Taser für alle Polizisten

Die Landespolizei soll flächendeckend mit Distanz-Elektroimpulsgeräten ausgestattet werden. Der Landtag hat die Rechtsgrundlage dafür bereits im März 2026 beschlossen.

Land Sachsen-Anhalt Vorschlag auf Landesebene (Sachsen-Anhalt). Landesmaßnahmen erreichen im bundesweiten Maßstab kleinere Impact-Werte als Bundesmaßnahmen; der Maßstab dieser Seite ist entsprechend gesetzt.

KI-Bewertung · noch ohne menschliche Prüfung

Diese Auswertung hat ein KI-Modell erstellt und belegt; ein menschlicher Prüfdurchgang steht noch aus. Zahlen und Einordnung können sich dabei noch ändern. Das Prüfprotokoll steht am Fuß der Seite. Wie geprüft wird →

Die CDU will alle Polizisten in Sachsen-Anhalt mit Distanz-Elektroimpulsgeräten ausstatten. Das ist die erste Bullet des Regierungsprogramms [2] und steht auch im Kurzwahlprogramm [1]. Der Landtag hat die Rechtsgrundlage am 5. März 2026 geschaffen und die Geräte in den Waffenkatalog aufgenommen, ausdrücklich nicht als Schusswaffe; die Erprobung läuft 2026 [5]. Das Land besitzt derzeit vier Geräte beim Spezialeinsatzkommando [4]. Eine Stückzahl, ein Zeitrahmen und ein Betrag stehen in keinem der beiden Programmdokumente. Bewertet wird die Wahlperiode 2026 bis 2031.

Bilanz

Schlechter für die Zukunft · 0,28
Pro 31 · 28 % Contra 77 · 72 %
Größenklasse: sehr klein Maßstab dieser Bewertung: Normalised Impact — einheitslos, auf dieses Thema kalibriert. Zum Vergleich: 1 Punkt entspricht hier rund 500 Tsd. € pro Jahr. Wie wir bewerten →

Pro-Argumente

Contra-Argumente

6 Argumente bewertet · Scoring v1.3 Δ absolut −46

Argumente — Pro

2 Argumente

Weniger Verletzungen bei Widerstands- und Angriffslagen

21von 100

Wer eine Lage aus der Distanz beenden kann, muss nicht ringen. Die größte Beobachtungsstudie findet nach der Einführung deutlich weniger Verletzungen bei Beamten und Betroffenen. In Sachsen-Anhalt wurden 2025 2.220 Vollzugsbeamte Opfer von Gewalt, 13,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Wert 10 · Leben & GesundheitImpact 6Plausibilität 3,5
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Wert

Betroffen ist die körperliche Unversehrtheit von Menschen in einer Zwangslage, auf beiden Seiten. Es geht um Prellungen, Brüche, Bänderrisse und im Grenzfall um schwerere Folgen. Gesundheit wiegt schwerer als jeder Geldstrom und schwerer als jede Frage der Ausstattung oder der Verwaltung, weil sie sich nicht ersetzen lässt. Der Wert ist der höchste des gesamten Wertekatalogs.

Impact

Grundmenge sind die 1.050 Widerstandshandlungen und ein Teil der Lagen hinter den 2.220 verletzten oder angegriffenen Beamten [16]. Angesetzt sind rund 1.500 zwangsrelevante Einsätze im Jahr. Verletzungen treten in etwa einem Drittel davon auf, ganz überwiegend leichte, auf beiden Seiten zusammen also grob 700 Leichtverletzte und 60 Schwerverletzte. Bewertet nach den amtlichen Personenschadenkosten mit 6.603 Euro je Leichtverletztem und 149.147 Euro je Schwerverletztem [17] ergibt das eine Verletzungslast von rund 13,6 Millionen Euro im Jahr. Ein Gerät steht realistisch in der Hälfte dieser Lagen zur Verfügung. Dort sinkt die Verletzungswahrscheinlichkeit nach der größten vorliegenden Untersuchung um rund ein Viertel [12]. Das ergibt rund 1,7 Millionen Euro. Hinzu kommt der Teil der Lagen, in dem ein Schusswaffengebrauch entfällt, angesetzt mit rund 1,3 Millionen Euro. Zusammen rund drei Millionen Euro im Jahr. Der Wert ist klein, weil die Grundmenge klein ist.

Plausibilität

Hier stehen sich zwei Untersuchungen mit entgegengesetztem Ergebnis gegenüber, und das bestimmt die gesamte Bewertung. Für das Argument spricht eine große Auswertung von 24.380 Fällen aus zwölf Behörden. Sie findet eine deutlich geringere Verletzungswahrscheinlichkeit bei Bürgern und Beamten, und in zwei Behörden gingen die monatlichen Verletzungen nach der Einführung um 25 bis 62 Prozent zurück [12]. Gegen das Argument spricht der einzige kontrollierte Versuch des Feldes, und er zeigt in die andere Richtung [11]. Beobachtungsstudien haben hier ein bekanntes Problem: Wo ein Gerät eingesetzt wird, war die Lage oft anders als dort, wo keines eingesetzt wurde. Die britische Fachaufsicht nennt in ihrer Handlungsanweisung keine einzige Wirksamkeitszahl und führt stattdessen Risiken auf [13]. Bei dieser Lage bleibt die Sicherheit niedrig.

evidence_basis: Studie · P-ceiling 5

Eine Handlungsoption, die 84 Prozent der Beamten wollen

9,6von 100

Zwischen Pfefferspray und Schusswaffe klafft eine Lücke. Eine Umfrage unter rund 2.400 Bediensteten ergab 84 Prozent Zustimmung. Ob ein Ausrüstungsstück den Krankenstand oder die Abbrecherquote senkt, hat allerdings niemand untersucht.

Wert 6 · ArbeitsbedingungenImpact 4Plausibilität 4
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Wert

Betroffen sind die Arbeitsbedingungen einer Behörde, die ihre eigene Sollstärke nicht erreicht. Wenn Beamte den Dienst als sicherer erleben, wirkt das über den einzelnen Menschen hinaus auf Krankenstand, Verbleib im Beruf und die Fähigkeit der Polizei, ihre Aufgaben zu erfüllen. Das ist eine Systemwirkung und wiegt mehr als ein reiner Geldbetrag, aber weniger als die körperliche Unversehrtheit selbst. Der Wert ist mittel.

Impact

Bei rund 6.500 Vollzugsbeamten [28] und Vollkosten von rund 78.000 Euro je Stelle [25] entspricht ein Prozentpunkt weniger Fluktuation oder Krankenstand rund fünf Millionen Euro an Ausbildungs- und Ersatzkosten. Der Bedarf ist da: Die Landespolizei stellte 2025 nur 373 statt der geplanten 450 Kräfte ein und verliert rund 26 Prozent der Auszubildenden [23], während die Zahl der Gewaltopfer im Dienst um 13,4 Prozent stieg [16]. Angesetzt ist ein Effekt von rund 0,4 Prozentpunkten, also rund zwei Millionen Euro im Jahr. Der Ansatz ist bewusst klein gehalten. Ein Ausrüstungsstück ist einer von vielen Gründen, aus denen Beamte bleiben oder gehen, und die anderen wiegen schwerer.

Plausibilität

Die Zustimmung ist belegt: rund 2.400 Teilnehmer, 84 Prozent dafür [6]. Belegt ist auch die Belastung, mit 13,4 Prozent mehr Gewaltopfern im Vollzugsdienst [16] und einem deutlich verfehlten Einstellungsziel [23]. Was fehlt, ist die Kette dazwischen. Es gibt keine Untersuchung, die zeigt, dass die Ausstattung mit einem Distanzgerät den Krankenstand oder die Abbrecherquote senkt, und auch keine, die es widerlegt. Ein Befund weist sogar in die Gegenrichtung: Wenn die Anwesenheit des Geräts die Zahl der Auseinandersetzungen erhöht, wie der kontrollierte Versuch nahelegt [11], steigt die Belastung eher, als dass sie fällt. Die Sicherheit ist niedrig bis mittel.

evidence_basis: Plausibilität · P-ceiling 5

Argumente — Contra

4 Argumente · Top 3 angezeigt

Beschaffung und Schulung für eine Ausstattung, die es nirgends gibt

28von 100

Ein Gerät kostet im Vollpaket 4.500 bis 7.250 Euro. Das Programm verspricht die Ausstattung aller Polizisten, was rund 6.500 Geräte und 29 bis 47 Millionen Euro bedeutete. Kein Bundesland macht das: Nordrhein-Westfalen hält bei 42.000 Beamten rund 1.360 Geräte vor.

Wert 5 · StaatsfinanzenImpact 9,4Plausibilität 6
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Wert

Betroffen ist der Landeshaushalt, also ein Geldstrom ohne besondere Verteilungswirkung. Er wird von allen Steuerzahlern getragen und berührt keine Schwelle, an der ein Euro über Teilhabe oder Existenz entscheidet. Deshalb gilt hier der Normalmaßstab ohne Zuschlag. Der Wert ist mittel.

Impact

Der reine Gerätepreis liegt für Sachsen-Anhalt bei rund 1.600 Euro [7]. Im Vollpaket mit Grundausbildung, Kartuschen, Ladestationen und jährlichem Training zeigen die Beschaffungen anderer Länder 4.500 bis 7.250 Euro je Gerät. Rheinland-Pfalz zahlte 1,8 Millionen Euro für rund 400 Geräte [8], Nordrhein-Westfalen 8,5 Millionen Euro für über 1.360 Geräte [9]. Dort kommt ein Gerät auf rund 31 Beamte, weil streifenbezogen beschafft wird. Auf Sachsen-Anhalt übertragen wären das rund 210 Geräte. Das Programm verspricht dagegen die Ausstattung aller Polizisten [1][2], wörtlich also rund 6.500 Geräte für 29 bis 47 Millionen Euro. Angesetzt ist ein mittlerer Ausbau auf rund 3.000 Geräte, also 13,5 bis 21 Millionen Euro einmalig. Über fünf Jahre verteilt sind das rund 3,5 Millionen Euro im Jahr, zuzüglich 1,2 Millionen Euro laufender Schulungs- und Ersatzkosten. Der Wert ist der größte der Bewertung.

Plausibilität

Zwei Länder haben flächendeckend beschafft und ihre Beträge veröffentlicht [8][9]; der Gerätepreis für Sachsen-Anhalt ist ebenfalls genannt [7]. Dass die Ausgaben anfallen, sobald beschafft wird, steht nicht in Frage. Offen ist allein die Menge, und genau sie beziffert das Programm nicht. Das Band von Faktor zehn bildet diese Lücke ab. Unten steht die streifenbezogene Lösung nach dem Vorbild Nordrhein-Westfalens mit rund 210 Geräten. Oben steht die wörtliche Ausstattung aller Beamten mit rund 6.500. Die Sicherheit ist hoch, weil die Preise belegt sind und nur die Stückzahl offen ist.

evidence_basis: Mehrere Präzedenzfälle · P-ceiling 8,5

Der einzige kontrollierte Versuch findet mehr Gewalt

24von 100

Die City of London Police verglich 400 ausgerüstete mit 400 nicht ausgerüsteten Schichten über 5.981 Einsätze. Auf den ausgerüsteten Schichten wurde 48 Prozent häufiger Gewalt angewendet, bei den unbewaffneten Kollegen derselben Schichten 19 Prozent häufiger. Das richtet sich gegen die Begründung des Vorschlags.

Wert 10 · Leben & GesundheitImpact 6Plausibilität 4
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Wert

Betroffen ist dieselbe Größe wie beim ersten Pro-Argument, nämlich die körperliche Unversehrtheit von Menschen in einer Zwangslage, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Deshalb wiegt sie hier genauso schwer. Dass beide Argumente denselben Wert tragen, ist kein Zufall: Es ist dieselbe Frage, auf die zwei Untersuchungen zwei entgegengesetzte Antworten geben. Der Wert ist der höchste des Wertekatalogs.

Impact

Grundlage ist dieselbe Verletzungslast von rund 13,6 Millionen Euro im Jahr wie beim ersten Pro-Argument, berechnet aus rund 1.500 zwangsrelevanten Einsätzen mit den amtlichen Personenschadenkosten [16][17]. Der kontrollierte Versuch misst 48 Prozent mehr Gewaltanwendung auf ausgerüsteten Schichten [11]. Für die Übertragung ist dieser Wert stark abgeschlagen. Er stammt aus einem Londoner Finanzdistrikt mit unbewaffneter Streifenpolizei, anderer Einsatzlage und kleiner Fallzahl bei den Angriffen. Angesetzt ist die Hälfte, also 24 Prozent, wirksam auf die Hälfte der Lagen, in denen ein Gerät verfügbar wäre. Das ergibt rund 1,6 Millionen Euro. Hinzu kommt ein zweiter Weg: Bundesweit richteten sich 2025 57 Prozent der Einsätze gegen unbewaffnete Personen [10], also gegen Menschen, bei denen zuvor mildere Mittel genügten. Dieser Teil ist mit rund 1,4 Millionen Euro angesetzt. Zusammen rund drei Millionen Euro im Jahr, also genau so viel, wie das erste Pro-Argument einspart.

Plausibilität

Das Design ist das stärkste im gesamten Feld. 400 zufällig ausgewählte Schichten mit Gerät gegen 400 ohne, 5.981 Einsätze, dieselbe Behörde im selben Jahr [11]. Der Befund ist in sich schlüssig, weil auch die unbewaffneten Kollegen derselben Schichten betroffen waren. Das deutet auf eine veränderte Einsatzdynamik und nicht auf ein Auswahlproblem. Zwei Punkte begrenzen die Sicherheit. Die Fallzahl bei den tätlichen Angriffen ist klein, sechs gegen drei. Und die City of London ist ein Finanzdistrikt mit unbewaffneter Streifenpolizei, was den Abschlag für die Übertragung nach Sachsen-Anhalt begründet. Gestützt wird die Richtung durch die bundesweite Entwicklung: Taser-Einsätze und Polizeischüsse steigen parallel, statt sich gegenseitig zu ersetzen [10]. Die Sicherheit ist mittel und damit etwas höher als beim gegenläufigen Pro-Argument.

evidence_basis: Studie · P-ceiling 5,5

Jährliche Auffrischung bindet Einsatzzeit, die fehlt

15von 100

Wer ein Distanzgerät führt, braucht eine Grundausbildung und danach jedes Jahr ein Auffrischungstraining. Bei 3.000 ausgerüsteten Kräften sind das so viele Personentage wie 14 zusätzliche Stellen, in einer Behörde, die ihr eigenes Stellenziel nicht erreicht.

Wert 6 · EinsatzkapazitätImpact 4,6Plausibilität 5,5
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Wert

Betroffen ist die Einsatzfähigkeit der Landespolizei, also ein System, auf das sich alle verlassen. Wenn Zeit in Schulung statt in Streifendienst geht, fehlt Präsenz in der Fläche. Es geht um mehr als einen einzelnen Vorgang. Solche Systemwirkungen wiegen mehr als ein reiner Geldbetrag und weniger als Gesundheit. Der Wert ist mittel.

Impact

Rheinland-Pfalz sieht für alle Einsatzkräfte eine Grundausbildung und jährliche Auffrischungstrainings vor [8]. Bei rund 3.000 ausgerüsteten Kräften in Sachsen-Anhalt und je einem Schulungstag im Jahr sind das 3.000 Personentage, also rund 14 Vollzeitäquivalente. Im Aufbaujahr kommt die mehrtägige Grundausbildung hinzu. Bewertet mit Vollkosten von rund 78.000 Euro je Stelle [25] ergibt das rund 1,1 Millionen Euro laufend und im Mittel der Wahlperiode rund 2,3 Millionen Euro. Diese Zeit entsteht nicht zusätzlich. Die Behörde liegt unter ihrem eigenen verbindlichen Stellenziel von 6.850 Vollzugsäquivalenten [3] und stand am 1. März 2026 bei knapp 6.500 Beamten [28]. Was in die Schulung geht, fehlt im Dienst.

Plausibilität

Dass jährliche Auffrischungstrainings vorgesehen sind, ist für Rheinland-Pfalz ausdrücklich dokumentiert [8], und ohne sie wäre der Geräteeinsatz rechtlich kaum haltbar. Dass die Landespolizei unter ihrem Stellenziel liegt, steht im Haushaltsplan und in der Auskunft des Innenministeriums [3][28]. Beides zusammen ergibt die Verdrängung unmittelbar, denn eine Behörde unter Sollstärke kann Zeit nur einmal ausgeben. Gerechnet ist der Umfang: Wie viele Kräfte ausgerüstet werden und wie viele Tage die Schulung bindet, hängt an der Beschaffungsmenge, die das Programm nicht beziffert. Die Sicherheit ist mittel bis hoch.

evidence_basis: Mehrere Präzedenzfälle · P-ceiling 7

Todesfälle und Verletzungen durch das Gerät selbst

10von 100

Seit 2018 starben in Deutschland elf Menschen nach einem Taser-Einsatz. 2025 gab es bundesweit 1.321 Einsätze, in fast der Hälfte mit Verletzten, und 57 Prozent richteten sich gegen Unbewaffnete. Sachsen-Anhalt hat dieses Risiko heute praktisch nicht, weil es vier Geräte besitzt.

Wert 10 · Leben & GesundheitImpact 2Plausibilität 5
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Wert

Betroffen sind Leben und Gesundheit von Menschen, gegen die polizeilicher Zwang angewendet wird. Bei 57 Prozent der bundesweiten Einsätze waren diese Menschen unbewaffnet. Ein Todesfall lässt sich durch nichts ausgleichen, und schon deshalb wiegt dieser Strom so schwer wie jeder andere Gesundheitsstrom der Bewertung. Dass die Menge klein ist, ändert am Gewicht nichts. Der Wert ist der höchste des Wertekatalogs.

Impact

Rheinland-Pfalz kommt bei 4,1 Millionen Einwohnern auf 253 Einsätze im Jahr [10]. Auf die 2,14 Millionen Einwohner Sachsen-Anhalts [14] übertragen wären das rund 130 Einsätze. In fast der Hälfte der Fälle treten Verletzungen auf, meist Verbrennungen und Schürfwunden [10], also rund 60 Leichtverletzte zu je 6.603 Euro [17] und damit rund 0,4 Millionen Euro. Die elf Todesfälle seit 2018 stehen bundesweit einer Einsatzzahl in der Größenordnung mehrerer Tausend gegenüber, was auf rund zwei Todesfälle je tausend Einsätze führt. Für 130 Einsätze im Jahr sind das 0,26 Todesfälle. Bewertet mit den amtlichen 1.465.820 Euro je Getöteten [17] ergibt das weitere 0,4 Millionen Euro. Hinzu kommen Aufarbeitung und Verfahren mit rund 0,2 Millionen Euro. Zusammen rund eine Million Euro im Jahr.

Plausibilität

Die Zahlen sind gezählt und nicht geschätzt: elf Todesfälle seit 2018, 1.321 Einsätze im Jahr 2025, Verletzungen in fast der Hälfte der Fälle [10]. Die britische Fachaufsicht führt die Wirkungswege auf, nämlich Kopfverletzungen durch unkontrollierte Stürze, wiederholte oder verlängerte Anwendung, Vorerkrankungen und lagebedingte Erstickung, und sie benennt besonders schutzbedürftige Personen als Risikogruppe [13]. Zwei Punkte begrenzen die Sicherheit. Die Einsatzzahl für Sachsen-Anhalt hängt an der Beschaffungsmenge, und die beziffert das Programm nicht. Und ob ein Todesfall ursächlich auf den Geräteeinsatz zurückgeht, ist im Einzelfall regelmäßig strittig. Die Sicherheit ist mittel.

evidence_basis: Mehrere Präzedenzfälle · P-ceiling 7

Summary

Das Problem ist real: 2.220 Vollzugsbeamte wurden 2025 in Sachsen-Anhalt Opfer von Gewalt, 13,4 Prozent mehr als im Vorjahr [16]. Zwischen Pfefferspray und Schusswaffe fehlt ein Mittel, und 84 Prozent der befragten Bediensteten wollen eines [6]. Löst das Gerät es? Hier stehen sich zwei Untersuchungen mit entgegengesetztem Ergebnis gegenüber. Die größte Auswertung mit 24.380 Fällen aus zwölf Behörden findet deutlich weniger Verletzungen bei Beamten und Betroffenen [12]. Der einzige kontrollierte Versuch verglich 400 ausgerüstete mit 400 nicht ausgerüsteten Schichten über 5.981 Einsätze und fand auf den ausgerüsteten Schichten 48 Prozent mehr Gewaltanwendung, bei den unbewaffneten Kollegen derselben Schichten 19 Prozent mehr [11]. Die britische Fachaufsicht nennt keine Wirksamkeitszahlen und führt stattdessen Risiken auf [13]. Zwei Dinge sind dagegen sicher. Erstens die Kosten: 4.500 bis 7.250 Euro je Gerät im Vollpaket [8][9], bei wörtlicher Ausstattung aller rund 6.500 Beamten also 29 bis 47 Millionen Euro. Kein Bundesland macht das; Nordrhein-Westfalen hält bei 42.000 Beamten rund 1.360 Geräte vor [9]. Zweitens der Stand: Der Landtag hat die Rechtsgrundlage am 5. März 2026 beschlossen, und die Erprobung läuft [5]. Der Vorschlag verspricht als Erstes etwas, das bereits auf dem Weg ist.

Ausblick — Wirkung über die Zeit

Schlechter für die Zukunft · 0,28
heute Δ −46,0 F1 — mit Taser für Polizei F0 — Baseline ohne Maßnahme +3 Jahre +5 Jahre Normalised Impact → F0 konstant als Referenz · F1 über/unter F0 = positive/negative Nettowirkung · Δ = Nettoscore Band = Erwartungsbereich — reicht es unter F0, ist auch eine negative Wirkung plausibel Kurvenform und Höhe illustrativ · y-Achse bewusst ohne Skala

Quellen

  1. CDU Sachsen-Anhalt: Kurzwahlprogramm 2026, Kapitel „Spürbare Sicherheit im ganzen Land“: Personalaufwuchs auf weit mehr als 8.100 Bedienstete (mindestens 7.000 im Vollzugsdienst und 1.100 in der Verwaltung); Ausstattung aller Polizisten mit Distanz-Elektroimpulsgeräten. cdulsa.de
  2. CDU Sachsen-Anhalt: Regierungsprogramm 2026, S. 4 bis 6: „Alle Polizisten in Sachsen-Anhalt mit Elektro-Tasern ausstatten“ als erste Bullet des Programms; personeller Aufwuchs auf weit mehr als 8.100 Bedienstete. cdulsa.de
  3. Land Sachsen-Anhalt: Haushaltsplan 2025/2026, Einzelplan 03, Kapitel 03 20: verbindliches Stellenziel 6.850 Vollzeitäquivalente Polizeivollzug und 964 Vollzeitäquivalente Polizeiverwaltung zum 31.12.2026; Zielzahl mindestens 7.000 Vollzugsbeamte; Anwärterbezüge 24,1 Mio € (2025) und 19,0 Mio € (2026). gruene-fraktion-lsa.de
  4. Ministerium für Inneres und Sport Sachsen-Anhalt: Umfrage zur erweiterten Ausstattung der Landespolizei (12.02.2025): Bestand vier Distanz-Elektroimpulsgeräte beim Spezialeinsatzkommando seit 2017, zwei Einsätze (2020 und 2021). presse.sachsen-anhalt.de
  5. Ministerium für Inneres und Sport Sachsen-Anhalt: Modernisierung des Polizeigesetzes (05.03.2026): Der Landtag nimmt Distanz-Elektroimpulsgeräte in den Waffenkatalog des SOG LSA auf, ausdrücklich nicht als Schusswaffe; Rahmenkonzeption liegt vor, umfassende Erprobung 2026. presse.sachsen-anhalt.de
  6. Volksstimme: Taser in Sachsen-Anhalt (19.06.2025): rund 2.400 Teilnehmer an der Umfrage unter Polizeibediensteten, 84 Prozent befürworten die Einführung. volksstimme.de
  7. HalleSpektrum: Taser-Einführung in Sachsen-Anhalt (13.02.2026): Gerätepreis rund 1.600 Euro ohne Schulung und Zubehör. hallespektrum.de
  8. Ministerium des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz: Flächendeckende Taser-Beschaffung (12.12.2024): rund 400 Geräte für 1,8 Mio Euro, also rund 4.500 Euro je Gerät einschließlich Grundausbildung und jährlicher Auffrischungstrainings. mdi.rlp.de
  9. netzpolitik.org: Taser in den Ländern (10.01.2022): Nordrhein-Westfalen beschafft 620 Geräte für 4,5 Mio Euro, Gesamtbestand über 1.360 Geräte für 8,5 Mio Euro bei rund 42.000 Beamten; sechs Todesfälle nach Taser-Einsatz 2019 bis 2021. netzpolitik.org
  10. netzpolitik.org: Statistik zu polizeilichem Schusswaffengebrauch und Taser-Einsätzen (22.06.2026): 1.321 Taser-Einsätze bundesweit 2025, in 57 Prozent gegen Unbewaffnete, in fast der Hälfte mit Verletzten; elf Todesfälle nach Taser-Einsatz seit 2018; 77 Einsätze mit Schüssen auf Personen, 51 Verletzte, 16 Tote. netzpolitik.org
  11. Ariel, B. et al. (2019), Criminal Justice and Behavior: The Less-Than-Lethal Weapons Effect: kontrollierter Versuch bei der City of London Police, 400 Schichten mit gegen 400 Schichten ohne Gerät, 5.981 Einsätze; Gewaltanwendung auf ausgerüsteten Schichten 48 Prozent höher, bei unbewaffneten Kollegen derselben Schichten 19 Prozent höher. journals.sagepub.com
  12. MacDonald, J., Kaminski, R. & Smith, M. (2009), American Journal of Public Health: The Effect of Less-Lethal Weapons on Injuries in Police Use-of-Force Events: 24.380 Fälle aus zwölf Behörden; deutlich geringere Verletzungswahrscheinlichkeit bei Bürgern und Beamten, in zwei Behörden 25 bis 62 Prozent weniger Verletzungen je Monat nach Einführung. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  13. College of Policing (Vereinigtes Königreich): Authorised Professional Practice, Conducted energy devices: keine Wirksamkeitszahlen; aufgeführte Risiken sind Kopfverletzungen durch unkontrollierte Stürze, wiederholte Anwendung, Vorerkrankungen, lagebedingte Erstickung und besonders schutzbedürftige Personen. college.police.uk
  14. Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt: Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, Jahresabschluss: 172.776 erfasste Fälle (2024: 184.183), Aufklärungsquote 57,4 Prozent (2024: 55,3 Prozent), Häufigkeitszahl 8.090 bei 2.135.597 Einwohnern. polizei.sachsen-anhalt.de
  15. BBGLIVE nach Angaben des Landeskriminalamts: Bilanz der Polizeilichen Kriminalstatistik Sachsen-Anhalt 2025: 2.220 Polizeivollzugsbeamte als Opfer von Gewalt (2024: 1.957, plus 13,4 Prozent), 1.050 Widerstandshandlungen (plus 10,4 Prozent). bbglive.de
  16. Bundesanstalt für Straßenwesen: Volkswirtschaftliche Kosten von Straßenverkehrsunfällen 2024: 1.465.820 Euro je Getöteten, 149.147 Euro je Schwerverletzten, 6.603 Euro je Leichtverletzten (Ressourcenansatz ohne Zahlungsbereitschaft). bast.de
  17. Gewerkschaft der Polizei Sachsen-Anhalt: Verfehlte Einstellungszahlen 2025 (09.10.2025): 373 Einstellungen statt geplanter 450 bei 2.826 Bewerbungen, Abbrecherquote in Ausbildung und Studium rund 26 Prozent. gdp.de
  18. Bundesministerium der Finanzen: Personal- und Sachkosten in der Bundesverwaltung 2024: Durchschnitt gehobener Dienst 65.218 Euro steuerpflichtiges Brutto, Versorgungszuschlag für Beamte mit besonderer Altersgrenze 32,6 Prozent, sonstige Personalnebenkosten 3.400 Euro. bundesfinanzministerium.de
  19. dpa nach Angaben des Innenministeriums Sachsen-Anhalt: Neue Zielzahl für die Polizeistärke (22.03.2026): knapp 6.500 Vollzugsbeamte zum 01.03.2026, 1.060 Anwärter in Ausbildung und Studium; erste Zwischenergebnisse deuten auf eine künftige Zielgröße von mehr als 7.600 Beamten. lomazoma.com
Zuletzt geprüft von Claude Fable 5 · 24. August 2026 · 2× KI, noch nicht menschlich geprüft
  1. 24. August 2026KI-PrüfungClaude Fable 5keine Änderung nötig

    Prüfung gegen das Skill-Regelwerk (Prüfraster A1–H2): keine Korrektur angewendet. 7 Punkt(e) offen für das menschliche Review.

  2. 23. August 2026KI-PrüfungClaude (Anthropic)Erstbewertung

    Import aus dem Wahl-Workspace (archiv/wahlen-2026-source-2026-08/evaluations/cdu-lsa-taser.json); Bewertung unverändert übernommen, Review-Status in der Quelle: draft.

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