Fünf Jahre eingefrorene Mieten im Bestand
Für rund 1,5 Mio Mietwohnungen wären die Mieten fünf Jahre eingefroren, überhöhte Mieten würden abgesenkt. Im Zehnjahresschnitt bleiben den Haushalten rund 370 Mio. € pro Jahr. Für Berlin ist der Preiseffekt gemessen, die Größe hängt an Reichweite und Vergleichspfad.
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Wert
Der Strom ist Geld, das bei den Mieterhaushalten bleibt und den Vermietern entgeht. Bewertet wird er zum Geldmaßstab, gewichtet danach, wen er erreicht und wer ihn trägt. Ein Deckel wirkt ohne Bedarfsprüfung: Er entlastet die Rentnerin in Kreuzberg ebenso wie den gut verdienenden Haushalt in derselben Straße. Deshalb liegt das Gewicht der Empfängerseite nur wenig über dem Durchschnitt, anders als bei Wohngeld oder Sozialwohnungen. Auf der Zahlerseite steht ein gemischtes Feld aus großen Unternehmen, Kleinvermietern und Genossenschaften. Der Verbleib in der Wohnung ist ein eigener Strom und steht in einem eigenen Argument. Der Wert ist mittel: ein Geldstrom, dessen Verteilungswirkung real, aber nicht zielgenau ist.
Impact
Der Mietspiegel 2026 weist einen Median von 7,71 €/m² netto kalt aus, 0,50 € mehr als zwei Jahre zuvor [2]. Bei 62 m² sind das rund 5.736 € Jahresmiete. Ohne Deckel steigen die Bestandsmieten weiter mit 2,0 bis 3,4 % im Jahr; Vonovia setzt den neuen Mietspiegel mit im Schnitt 4,8 % über zwei Jahre um [7]. Unter dem Deckel wären die Mieten zunächst eingefroren und stiegen ab dem dritten Jahr höchstens mit 1,3 %. Über fünf Wirkjahre summiert sich die Lücke auf rund 5,7 % der Miete. Erfasst wären rund 1,5 Mio Mietwohnungen, etwa so viele wie der Mietspiegel abdeckt [2]. Dazu kommt der Absenkungsanspruch: 2020 hatten rund 340.000 von 1,5 Mio Wohnungen eine Miete über der Tabelle. Zusammen bleiben den Haushalten im Zehnjahresschnitt rund 370 Mio. € pro Jahr, mit einer Spanne von 130 bis 800 Mio. €. Der Impact ist mittel bis hoch: Es sind sehr viele Haushalte, und pro Haushalt geht es um mehrere hundert Euro im Jahr.
Plausibilität
Dass ein Mietenstopp die Mieten senkt, ist für Berlin gemessen: Das DIW findet für regulierte Wohnungen 7 bis 11 % niedrigere Angebotsmieten als für unregulierte [3]. Die Untersuchung vergleicht mit einem Differenz-von-Differenzen-Ansatz die Zeit vor und nach dem 23. Februar 2020 [3]. Offen ist die Reichweite: Wie viele Wohnungen ein neues Gesetz erfasst, hängt von den Ausnahmen für Neubau und geförderte Wohnungen ab. Offen ist auch der Vergleichspfad; zwischen 2,0 und 3,4 % Mietsteigerung im Jahr liegt der Faktor knapp zwei [2][7]. Der Absenkungskanal beruht auf einer Senatsschätzung von 2020 und wurde nie zu Ende vollzogen, weil das Gesetz vorher fiel [1]. Die Wirkung setzt außerdem nur ein, wenn der Bund den Weg öffnet; das ist eine Annahme dieser Bewertung, kein Befund. Die Plausibilität ist mittel bis hoch: Die Richtung ist für Berlin gemessen, die Größe hängt an Reichweite und Vergleichspfad.