Wohnungen aus leerstehenden Büros
Rund 2 Mio. m² leerstehende Bürofläche wären rechnerisch 30.000 Wohnungen. Mit Förderung und Moratorium sind rund 800 Umwandlungen im Jahr angesetzt. Der Engpass ist nicht die Technik, sondern die Wirtschaftlichkeit.
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Wert
Der Strom betrifft die Zahl der Wohnungen in einer Stadt, in der die mittlere Angebotsmiete bei 15,78 €/m² liegt und die Fertigstellungen auf dem tiefsten Stand seit zehn Jahren sind [5][6]. Wer eine umgewandelte Wohnung bezieht, gewinnt keine Existenzsicherung, aber einen eigenen Haushalt oder eine passendere Wohnung. Der Nutzen wirkt über Jahrzehnte, weil eine umgebaute Wohnung bleibt. Die Lage ist allerdings peripher, was den Wert je Wohnung eher an den unteren Rand der Spanne rückt. Der Wert ist mittel bis hoch: Angebotsbasis des Wohnungsmarkts, dauerhaft, aber in Lagen mit schwächerer Ausstattung.
Impact
In Berlin stehen rund 1,94 Mio. m² Bürofläche leer, eine Quote von 8,4 % [3]. Umnutzungsgeeignet sind davon nach der Untersuchung von Berlin Hyp und bulwiengesa rund 2 Mio. m², was rechnerisch etwa 30.000 Wohnungen ergibt [1][2]. Die Kriterien sind eng: periphere Lage, mindestens 5.000 m² Fläche, Baujahr vor 2000 [2]. Umgewandelt wird heute nur dort, wo die Rechnung auch ohne Förderung aufgeht. Mit Förderprogramm und Moratorium sind rund 800 Wohnungen im Jahr angesetzt, mit einer Spanne von 300 bis 1.800, also etwa ein Viertel des Potenzials in zehn Jahren. Zum Vergleich: 2025 wurden in Berlin insgesamt 11.027 Wohnungen fertiggestellt [5]. Jede zusätzliche Wohnung ist in diesem Markt rund 3.000 € im Jahr wert. Der Impact ist klein: einige hundert Wohnungen im Jahr, ein spürbarer, aber kleiner Beitrag zum Berliner Wohnungsbau.
Plausibilität
Das Potenzial ist untersucht, und die Untersuchung ist ungewöhnlich klar in dem, was sie nicht verspricht: Umnutzungen zu klassischem Wohnen seien keineswegs ein Selbstläufer [2]. Als entscheidendes Hemmnis nennt sie nicht Technik oder Genehmigung, sondern die Wirtschaftlichkeit: Die Umbaukosten übersteigen regelmäßig das, was die erzielbare Miete trägt [1]. Genau dort setzt die Förderung an, weshalb die Umwandlungsrate direkt an der Förderhöhe hängt und nicht an der Zahl geeigneter Gebäude. Offen bleibt, wie viele Eigentümer überhaupt verkaufen oder umbauen wollen; viele halten leerstehende Flächen in der Erwartung, dass der Büromarkt zurückkommt. Das Moratorium wirkt genau auf diese Erwartung, ist aber selbst nicht erprobt. Die Plausibilität ist mittel: Potenzial und Hemmnis sind untersucht, die realisierbare Rate hängt an einer Förderhöhe, die noch niemand beziffert hat.