Ein Teil der Neuvermietungen liegt dauerhaft unter der Vergleichsmiete
Große Vermieter müssten einen Teil ihrer Neuvermietungen mindestens 20 % unter der Vergleichsmiete anbieten, also bei rund 6,17 statt 8,48 €/m². Das betrifft rund 13.000 Verträge im Jahr und bringt im Schnitt rund 70 Mio. € jährlich. Erprobt ist das Instrument nirgends, und die Preisseite braucht eine Öffnung durch den Bund.
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Wert
Der Strom ist Geld, das bei den Haushalten in den quotenpflichtigen Wohnungen bleibt und dem Vermieter entgeht. Anders als ein allgemeiner Deckel ist die Quote an Bezahlbarkeit gebunden und erreicht damit gezielt Haushalte mit kleinen Einkommen [1]. Diese Zielbindung ist der eigentliche Unterschied zu den anderen Mietvorschlägen in dieser Wahl: Der gleiche Euro wiegt schwerer, wenn er bei einem Haushalt an der Belastungsgrenze ankommt. Auf der Zahlerseite stehen Wohnungsunternehmen und größere private Eigentümer. Der Verbleib in der Wohnung ist hier nicht berührt, weil es um Neuverträge geht. Der Wert ist mittel: ein Geldstrom, der wegen der Zielbindung überdurchschnittlich schwer wiegt.
Impact
Vermieter mit mehr als 50 Wohnungen müssten einen nach Bestandsgröße gestaffelten Anteil ihrer Neuvermietungen mindestens 20 % unter der ortsüblichen Vergleichsmiete anbieten [1][2]. Bei einem Mietspiegel-Median von 7,71 €/m² sind das rund 6,17 €/m² statt der heute zulässigen 8,48 €/m² [3]. Bei 62 m² macht das rund 1.700 € im Jahr je Vertrag. Betroffen sind schätzungsweise 550.000 Wohnungen privater Großvermieter, das ist knapp ein Drittel des Berliner Mietwohnungsbestands von rund 1,73 Mio [5]. Bei 8 % Fluktuation und einer Quote von 30 % der Neuvermietungen sind das rund 13.000 Verträge im Jahr, die sich über die Jahre auf gut 90.000 laufende Verträge summieren. Gerechnet wird gegen die rechtlich zulässige Miete, nicht gegen die tatsächlich verlangten 14,48 €/m² [4]: Der Abstand dorthin ist Durchsetzung geltenden Rechts und steht in einer eigenen Bewertung. Im Zehnjahresschnitt bleiben so rund 70 Mio. € pro Jahr bei den begünstigten Haushalten, mit einer Spanne von 20 bis 180 Mio. €. Der Impact ist klein bis mittel: Der Abschlag pro Vertrag ist deutlich, die Zahl der Verträge aber klein gegenüber dem Gesamtmarkt.
Plausibilität
Für dieses Instrument gibt es keinen Präzedenzfall: Kein Land hat je eine Quote unter Vergleichsmiete für private Vermieter durchgesetzt. Die Preisseite ist zudem Mietpreisrecht, für das dem Land nach dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts von 2021 die Kompetenz fehlt, solange der Bund es regelt [6]. Wie bei den übrigen Bewertungen desselben Typs ist unterstellt, dass der Bund den Weg öffnet; ohne diese Annahme entfällt der gesamte Preisteil. Offen ist außerdem die Quotenhöhe, die das Gesetz nach Bestandsgröße staffeln will, ohne die Staffel zu nennen [1][2]. Die Schwelle von 50 Wohnungen lädt zur Aufspaltung von Beständen ein; ohne Konzernklausel läuft die Quote teilweise leer, was in der angesetzten Reichweite bereits berücksichtigt ist. Vergleichbar in der Mechanik, aber nicht in der Höhe, sind Sozialquoten im Neubau, die in Berlin seit Jahren funktionieren. Die Plausibilität ist niedrig bis mittel: Der Mechanismus ist klar, aber weder erprobt noch derzeit rechtlich gangbar.