Vermiedene Kosten für den Ausbau der Stromnetze
Jede neue Anlage muss angeschlossen werden, und das Verteilnetz muss sie aufnehmen können. Sachsen-Anhalt trägt hier die dritthöchsten Mehrkosten aller Länder. Was ein Moratorium einspart, sind echte Kabel und Transformatoren. Der Nutzen kommt allerdings seit 2025 allen Netznutzern bundesweit zugute und nicht dem Land.
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Wert
Betroffen ist ein reiner Geldstrom: Kabel, Transformatoren und Arbeitszeit, die nicht eingesetzt werden. Er verteilt sich über die Netzentgelte auf alle Stromkunden, also auf Haushalte und Betriebe gleichermaßen. Weil das Geld breit gestreut ankommt und keine Schwelle berührt, gilt hier der Normalmaßstab ohne Zuschlag. Der Wert ist mittel.
Impact
Die Bundesnetzagentur hat den durch erneuerbare Erzeugung verursachten Mehrkostenblock in besonders belasteten Verteilnetzen für das Jahr 2023 auf rund 608 Millionen Euro beziffert. Auf Sachsen-Anhalt entfallen davon 88 Millionen Euro im Jahr, nach Brandenburg mit 217 und Schleswig-Holstein mit 184 Millionen Euro der dritthöchste Wert [21]. Diese Summe trägt der Bestand von rund 5.700 Megawatt Wind zuzüglich der Solarleistung. Weitere 900 Megawatt entsprechen rund zwölf Prozent des Windbestands, was rechnerisch etwa zehn Millionen Euro im Jahr ergäbe. Der tatsächliche Wert liegt darunter, weil ein Teil des Netzes für den Bestand bereits ertüchtigt ist und weil ein erheblicher Teil der Belastung aus dem Stromtransit von Norden stammt und nicht aus der Erzeugung im Land. Angesetzt sind daher fünf Millionen Euro im Endzustand, im Mittel der Wahlperiode drei Millionen Euro. Nicht enthalten ist der Netzanschluss der Anlage selbst mit 94 bis 116 Euro je Kilowatt [23]: Diesen Posten zahlt der Betreiber, er steckt im Strompreis und ist kein zusätzlicher Kostenblock. Der Wert ist niedrig.
Plausibilität
Der Ausgangswert ist regulatorisch festgestellt und keine Schätzung: Die 88 Millionen Euro für Sachsen-Anhalt stammen aus dem Verfahren, mit dem diese Kosten seit 2025 bundesweit umgelegt werden [21]. Die Zurechnung auf 900 Megawatt zusätzlicher Leistung ist dagegen gerechnet. Netzausbaubedarf wird über Lastflüsse modelliert und entsteht gemeinsam durch Wind, Solar, die Anbindung der Offshore-Leistung, die Elektrifizierung und den Transit. Eine belastbare Angabe je Megawatt Windleistung gibt es nicht; wer eine nennt, hat sie gerechnet und nicht gemessen. Ein zweiter Punkt schwächt das Argument in seiner Landesbedeutung: Seit der bundesweiten Umlage tragen diese Kosten alle Netznutzer gemeinsam und nicht mehr das Land allein. Der vermiedene Aufwand kommt also breit verteilt an. Die Sicherheit ist mittel bis niedrig.