Randbebauung des Tempelhofer Felds

Das Abgeordnetenhaus soll das Bebauungsverbot aufheben und einen Randstreifen für rund 5.000 Wohnungen freigeben — in der bewerteten Fassung ohne erneute Abstimmung.

Land Berlin Vorschlag auf Landesebene (Berlin). Landesmaßnahmen erreichen im bundesweiten Maßstab kleinere Impact-Werte als Bundesmaßnahmen; der Maßstab dieser Seite ist entsprechend gesetzt.

KI-Bewertung · noch ohne menschliche Prüfung

Diese Auswertung hat ein KI-Modell erstellt und belegt; ein menschlicher Prüfdurchgang steht noch aus. Zahlen und Einordnung können sich dabei noch ändern. Das Prüfprotokoll steht am Fuß der Seite. Wie geprüft wird →

Das Tempelhofer Feld ist mit 303 Hektar eine der größten innerstädtischen Freiflächen Europas und wird im Mittel von rund 17.000 Menschen am Tag genutzt. Seine Bebauung ist seit 2014 gesetzlich ausgeschlossen: Am 25. Mai jenes Jahres stimmten 739.124 Berlinerinnen und Berliner mit 64,3 % für das Gesetz der Initiative und gegen den Senatsentwurf, der eine Randbebauung vorsah. Das Gesetz hat den Rang eines einfachen Landesgesetzes und kann mit einfacher Mehrheit geändert werden. Die FDP will genau das: den Rand freigeben, ohne erneut abstimmen zu lassen. Andere Parteien knüpfen die Bebauung an eine neue Abstimmung. Seit 2024 läuft ein Dialogprozess; zwei Werkstätten mit 275 zufällig ausgewählten Berlinerinnen und Berlinern lehnten die Randbebauung mehrheitlich ab, der internationale Ideenwettbewerb kürte im Juni 2025 sechs Entwürfe, davon zwei mit Wohnbebauung. Weil zwischen einer Gesetzesänderung und dem ersten Bezug ein Jahrzehnt liegt, ist dieser Vorschlag über zwanzig Jahre bewertet und nicht wie die übrigen über zehn.

Bilanz

Schlechter für die Zukunft · 0,33
Pro 22 · 33 % Contra 45 · 67 %
Größenklasse: sehr klein Maßstab dieser Bewertung: Normalised Impact — einheitslos, auf dieses Thema kalibriert. Zum Vergleich: 1 Punkt entspricht hier rund 2 Mio. € pro Jahr. Wie wir bewerten →

Pro-Argumente

Contra-Argumente

6 Argumente bewertet · Scoring v1.3 Δ absolut −23

Argumente — Pro

3 Argumente

Wohnungen dort, wo alles schon da ist

12von 100

Rund 5.000 Wohnungen auf 30 Hektar an U-Bahn und Ringbahn, in der Größenordnung eines halben Berliner Baujahres. Über den Zeitraum gemittelt stehen davon rund 2.000. Der Nutzen fällt fast vollständig in die zweite Hälfte des Zeitraums, weil Gesetz, Planung und Bau ein Jahrzehnt brauchen.

Wert 6 · WohnraumImpact 4Plausibilität 5
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Wert

Der Strom betrifft die Zahl der Wohnungen in einer Stadt, die deutlich zu wenige baut. Er wirkt über Jahrzehnte, weil eine gebaute Wohnung bleibt, und er trifft Wohnungssuchende insgesamt, nicht nur ihre künftigen Bewohner. Existenz oder Gesundheit sind nicht unmittelbar berührt, wohl aber die Angebotsbasis eines Marktes, an dem sich in Berlin fast jede andere soziale Frage entscheidet. Der Wert ist mittel bis hoch: die Angebotsbasis des Wohnungsmarkts, dauerhaft.

Impact

Freigegeben würde ein Randstreifen von rund 30 Hektar, auf dem etwa 5.000 Wohnungen Platz haben. Die Spanne der ernsthaft diskutierten Zahlen reicht von 2.400 im weitestgehenden prämierten Wettbewerbsentwurf über 4.700 im Senatsentwurf von 2014 bis zu 20.000 in einzelnen Architektenvorschlägen [5][9]. Entscheidend ist aber nicht die Zahl, sondern die Zeit: Vor dem ersten Bezug liegen die Gesetzesänderung, ein Wettbewerbsverfahren, ein Bebauungsplan mit Artenschutzprüfung, die Erschließung und der Bau selbst. Realistisch beginnt der Einzug Anfang der 2030er Jahre und endet Anfang der 2040er. Deshalb ist dieser Vorschlag über zwanzig Jahre bewertet und nicht wie die übrigen über zehn; über diesen Zeitraum gemittelt stehen rund 2.000 Wohnungen. Je zusätzlicher Wohnung im angespannten Berliner Markt sind 4.000 € im Jahr angesetzt, etwas mehr als der übliche Ansatz, weil die Lage innerstädtisch und an den Schnellbahnring angebunden ist. Zum Vergleich: Berlin hat 2025 insgesamt 11.027 Wohnungen fertiggestellt [8]. Der Impact ist sehr klein, obwohl das Quartier groß wäre — weil er fast vollständig in der zweiten Hälfte des Zeitraums anfällt.

Plausibilität

Dass auf freigegebener Fläche gebaut wird, ist so sicher wie irgendetwas in der Wohnungspolitik: Der Boden gehört dem Land, die Lage ist begehrt, an Nachfrage fehlt es nicht. Unsicher ist alles Übrige. Die Zahl der Wohnungen hängt an einer Entscheidung, die niemand getroffen hat; die prämierten Entwürfe reichen von null bis mehrere tausend [5]. Der Zeitplan hängt daran, ob gegen die Gesetzesänderung ein neues Volksbegehren erfolgreich ist — angekündigt ist es. Und die Artenschutzprüfung kann Teilflächen herausnehmen. Für die Bewertung heißt das: Die Richtung steht, die Menge ist projiziert, der Zeitpunkt ist die größte Unsicherheit. Die Plausibilität ist mittel: sicherer Mechanismus, offene Menge, offener Zeitpunkt.

evidence_basis: Projektion · P-ceiling 6

Landeseigener Boden erlaubt echte Bindungen

8,6von 100

Auf eigenem Boden kann das Land den Bindungsanteil selbst festlegen; angesetzt sind 60 %, also rund 1.200 gebundene Wohnungen im Mittel des Zeitraums. Der Mietvorteil liegt bei rund 8.900 € je Wohnung und Jahr. Beschlossen ist dieser Anteil nirgends.

Wert 5 · HaushaltsbudgetImpact 4,3Plausibilität 4
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Wert

Der Strom ist Geld, das Haushalten mit kleinen Einkommen bleibt und dem Land entgeht. Erreicht werden Haushalte mit Wohnberechtigungsschein der untersten Einkommensstufe, für die der innerstädtische Neubaumarkt vollständig geschlossen ist; deshalb liegt das Empfängergewicht deutlich über dem Durchschnitt. Auf der Zahlerseite steht der Landeshaushalt, der am allgemeinen Maßstab bewertet wird. Der Wert ist mittel: ein Geldstrom, der wegen seiner Zielgenauigkeit schwerer wiegt als ein allgemeiner Mietvorteil.

Impact

Der eigentliche Vorteil des Standorts ist nicht die Fläche, sondern der Eigentümer. Weil das Land den Boden besitzt, muss es keinen Planungsgewinn abschöpfen und stößt nicht an die Angemessenheitsprüfung, die im übrigen Berliner Neubau den gebundenen Anteil bei rund 30 % deckelt. Es kann den Bindungsanteil selbst festlegen; angesetzt sind 60 %, mit einer Spanne von 30 bis 100 %. Von den im Mittel 2.000 Wohnungen des Zeitraums wären das 1.200 gebundene. Der Unterschied je Wohnung ist groß: Gebundene Wohnungen der ersten Förderstufe starten bei rund 7,50 €/m², frei finanzierte Neubauwohnungen liegen bei 19,97 €/m², bei 62 m² also rund 8.900 € im Jahr [7]. Das ergibt einen Strom von rund 10,7 Mio. € jährlich, der an Haushalte mit Wohnberechtigungsschein geht und vom Land über entgangenen Erbbauzins und Fördermittel getragen wird. Nach Gegenrechnung der Zahlerseite bleiben rund 8,6 Mio. € im Jahr. Der Impact ist sehr klein, aber er ist der zielgenaueste Teil des Vorschlags.

Plausibilität

Der Hebel ist real und einzigartig: Es gibt in Berlin keine zweite innerstädtische Fläche dieser Größe in Landeseigentum. Nur ist der Bindungsanteil eine Zusage, kein Beschluss. Das Wahlprogramm der FDP nennt die Freigabe, nicht die Sozialquote [1]; die Zahl 60 % stammt aus der Debatte, nicht aus einem Dokument. Erfahrungsgemäß sinkt der gebundene Anteil im Laufe eines Verfahrens, weil Erschließung, Infrastruktur und Ausgleichsmaßnahmen aus demselben Topf bezahlt werden müssen. Umgekehrt wäre eine Gesetzesänderung ohne hohen Bindungsanteil politisch kaum durchsetzbar, was in die andere Richtung wirkt. Damit steht der Mechanismus fest und die Höhe im Streit. Die Plausibilität ist niedrig: realer Hebel, unbeschlossene Ausgestaltung.

evidence_basis: Plausibilität · P-ceiling 5

Innenentwicklung statt Stadtrand

1,6von 100

Zentrale Lage an U-Bahn und Ringbahn spart gegenüber einem peripheren Standort rund 2.000 Pkw-Kilometer je Haushalt und Jahr. Bei den im Mittel 2.000 Haushalten sind das rund 1 Mio. € im Jahr. Ob die Bewohner tatsächlich aus dem Umland kommen, ist offen.

Wert 7 · Umwelt und MobilitätImpact 0,5Plausibilität 4,5
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Wert

Der Strom betrifft Verkehrsleistung, Emissionen und Flächenverbrauch — Güter, die nicht einzelnen Haushalten zugerechnet werden, sondern der Stadt insgesamt, und die über Jahrzehnte wirken. Deshalb steht er auf der Stufe der breiten Teilhabe und der Umwelt. Der Wert ist hoch: Umwelt- und Flächenwirkungen, die alle betreffen.

Impact

Wohnungen entstehen in Berlin sonst überwiegend am Rand oder im Umland, wo neue Straßen, Leitungen und Buslinien gebraucht werden und wo die Wege länger sind. Der Tempelhofer Rand liegt an zwei U-Bahn-Linien und der Ringbahn, mitten in der Stadt und in Reichweite der Arbeitsplätze. Angesetzt sind rund 2.000 eingesparte Pkw-Kilometer je Haushalt und Jahr gegenüber einem peripheren Standort, mit einer Spanne von 800 bis 4.000, bewertet mit 0,25 € je Kilometer für Zeit, Emissionen und Unfallrisiko. Bei den im Mittel 2.000 Haushalten des Zeitraums sind das rund 1 Mio. € im Jahr. Der vermiedene Flächenverbrauch am Stadtrand kommt hinzu und ist nicht gesondert gebucht. Der Impact ist sehr klein: ein realer, aber schmaler Nebeneffekt der Lage.

Plausibilität

Der Zusammenhang zwischen zentraler Lage und geringerer Verkehrsleistung ist gut untersucht und gilt für Berlin besonders deutlich, weil der Motorisierungsgrad in der Innenstadt weit unter dem des Umlands liegt. Offen ist die Übertragung auf diesen Standort: Wer in ein Neubauquartier zieht, kommt nicht zwingend aus dem Umland, sondern häufig aus der Innenstadt selbst, und dann entfällt die Ersparnis. Deshalb ist der Ansatz vorsichtig gewählt. Die Plausibilität ist mittel: belegter Zusammenhang, unsichere Übertragung.

evidence_basis: Projektion · P-ceiling 6

Argumente — Contra

3 Argumente

Ein Volksentscheid wird ohne neue Abstimmung überschrieben

32von 100

2014 stimmten 739.124 Berlinerinnen und Berliner mit 64,3 % für das Gesetz und gegen die Randbebauung. Die bewertete Fassung ändert es per Parlamentsbeschluss, ohne erneut abzustimmen. Angesetzt sind 8 € je Kopf und Jahr auf 2,5 Mio. Stimmberechtigte — mit einer bestätigenden Abstimmung entfiele dieses Argument ganz.

Wert 9 · Demokratische TeilhabeImpact 10Plausibilität 3,5
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Wert

Der Strom betrifft die Frage, ob eine Abstimmung, zu der der Staat aufruft, bindet. Das gehört zum Kern der Verfassungsordnung und wirkt weit über den Anlass hinaus: Wer erlebt, dass ein Volksgesetz ohne neue Abstimmung ersetzt wird, wird auch bei künftigen Verfahren anders entscheiden — beim Unterschreiben, beim Abstimmen und beim Vertrauen in das Ergebnis. Deshalb steht er auf der Stufe des Verfassungskerns. Der Wert ist sehr hoch: die Verlässlichkeit direkter Demokratie.

Impact

Am 25. Mai 2014 haben 739.124 Berlinerinnen und Berliner mit 64,3 % für das Gesetz zum Erhalt des Tempelhofer Felds gestimmt und den konkurrierenden Senatsentwurf, der genau diese Randbebauung vorsah, ausdrücklich abgelehnt [2]. Die hier bewertete Fassung will das Gesetz durch Parlamentsbeschluss ändern, ohne erneut abstimmen zu lassen [1]. Für den Schaden, der dadurch entsteht, gibt es keinen Marktpreis; er besteht darin, dass die Verlässlichkeit direkter Demokratie sinkt, und trifft alle Stimmberechtigten, nicht nur die Befürworter von damals. Angesetzt sind 8 € je Kopf und Jahr, mit einer Spanne von 3 bis 30, auf rund 2,5 Mio. Stimmberechtigte, also rund 20 Mio. € jährlich. Der Ansatz liegt deutlich unter dem, was in dieser Sammlung für die dauerhafte Sperrung eines Volksentscheidsgegenstands gebucht wird, und bleibt dennoch der größte Posten dieser Bewertung. Der Impact ist sehr klein in der Zahl, weil ein Marktpreis fehlt; die Bezugsgruppe ist die gesamte Wählerschaft.

Plausibilität

Der Vorgang selbst ist unstrittig, seine Bewertung nicht. Für einen kleineren Ansatz spricht einiges: Volksgesetze haben in Berlin den Rang einfacher Gesetze, eine Änderungssperre besteht nicht, zwölf Jahre sind vergangen, und ein 2026 gewähltes Parlament hat ein eigenes Mandat. Für einen größeren spricht, dass die Abstimmung von 2014 gerade die Randbebauung zum Gegenstand hatte, dass die Beteiligung mit fast der Hälfte der Stimmberechtigten hoch war und dass die Dialogwerkstätten des Senats 2024 und 2025 dasselbe Ergebnis brachten [4]. Vor allem aber ist der Verzicht auf eine erneute Abstimmung das eigentliche Merkmal dieser Fassung: Wird stattdessen abgestimmt und stimmt die Mehrheit zu, entfällt dieses Argument vollständig. Messbar ist nichts davon. Die Plausibilität ist niedrig: klarer Vorgang, ungemessener Schaden, stark von der Ausgestaltung abhängig.

evidence_basis: Plausibilität · P-ceiling 4

Planung, Erschließung und ein zweites Volksbegehren

6,9von 100

Wettbewerb, Bebauungsplan, Artenschutzprüfung und die Erschließung von 30 Hektar kosten rund 5 Mio. € im Jahr über den Zeitraum. Die Kosten fallen früh an, der Nutzen spät. Ein angekündigtes neues Volksbegehren kann die Planung entwerten.

Wert 5 · StaatsfinanzenImpact 2,5Plausibilität 5,5
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Wert

Der Strom besteht aus öffentlichen Mitteln, die anderswo fehlen — im Schulbau, im Verkehr, in der Wohnraumförderung. Ein besonderer Zweck, der ein höheres Gewicht rechtfertigen würde, ist nicht erkennbar; der soziale Zweck des Quartiers steckt bereits im Gewicht des zweiten Pro-Arguments. Der Wert ist mittel: gewöhnliche öffentliche Mittel am allgemeinen Maßstab.

Impact

Ein Quartier von 30 Hektar entsteht nicht durch eine Gesetzesänderung. Es braucht ein Wettbewerbsverfahren, einen Bebauungsplan, eine Umwelt- und Artenschutzprüfung, Erschließung mit Straßen, Leitungen und Grün sowie Schulen und Kitas. Für die Erschließung sind 120 Mio. € angesetzt, mit einer Spanne von 60 bis 250; über fünfzig Jahre Nutzungsdauer mit 4 % verteilt sind das 5,6 Mio. € im Jahr, über den Zeitraum gemittelt 3,4 Mio. Hinzu kommen Planungs-, Gutachten- und Verfahrenskosten von rund 3 Mio. € jährlich in der ersten Hälfte des Zeitraums. Über all dem steht ein angekündigtes neues Volksbegehren: Ist es erfolgreich, ist die gesamte Planung entwertet. Dieses Risiko ist nicht zusätzlich gebucht, sondern als Umsetzungsschranke vermerkt. Der Impact ist sehr klein: laufende Kosten im einstelligen Millionenbereich.

Plausibilität

Dass Erschließung und Bauleitplanung Geld kosten, ist gesichert; die Höhe ist aus Vergleichsprojekten geschätzt und hängt an Zuschnitt und Infrastrukturumfang. Sicherer als die Zahl ist die Struktur: Diese Kosten fallen früh an, der Nutzen fällt spät an, und zwischen beiden liegt ein politisches Verfahren mit offenem Ausgang. Die Annuisierung der Erschließung folgt derselben Regel wie bei den übrigen Investitionsbewertungen dieser Sammlung, damit eine Einmalzahlung nicht gegen einen Jahresstrom antritt. Die Plausibilität ist mittel bis hoch: sicherer Kostenanfall, geschätzter Umfang.

evidence_basis: Mechanismus · P-ceiling 7

Der Rand ist der genutzte Teil

6,3von 100

Bebaut würde ein Zehntel der Fläche, angesetzt sind aber 20 % Wertverlust, weil der Rand die Zugänge, Gärten und Sportflächen trägt. Bei 6,2 Mio. Besuchen im Jahr sind das rund 6 Mio. € jährlich bei voller Bebauung. Ein bebauter Rand kann die Nutzung des Restfelds auch verbessern — das ist offen.

Wert 7 · Umwelt und ErholungImpact 2Plausibilität 4,5
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Wert

Der Strom betrifft ein Gut, das niemandem gehört und allen offensteht: eine Freifläche im Zentrum, für die es in Berlin keinen Ersatz gibt, ihre Wirkung auf das Stadtklima der angrenzenden Kieze und den Lebensraum, den sie trägt. Er ist nicht auf Einzelne zugerechnet und wirkt über Generationen. Deshalb steht er auf der Stufe der breiten Teilhabe und der Umwelt. Der Wert ist hoch: ein unersetzbares öffentliches Gut im Zentrum der Stadt.

Impact

Bebaut würden rund 30 der 303 Hektar, also ein Zehntel der Fläche — aber nicht irgendein Zehntel. Der Rand trägt die Zugänge, die Gemeinschaftsgärten, die Sport- und Grillflächen; er ist der Teil, an dem die Nutzung stattfindet. Und die Weite selbst, der ungestörte Horizont, ist die Eigenschaft, wegen der das Feld überhaupt so genutzt wird. Erhoben sind im Mittel 17.000 Besuche am Tag, im Sommer 2020 rund 28.000 [6]; das sind etwa 6,2 Mio. Besuche im Jahr. Mit 5 € je Besuch bewertet, mit einer Spanne von 2 bis 10, ergibt sich ein Erholungswert von rund 31 Mio. € jährlich. Angesetzt ist ein Verlust von 20 %, mit einer Spanne von 8 bis 40 %, also mehr als der Flächenanteil; hinzu kommen die Kaltluftfunktion für die angrenzenden Kieze und der Lebensraum geschützter Arten. Wie beim Nutzen tritt der Verlust erst mit dem Bau ein, weshalb über den Zeitraum 55 % angesetzt sind. Der Impact ist sehr klein in Zahlen, aber er trifft täglich Zehntausende.

Plausibilität

Besucherzahlen und Fläche sind erhoben [6], der Wert je Besuch und der Verlustanteil sind gesetzt. Für einen größeren Verlust spricht, dass die zwei Dialogwerkstätten mit 275 zufällig ausgewählten Berlinerinnen und Berlinern die Randbebauung mehrheitlich ablehnten und dass vier der sechs prämierten Entwürfe ohne Wohnbebauung auskommen [3][4][5]. Für einen kleineren spricht, dass 273 Hektar bleiben und dass ein bebauter Rand mit Cafés, Schulen und Läden die Nutzung des Restfelds auch verbessern kann; genau darauf zielen die Entwürfe mit Bebauung. Beide Richtungen sind vertreten und keine ist gemessen. Die Plausibilität ist mittel: erhobene Nutzung, gesetzter Wert, umstrittene Wirkungsrichtung.

evidence_basis: Projektion · P-ceiling 6

Summary

Berlin baut zu wenig: 11.027 Wohnungen 2025, Angebotsmiete 15,78 €/m² [7][8]. Das Tempelhofer Feld ist die einzige innerstädtische Fläche dieser Größe, die dem Land gehört, und genau darin liegt der zielgenaueste Teil des Vorschlags: Wo der Boden dem Land gehört, kann es den Anteil gebundener Wohnungen selbst festlegen, statt an der Wirtschaftlichkeitsgrenze privater Vorhaben zu enden — angesetzt sind 60 % von rund 5.000 Wohnungen, mit einem Mietvorteil von rund 8.900 € je Wohnung und Jahr; gegengerechnet mit dem Landeshaushalt bleiben davon rund 8,6 Mio. € im Jahr. Nur kommt davon im laufenden Jahrzehnt nichts an: Zwischen Gesetzesänderung und erstem Bezug liegen Wettbewerb, Bebauungsplan, Artenschutzprüfung, Erschließung und Bau, weshalb diese Seite über zwanzig Jahre statt über zehn rechnet [3]. Auf der anderen Seite steht weniger der Flächenverlust — 273 der 303 Hektar blieben, und ein bebauter Rand kann die Nutzung des Restfelds auch verbessern — als der Weg dorthin: 739.124 Berlinerinnen und Berliner haben 2014 mit 64,3 % für das Gesetz und ausdrücklich gegen die Randbebauung gestimmt, und die hier bewertete Fassung ersetzt dieses Ergebnis durch Parlamentsbeschluss, ohne noch einmal zu fragen [2]. Dieser Posten trägt die Bewertung allein: Er ist eine offengelegte Setzung ohne Marktpreis, und er ist größer als alles, was auf der anderen Seite steht. Damit entscheidet nicht das Bauvorhaben, sondern das Verfahren: Wird vor der Freigabe abgestimmt und stimmt die Mehrheit zu, liegt dieselbe Maßnahme bei 0,63 statt bei 0,33.

Ausblick — Wirkung über die Zeit

Schlechter für die Zukunft · 0,33
heute Δ −23,0 F1 — mit Tempelhof bebauen F0 — Baseline ohne Maßnahme +10 Jahre +20 Jahre Normalised Impact → F0 konstant als Referenz · F1 über/unter F0 = positive/negative Nettowirkung · Δ = Nettoscore Band = Erwartungsbereich — reicht es unter F0, ist auch eine negative Wirkung plausibel Kurvenform und Höhe illustrativ · y-Achse bewusst ohne Skala

Quellen

  1. FDP Berlin: Wahlprogramm zur Abgeordnetenhauswahl 2026: Randbebauung des Tempelhofer Felds. fdp-berlin.de
  2. Landesabstimmungsleiterin Berlin: Volksbegehren und Volksentscheid über den Erhalt des Tempelhofer Feldes, 25. Mai 2014. berlin.de
  3. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen: Dialogprozess Tempelhofer Feld: Dialogwerkstätten 2024/2025 und internationaler Ideenwettbewerb. berlin.de
  4. taz: Dialogwerkstatt zum Tempelhofer Feld: Mehrheit gegen Randbebauung (275 Teilnehmende). taz.de
  5. Tagesspiegel: Jury kürt sechs internationale Entwürfe — zwei mit Wohnbebauung, „Seilziehn“ mit 2.400 Wohneinheiten. tagesspiegel.de
  6. Brenck u. a., Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung: Gesellschaftliche Wertigkeit des Tempelhofer Feldes: 303 Hektar, im Mittel 17.000 Besuche pro Tag, im Sommer 2020 rund 28.000. ufz.de
  7. Investitionsbank Berlin: IBB Wohnungsmarktbericht 2025: Angebotsmiete 15,78 €/m², 97.040 gebundene Wohnungen. ibb.de
  8. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Baufertigstellungen Berlin 2025: 11.027 Wohnungen. statistik-berlin-brandenburg.de
  9. Tagesspiegel: Tempelhofer Feld bleibt politisch umkämpft und Wahlkampfthema. tagesspiegel.de
Zuletzt geprüft von Claude Fable 5 · 24. August 2026 · 2× KI, noch nicht menschlich geprüft
  1. 24. August 2026KI-PrüfungClaude Fable 5neu bewertet

    Prüfung gegen das Skill-Regelwerk (Prüfraster A1–H2): 1 Korrektur(en) angewendet (B1); r 0.364 → 0.332. 2 Punkt(e) offen für das menschliche Review.

  2. 23. August 2026KI-PrüfungClaude (Anthropic)Erstbewertung

    Import aus dem Wahl-Workspace (archiv/wahlen-2026-source-2026-08/evaluations/berlin-tempelhofer-feld.json); Bewertung unverändert übernommen, Review-Status in der Quelle: draft.

Bewertungen entstehen KI-gestützt und werden turnusmäßig auf neue Entwicklungen geprüft; menschliche Durchgänge sind eigens ausgewiesen. Wie wir prüfen →

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