polizeistrukturreform entstanden Bündelungsdienstposten der Bewertung A 9 bis A 11 [11]. Ein gebündelt bewerteter Dienstposten ist auch mit der niedrigsten Stufe amtsangemessen besetzt und begründet deshalb keine Beförderungsreife. Die Polizeigewerkschaft beschreibt den Fall so: Polizeikommissare in A 9 üben über Jahre die Tätigkeit eines A-11-Dienstpostens aus, ohne einen Anspruch zu haben [11].

Wert 6 · VerwaltungsqualitätImpact 5Plausibilität 4,5
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Wert

Bewertet ist die Reichweite der vorgeschlagenen Regel. Das ist eine Systemwirkung auf die Treffsicherheit und kein einzelner Zahlungsstrom.

Impact

Angesetzt sind 10 Mio Euro im Jahr, Band 2 bis 25 Mio. Der Wert steht für die Beamten, die faktisch höherwertig arbeiten und von der Regel dennoch nicht erfasst würden. Mit dem Zurechnungsanteil von 0,5 bleiben 5 Mio Euro. Eine Zahl der Bündelungsdienstposten in Sachsen-Anhalt liegt nicht vor; der Posten ist deshalb gesetzt.

Plausibilität

Die Beschreibung stammt von der zuständigen Gewerkschaft [11], und das Bundesverwaltungsgericht hat die zugrundeliegende Topfwirtschaft ausdrücklich als Problem der haushaltsrechtlichen Voraussetzungen benannt [6]. Was fehlt, ist jede Zahl: Weder die Menge der Bündelungsdienstposten noch die Zahl der davon betroffenen Beamten ist öffentlich. Keines der beiden Programme erwähnt den Punkt. Deshalb 4,5.

evidence_basis: Einzelner Präzedenzfall · P-ceiling 7

Summary

Die Ausgangslage ist amtlich und deutlich. Am Stichtag 1. Juli 2020 waren 1.856 von 6.046 Polizeivollzugsbeamten beförderungsreif und wurden nicht befördert, also 30,7 Prozent [9]. Beförderungsreif heißt in der amtlichen Definition: Der Beamte nimmt einen höherwertigen Dienstposten wahr und hat sich in der Erprobungszeit bewährt [9]. In der Besoldungsgruppe A 8 traf das auf 74,5 Prozent zu, in A 10 auf 45,9 Prozent [9]. Der Polizeivollzug trug 92,8 Prozent des gesamten Staus im Innenressort [9]. Der Stau ist eine Haushaltsentscheidung. Die Landesregierung hat den Bedarf zur Vornahme aller möglichen Beförderungen mit rund 13,9 Mio Euro beziffert, bereitgestellt waren landesweit 5,0 Mio Euro im Jahr [9]. Das ist eine Deckung von 36 Prozent. Hinzu kommt eine zweite, selbst gesetzte Bremse: Das Gesetz sieht ein Jahr Wartezeit zwischen zwei Beförderungen vor, die Praxis verlangt zwei, und zwar aufgrund eines Kabinettsbeschlusses vom 12. Dezember 1995 [3][7]. Die Landesregierung führt diesen Beschluss selbst als Grund an, warum der Stau nicht abgebaut werden könne [10]. Aufheben könnte sie ihn ohne Gesetzgebungsverfahren. Keine der beiden Parteien benennt diesen Hebel. Die vorgeschlagene Form trifft auf einen Verfassungsgrundsatz. Das Bundesverwaltungsgericht hat am 28. Oktober 2004 in einem Polizeifall entschieden: Für die Besetzung von Beförderungsämtern einer Laufbahn gilt ausschließlich der Leistungsgrundsatz nach Artikel 33 Absatz 2 Grundgesetz [5]. Ein Anspruch allein aus Zeitablauf ersetzt dieses Kriterium durch das Dienstalter. Die AfD-Formulierung, Beförderung vier Jahre nach der Einstellung, enthält gar keine Leistungskomponente [2]; das BSW nennt eine Verkürzung bei überdurchschnittlichen Leistungen, aber keine Verlängerung nach unten [1]. Ein tragfähiges Modell liegt seit dem 19. März 2025 vor: Der Bund Deutscher Kriminalbeamter schlägt sieben Jahre bis A 8 beziehungsweise A 10 vor, mit einer Leistungskomponente von plus oder minus einem Jahr [13]. Keine der beiden Parteien greift ihn auf, und beide setzen kürzere Fristen als der Verband selbst. Zwei weitere Befunde begrenzen die Reichweite. Erstens: Sachsen-Anhalt hatte bis 2008 eine an das Bundesrecht angelehnte Ausgleichszahlung für höherwertige Dienstposten und hat sie abgeschafft, nachdem zwei Klagen von Beschäftigten des Landeskriminalamts erfolgreich waren [12]. Die AfD fordert also die Rückabwicklung einer bewussten Landesentscheidung. Zweitens: Bei Bündelungsdienstposten der Bewertung A 9 bis A 11 entsteht keine Beförderungsreife, weil sie auch mit der niedrigsten Stufe amtsangemessen besetzt sind [11]. Genau dort sitzt ein Teil des Problems, und keines der beiden Programme erwähnt es. Die Begründung mit dem Nachwuchs trägt nicht. 2025 gab es rund 2.826 Bewerbungen auf 450 Plätze, also mehr als sechs je Platz [15]. Eingestellt wurden 373. Die Gewerkschaft der Polizei nennt als Hauptursache die Abbrecherquote von rund 26 Prozent in Ausbildung und Studium sowie Altersabgänge [15]. Eine Regel, die frühestens vier Jahre nach Berufseintritt greift, erreicht Prüfungsdurchfälle im ersten Ausbildungsjahr nicht. Die bessere Begründung liefert der Bund Deutscher Kriminalbeamter selbst: Es geht um Willkür im Beförderungsverfahren, und dieser Zusammenhang ist in der Forschung zur Bindung von Polizeibeschäftigten wenigstens korrelativ belegt [13][19].

Ausblick — Wirkung über die Zeit

Schlechter für die Zukunft · 0,30
heute Δ −68,0 F1 — mit Polizei-Beförderung F0 — Baseline ohne Maßnahme +3 Jahre +5 Jahre Normalised Impact → F0 konstant als Referenz · F1 über/unter F0 = positive/negative Nettowirkung · Δ = Nettoscore Band = Erwartungsbereich — reicht es unter F0, ist auch eine negative Wirkung plausibel Kurvenform und Höhe illustrativ · y-Achse bewusst ohne Skala

Quellen

  1. BSW Sachsen-Anhalt: Wahlprogramm zur Landtagswahl, beschlossen am 7. März 2026, gedruckte Seite 67. st.bsw-vg.de
  2. AfD Sachsen-Anhalt: Regierungsprogramm 2026 DAS LAND ZUERST, Seiten 107 f.. afd-lsa.de
  3. Land Sachsen-Anhalt: Landesbeamtengesetz Sachsen-Anhalt, Paragraphen 20, 21 und 22. sikosa-beratung.de
  4. Bundesministerium der Justiz: Paragraph 9 Beamtenstatusgesetz, Kriterien der Ernennung. gesetze-im-internet.de
  5. Bundesverwaltungsgericht: Urteil vom 28. Oktober 2004, Aktenzeichen 2 C 23.03, Polizeiobermeister Schleswig-Holstein. bverwg.de
  6. Bundesverwaltungsgericht: Urteil vom 25. September 2014, Aktenzeichen 2 C 19.13, haushaltsrechtliche Beförderungsvoraussetzungen. bverwg.de
  7. Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt: Beschluss vom 25. Juli 2022, Aktenzeichen 1 M 79/22, Wartezeit von zwei Jahren. michaelbertling.de
  8. Verwaltungsgericht Würzburg: Beschluss vom 4. Mai 2022, Aktenzeichen W 1 E 22.640, Mindestdienstzeit und Leistungsprinzip. lexika.de
  9. Landtag von Sachsen-Anhalt: Drucksache 7/6562 vom 3. September 2020, Antwort auf die Kleine Anfrage KA 7/3922, Stichtag 1. Juli 2020. dpolg-lsa.de
  10. Deutsche Polizeigewerkschaft Sachsen-Anhalt: Beförderungsstau innerhalb der Polizei des Landes Sachsen-Anhalt. dpolg-lsa.de
  11. Deutsche Polizeigewerkschaft Sachsen-Anhalt: Die Problematik der Bündelungsdienstposten A9 bis A11. dpolg-lsa.de
  12. Deutsche Polizeigewerkschaft Sachsen-Anhalt: Position zur Besoldungsstruktur, Abschaffung der Ausgleichszahlung 2008. dpolg-lsa.de
  13. Bund Deutscher Kriminalbeamter, Landesverband Sachsen-Anhalt: Modellvorschlag Regelbeförderung für Polizeibeamte im Land Sachsen-Anhalt, 19. März 2025. bdk.de
  14. Gewerkschaft der Polizei, Landesbezirk Sachsen-Anhalt: Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit, 9. Oktober 2025. gdp.de
  15. oeffentlicher-dienst.info: Besoldungstabelle Sachsen-Anhalt, gültig 1. April 2026 bis 28. Februar 2027. oeffentlicher-dienst.info
  16. Bundesministerium der Justiz: Paragraph 46 Bundesbesoldungsgesetz, weggefallen. gesetze-im-internet.de
  17. Hoogesteyn, Hofer, Taniguchi und Rineer: Addressing Police Turnover, RTI Press Occasional Paper No. OP-0096-2503, 2025. rti.org
  18. SPD Sachsen-Anhalt: Wahlprogramm 2026, Seite 29. spdsachsenanhalt.de
  19. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt: Programm zur Landtagswahl 2026, gedruckte Seite 36. gruene-lsa.de
  20. Deutsche Polizeigewerkschaft Sachsen-Anhalt: Fragen der DPolG, die Antworten der Landespolitik, 23. Oktober 2022. dpolg-lsa.de
  21. Landtag von Sachsen-Anhalt: Sachsen-Anhalt hat neuen Doppelhaushalt 2025/2026. landtag.sachsen-anhalt.de
Zuletzt geprüft von Claude Fable 5 · 24. August 2026 · 2× KI, noch nicht menschlich geprüft
  1. 24. August 2026KI-PrüfungClaude Fable 5keine Änderung nötig

    Prüfung gegen das Skill-Regelwerk (Prüfraster A1–H2): keine Korrektur angewendet. 5 Punkt(e) offen für das menschliche Review.

  2. 23. August 2026KI-PrüfungClaude (Anthropic)Erstbewertung

    Import aus dem Wahl-Workspace (archiv/wahlen-2026-source-2026-08/evaluations/bsw-lsa-regelbefoerderung-polizei.json); Bewertung unverändert übernommen, Review-Status in der Quelle: draft.

Bewertungen entstehen KI-gestützt und werden turnusmäßig auf neue Entwicklungen geprüft; menschliche Durchgänge sind eigens ausgewiesen. Wie wir prüfen →

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