Zwei griechische Figuren betrachten eine Spartruhe mit Münzen und jungem Baum als Sinnbild früher Altersvorsorge.

Frühstartrente

Mit der Frühstartrente will die Bundesregierung die Altersvorsorge schon im Kindesalter beginnen lassen, für jedes Kind und unabhängig davon, ob die Eltern selbst sparen können [1]. CDU/CSU und SPD tragen das Gesetz; Grüne, Linke und die Verbraucherzentralen halten es für ungleich zugeschnitten, der AfD ist der Betrag zu klein [2][11]. Der Bundestag hat es am 16. Oktober 2026 mit strengeren Regeln für Kosten und Anlage beschlossen; zustimmen muss noch der Bundesrat [19][23][24].

  • 100 € mehr Rente im Monat ab 67 rechnet das ZEW für ein Kind des Jahrgangs 2022 [6]
  • 6.840 € dürfen Eltern und andere im Jahr zusätzlich einzahlen, steuerfrei bis zur Auszahlung [1]
  • 7 % der Kinder rufen ihr Geld aus der Sammelanlage nach den Fallzahlen des Entwurfs nie ab; es fällt an den Bund zurück [1]

Der Vorschlag

Der Bund zahlt für jedes Kind vom sechsten bis zum achtzehnten Geburtstag 10 Euro im Monat in ein Aktiendepot, das frühestens mit 65 ausgezahlt wird.

Die Debatte

CDU/CSU und SPD begründeten die Frühstartrente mit gleichen Chancen für alle Kinder, mit dem Zinseszins über Jahrzehnte und mit finanzieller Bildung. Grüne und Linke sehen neue Ungleichheit: Ältere Jahrgänge gehen leer aus, wohlhabende Eltern können steuerfrei viel zuzahlen, und in der Sammelanlage landen eher Kinder aus ärmeren Familien. Der AfD ist der Betrag zu klein; sie forderte ein eigenes Depot mit deutlich höheren Einzahlungen ab der Geburt. Der Bundestag beschloss das Gesetz am 16. Oktober 2026 in der Fassung des Finanzausschusses mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD gegen Grüne und Linke, die AfD enthielt sich.

  • „Es ist noch heute so, dass viel zu häufig der Geldbeutel der Eltern darüber entscheidet, welche Zukunft Kinder in unserem Land haben. Das brechen wir mit der Frühstartrente ein Stück weit auf.“

    spricht dafür: Lars Klingbeil, SPD Bundestag, 25. September 2026
  • „Wer in der Elternlotterie Glück hatte, kann aus der Frühstartrente sehr viel mehr machen als eine kleine Starthilfe für die Altersvorsorge.“

    spricht dagegen: Stefan Schmidt, Grüne Bundestag, 16. Oktober 2026
  • „Deshalb sollten wir uns nichts vormachen: Die 10 Euro allein werden keine tragende Säule der Altersvorsorge.“

    spricht dagegen: Diana Zimmer, AfD Bundestag, 25. September 2026

Die Analyse

Frühstartrente

72 % des Gewichts sprechen dafür, 28 % dagegen.

Das Gewicht eines Arguments verbindet drei Fragen: wie groß die Wirkung ist, wie sicher sie eintritt und wie wichtig das betroffene Gut ist. Je größer das Stück, desto schwerer wiegt das Argument.

Dafür

Dagegen

Die Frühstartrente ist nach der aktuellen Analyse ein guter Vorschlag.

Sehr wahrscheinlich besser

Sehr wahrscheinlich besser: Unter den angesetzten Annahmen bringt der Vorschlag in mehr als 99 von 100 Modellrechnungen mehr, als er kostet.

Gesamteffekt: mittel

Wie stark der Vorschlag insgesamt wirkt, in fünf Stufen von sehr klein bis sehr groß, über alle Debatten vergleichbar. Der Kreis ist immer voll, auch wenn die Wirkung insgesamt klein ist; wie groß sie ist, sagt diese Stufe.

Recht hat nach der Analyse die Koalition, und zwar mit dem Grund, den ihre Redner im Bundestag vorrechneten: dem Ertrag, den das Geld über Jahrzehnte am Kapitalmarkt bringt. Er bleibt je Kind klein, wie die AfD einwendet, wiegt aber allein mehr als alle Argumente dagegen. Das meiste Gewicht entfällt auf Geld, das vom Bund ins Startkapital der Kinder wandert, und dort ist derselbe Euro im Mittel etwas besser aufgehoben. Das Kursrisiko, vor dem die Linke warnt, wiegt wenig, weil die Depots neben dem späteren Einkommen klein bleiben. Offen bleiben die ungleichen Zuzahlungen der Eltern, die Grüne und Linke kritisieren, und die Finanzbildung der Koalition: Ob ein frühes Depot das spätere Anlegen verändert, hat niemand gemessen.

Mit eigenen Werten nachrechnen

Wie schwer Leben, Gesundheit, Klima, Zeit und Geld zählen, lässt sich anders gewichten. Der Werte-Shift rechnet die Debatte damit neu.

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Im Detail

Alle Argumente

Pro-Argumente3 Argumente

Zinseszins auf das Startkapital

20Punkte

Die 10 € im Monat bleiben bis zum Alter von 65 Jahren am Kapitalmarkt. Im Mittel der Jahre 2027 bis 2066 liegen rund 22 Mrd € in den Depots, bis 2066 wächst der Bestand auf rund 58 Mrd €. Was der Kapitalmarkt darauf erwirtschaftet, gehört den Kindern; wie viel, hängt an der Rendite.

Wert 5 · HaushaltsbudgetImpact 5,6Plausibilität 7
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Wert

Gezählt ist Geld, das den Kindern der geförderten Jahrgänge als Altersvermögen zuwächst. Jedes Kind bekommt denselben Betrag, unabhängig vom Einkommen der Eltern [1]. Ausgezahlt wird frühestens mit 65; dann zählt ein Euro bei einer Rentnerin mit kleinem Einkommen mehr als bei einem Rentner mit großem. Weil die Einzahlung pro Kopf gleich ist, verteilt sich der Ertrag gleichmäßig über alle späteren Einkommensgruppen und zählt im Mittel mit dem Gewicht 1,24. Es geht nicht um Existenzsicherung: Die gesetzliche Rente und die Grundsicherung im Alter bleiben unberührt [1]. Bewertet ist der Ertrag deshalb als Einkommen privater Haushalte, ohne Zuschlag für das Thema Rente. Der Wert ist mittel: Es geht um zusätzliches Alterseinkommen in der Breite, nicht um existenzielle Güter.

Impact

Ohne die Maßnahme gibt es für diese Kinder kein staatlich befülltes Depot; das Geld bleibt im Bundeshaushalt [1]. Mit der Maßnahme fließen ab 2027 jährlich wachsende Beträge in die Depots: 198 Mio € im ersten Jahr, 411 Mio € im Jahr 2030 und knapp 1 Mrd € ab 2038, wenn zwölf Jahrgänge gleichzeitig gefördert werden [1][4][5]. Die 10 € sind nicht an die Preise gekoppelt; bei 2 % Inflation im Jahr verlieren sie bis 2066 mehr als die Hälfte ihrer Kaufkraft [16]. Angesetzt ist eine reale Rendite von 4,4 % im Jahr: der Median von 4,6 %, den das ZEW für die Alterssicherungskommission über 10.000 Renditepfade ermittelt hat, abzüglich 0,2 Prozentpunkten, weil die meisten Kinder in Einzeldepots landen, die bis zu 1 % im Jahr kosten dürfen [1][6][20]. Der Entwurf schloss Abschluss- und Vertriebskosten nur bis zum 18. Geburtstag aus, das beschlossene Gesetz verbietet sie auf das Startkapital bis zur Auszahlung; der Abzug sinkt deshalb von 0,3 auf 0,2 Punkte, eine Setzung, deren Zweifel im Renditeband steht [23]. Der Abzug ist eher vorsichtig, denn bis zum Alter von 46 Jahren liegt das Geld ganz in Aktien, während der ZEW-Median auch die Jahre ab 52 mit wachsendem Anleihenanteil enthält [6]; für die Sammelanlage der Bundesbank schreibt das beschlossene Gesetz eine Anlage ausschließlich in breit gestreuten globalen Aktien vor [23]. In heutiger Kaufkraft wächst der Bestand bis 2066 auf rund 58 Mrd €, eingezahlt sind bis dahin rund 22 Mrd €; die Differenz von 36 Mrd € ist der Ertrag der vierzig Jahre, im Mittel 0,91 Mrd € im Jahr, am unteren Rand des Renditebands 0,43, am oberen 1,70 Mrd € [6]. Mit dem Gewicht der späteren Empfänger steht der Strom bei einem Normalised Impact von 5,6, Spanne 2,7 bis 10,5; gezählt ist nur der Ertrag bis 2066, nicht der Zuwachs danach. Für ein Kind des Jahrgangs 2022 rechnet das ZEW mit rund 100 € mehr Monatsrente ab 67 in heutiger Kaufkraft [6]. Mittel fällt der Impact aus: Die Einzahlungen sind klein, aber der Zinseszins über Jahrzehnte macht aus ihnen ein Vielfaches.

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58,45 Mrd €
Bestand 2066 in heutiger Kaufkraft
− 22,2 Mrd € (im Mittel 0,556 Mrd € im Jahr) Was übrig bleibt, ist der Ertrag der vierzig Jahre
36,23 Mrd €
abzüglich der Einzahlungen 2027–2066
÷ 40 Jahre ZEW-Median 4,6 % abzüglich 0,2 Punkte Produktkosten (beschlossene Fassung: keine Abschluss- und Vertriebskosten auf das Startkapital bis zur Auszahlung); Spanne 0,43–1,70 bei 2,7–6,2 % real
0,91 Mrd €
Kapitalertrag je Jahr
× 1,24 gleicher Betrag je Kind, gemittelt über alle Einkommensfünftel
1,12 Mrd €
gewichtet nach späterem Einkommen
÷ 200 Mio € je Punkt Maßstab dieser Seite; Spanne 2,7–10,5
5,62
Normalised Impact
Score 5,62 Impact × 5 Wert × 7 Plausibilität ÷ 10 = 20 von 100

Plausibilität

Behauptet wird, dass ein breit gestreutes Aktiendepot über vierzig Jahre überhaupt einen realen Ertrag bringt; wie hoch er ausfällt, steht in der Spanne des Impacts. Aktien erreichten in 16 Industrieländern seit 1870 knapp 7 % reale Rendite im Jahr [7]. In der ZEW-Rechnung für die Alterssicherungskommission liegt die reale Rendite nach vierzig Jahren selbst im schlechtesten Zwanzigstel der 10.000 Pfade noch knapp über null [6]. Der ernsthafteste Einwand kommt vom IMK, das für das erste Viertel dieses Jahrhunderts nur 3,5 % reale globale Aktienrendite vor Kosten ausweist; auch das ist ein Ertrag, nur ein kleinerer [10]. Für die Sammelanlage legt das am 16. Oktober 2026 beschlossene Gesetz eine Anlage ganz in breit gestreuten globalen Aktien fest; damit gilt für alle Kinder dieselbe Anlage, auf die sich die Renditereihen beziehen [23]. Verglichen wird mit dem Zustand ohne die Maßnahme, in dem das Geld im Bundeshaushalt bleibt; die Belege sind lange Renditereihen über viele Länder, ohne dass der Zufall bestimmt hätte, wo und wann angelegt wurde [6][7]. Was den Befund sonst erklären könnte, ist die Auswahl der Märkte, die überlebt haben und deshalb in den Reihen stehen; sie drückt die erwartete Höhe, nicht das Vorzeichen. Andersherum kann es nicht laufen, weil die Einzahlungen die Kurse nicht bewegen. Bei 7 gilt: Dass die Depots über vierzig Jahre einen realen Ertrag bringen, ist wahrscheinlich; mehr als „wahrscheinlich“ tragen Renditereihen aus der Vergangenheit nicht. Die Plausibilität ist mittel bis hoch: Dass Aktien über Jahrzehnte Ertrag bringen, ist gut belegt; wie viel, bleibt eine Spanne.

Beleglage: Studie · Plausibilität höchstens 7 Nachweis der Wirkung: Kontrolliert · höchstens 7

Gleiches Startkapital für jedes Kind

16Punkte

Jedes Kind der geförderten Jahrgänge bekommt vom sechsten bis zum achtzehnten Geburtstag zusammen 1.440 € auf ein eigenes Depot oder in die Sammelanlage der Bundesbank. Im Mittel der vierzig Jahre sind das rund 560 Mio € im Jahr in heutiger Kaufkraft. Weil jedes Kind denselben Betrag erhält, kommt das Geld Kindern aus allen Einkommensgruppen gleich zugute.

Wert 5 · HaushaltsbudgetImpact 3,5Plausibilität 9,5
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Wert

Es geht um Geld, das vom Bund auf die Depots von Kindern wandert und dort bis zum Alter von 65 Jahren als Anspruch liegt [1]. Der Betrag ist für jedes Kind gleich und hängt nicht vom Einkommen der Eltern ab [1][3]. Wer später ein kleines Einkommen hat, profitiert von denselben 1.440 € stärker als wer ein großes hat. Über alle späteren Einkommensgruppen gemittelt zählt ein Euro hier deshalb mit 1,24, im Bundeshaushalt mit 1,0. Es geht um Alterseinkommen oberhalb der Existenzschwelle, nicht um die Absicherung gegen Armut. Der Wert ist mittel: Es geht um Geld privater Haushalte, das gleichmäßig über alle Einkommensgruppen verteilt wird.

Impact

Ohne die Maßnahme erhalten die Kinder kein Startkapital vom Bund. Mit der Maßnahme zahlt der Bund 120 € je Kind und Jahr vom sechsten bis zum achtzehnten Geburtstag, zusammen 1.440 € [1][3]. Die Haushaltsplanung nennt 198 Mio € für 2027 und 411 Mio € für 2030; eine Rechnung über die Geburtsjahrgänge nach der Methode des Entwurfs trifft diese Werte bis auf rund 1,5 % und kommt ab 2038 auf knapp 1 Mrd € im Jahr [1][4][5]. Weil der Betrag nicht an die Preise gekoppelt ist, sinkt seine Kaufkraft bei 2 % Inflation bis 2066 auf weniger als die Hälfte [16]. Was ein Kind aus der Sammelanlage bis zum 35. Geburtstag nicht abruft, fällt samt Erträgen an den Bund zurück; nach den Fallzahlen des Entwurfs betrifft das rund 7 % der Kinder [1]. Das beschlossene Gesetz verlangt, sie drei Monate vor der Rückführung zu informieren; um wie viel das den Anteil senkt, ist offen und steht im oberen Teil der Spanne [23]. Im Mittel der vierzig Jahre fließen so rund 556 Mio € im Jahr in heutiger Kaufkraft, Spanne 470 bis 620 Mio € je nach Inflation, Geburtenzahl und nie abgerufenem Anteil [1][4][5][16]. Mit dem Gewicht der späteren Empfänger steht der Strom bei einem Normalised Impact von 3,4, Spanne 2,9 bis 3,8. Dasselbe Geld steht auf der Gegenseite als Ausgabe des Bundes. Klein bis mittel ist der Impact, weil der Betrag je Kind klein und die Zahl der Kinder groß ist.

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120 €
Einzahlung je Kind und Jahr
× geförderte Kinder je Jahr, 2 % Inflation Kohortenrechnung nach der Haushaltsmethode des Entwurfs (55 % im ersten Jahr), auf die Haushaltszahlen 2027–2030 geeicht; Spanne 0,47–0,62 (Inflation, Geburten, nie abgerufener Anteil)
0,56 Mrd €
Einzahlungen des Bundes im Mittel 2027–2066, heutige Kaufkraft
× 1,24 gleicher Betrag je Kind, gemittelt über alle Einkommensfünftel
0,69 Mrd €
gewichtet nach späterem Einkommen
÷ 200 Mio € je Punkt Maßstab dieser Seite; Spanne 2,9–3,8
3,45
Normalised Impact
Score 3,45 Impact × 5 Wert × 9,5 Plausibilität ÷ 10 = 16 von 100

Plausibilität

Dass das Geld auf die Depots fließt, folgt unmittelbar aus dem Gesetzestext, der den Anspruch von 10 € je Monat festschreibt [1]. Verglichen wird mit dem geltenden Recht ohne Frühstartrente. Behauptet wird keine Reaktion von Eltern oder Kindern, sondern eine Folge des Gesetzes; die Höhe hängt an Geburtenzahlen, Inflation und dem Anteil, der nie abgerufen wird, und das steht in der Spanne des Impacts [4][5][16]. Dass jemand weniger arbeitet, weil 120 € im Jahr in ein Depot fließen, ist nicht zu erwarten, und eine eigene Steuer dafür nennt der Entwurf nicht [1]. Ein Restrisiko liegt im Verfahren: Der Bundestag hat am 16. Oktober 2026 beschlossen, der Bundesrat muss noch zustimmen [19][24]. Bei 9,5 gilt: Sobald das Gesetz gilt, fließt das Geld in praktisch jedem Fall. Die Plausibilität ist sehr hoch: Die Zahlung folgt aus dem Gesetz, unsicher ist nur ihre genaue Höhe.

Beleglage: Mechanismus · Plausibilität höchstens 10 Nachweis der Wirkung: Definitorisch

Finanzbildung durch eigenes Depot

0Punkte

Die Befürworter erwarten, dass Kinder und Eltern über das Depot lernen, wie Geldanlage, Rendite und Kursschwankung zusammenhängen, und später selbst besser anlegen. Gemessen hat das bisher niemand; die Bundesregierung will die Wirkung bis 2031 auswerten. Das Argument ist aufgenommen, aber nicht bewertet.

Wert 5 · HaushaltsbudgetImpact 0Plausibilität 3
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Wert

Der Strom wäre zusätzliches Einkommen im Alter, das aus besseren eigenen Anlageentscheidungen der Kinder entsteht, etwa weil sie früher und breiter in Aktien sparen. Es ginge um Geld privater Haushalte, das mit dem Gewicht ihres Einkommens zählt. Das Wissen selbst wäre kein eigener Wert neben diesem Geld, sondern der Weg dorthin. Die Redner der Koalition nennen das Ziel ausdrücklich, und die Bundesregierung führt das Gesetz als Teil ihrer Finanzbildungsstrategie [24][25]. Bewertet würde der Strom wie die übrigen Geldströme der Debatte. Der Wert ist mittel: Es ginge um Geld fürs Alter, nicht um Existenzen.

Impact

Die Befürworter erwarten, dass das Depot Kinder und Eltern mit Geldanlage vertraut macht; Abgeordnete der Union sprechen von angewandter Finanzbildung, die das spätere Anlageverhalten prägen könne [24][25]. Für eine Menge müsste feststehen, wie viele Kinder später anders sparen, wie viel sie selbst anlegen und um wie viel ihr Ertrag dadurch steigt. Keine dieser Zahlen ist für ein staatlich befülltes Kinderdepot gemessen. Das amerikanische Experiment SEED for Oklahoma Kids, das Neugeborenen per Los ein Konto mit Startguthaben gab, misst Kontostände und zusätzliche Ersparnis der Eltern bis ins Kindesalter, nicht das spätere Anlegen der Kinder [18]. Die Bundesregierung will die Wirkung des Gesetzes bis 2031 auswerten [1]. Deshalb ist keine Menge angesetzt. Der Impact ist nicht beziffert: Es fehlt jede Messung, ob ein frühes Depot das spätere Anlegen verändert.

Plausibilität

Die Wirkungskette ist benannt: Ein eigenes Depot schafft Anlässe, über Rendite und Risiko zu sprechen, daraus entsteht Wissen, und Wissen führt zu anderem Anlageverhalten. Das letzte Glied, das die Menge tragen müsste, ist für diese Maßnahme ungeprüft. Ein Kontrafaktum gibt es nicht; SEED for Oklahoma Kids ist zwar ausgelost, misst aber dieses Glied nicht [18]. Die naheliegende Störgröße wäre, dass ohnehin interessierte Eltern eher ein eigenes Depot eröffnen und ihre Kinder ohnehin früher anlegen würden, also Selektion statt Wirkung. Die Plausibilität ist ein Platzhalter, solange keine Menge angesetzt ist. Die Plausibilität bleibt offen: Die Kette ist benannt, ihr tragendes Glied nicht gemessen.

Aufgenommen, noch nicht bewertet: Aufgenommen, aber nicht bewertet: Es fehlt eine Messung, wie viele Kinder mit einem staatlich befüllten Depot später mehr oder anders anlegen und um wie viel ihr Ertrag dadurch steigt; die Auswertung der Bundesregierung bis 2031 könnte sie liefern.

Beleglage: Plausibilität · Plausibilität höchstens 5 Nachweis der Wirkung: Unbestimmt · höchstens 5

Contra-Argumente3 Argumente

Bundesausgaben bis 1 Mrd € jährlich

13Punkte

Der Bund trägt die Einzahlungen vollständig aus dem Haushalt, ohne eine benannte Gegenfinanzierung. Im ersten Jahr sind es 198 Mio €, ab 2038 knapp 1 Mrd € im Jahr. Das ifo-Institut hält das Geld an anderer Stelle für besser eingesetzt.

Wert 5 · StaatsfinanzenImpact 2,8Plausibilität 9,5
▸ Begründung & Quellen anzeigen ▾ Begründung & Quellen ausblenden

Wert

Der Strom besteht aus Geld des Bundes, das für andere Aufgaben nicht mehr zur Verfügung steht oder zusätzlich geliehen werden muss [1]. Der Entwurf stellt die Mittel in voller Höhe aus dem Bundeshaushalt bereit und nennt keine Gegenfinanzierung [1]. Der ifo-Präsident hält die Mittel an anderer Stelle für besser eingesetzt und kritisiert, dass das Geld an alle Kinder geht statt an die bedürftigen [13]. Jeder Euro zählt mit dem vollen Gewicht eines öffentlichen Euro. Einen Zuschlag für die Haushaltslage oder einen Abschlag für den Zweck gibt es nicht. Der Wert ist der eines öffentlichen Euro: Es geht um Geld, das an anderer Stelle im Haushalt fehlt.

Impact

Ohne die Maßnahme bleiben die Mittel im Bundeshaushalt [1]. Mit der Maßnahme zahlt der Bund 198 Mio € im Jahr 2027, 240 Mio € 2028, 327 Mio € 2029 und 411 Mio € 2030 [1]; der Bericht des Finanzausschusses zur beschlossenen Fassung nennt dieselben Ansätze [23]. Danach steigt der Betrag mit jedem neuen Jahrgang weiter, bis ab 2038 zwölf Jahrgänge gleichzeitig gefördert werden und knapp 1 Mrd € im Jahr anfällt [1][4][5]. Weil die 10 € je Monat nicht an die Preise gekoppelt sind, sinkt die Last in heutiger Kaufkraft danach langsam [16]. Was Kinder aus der Sammelanlage bis zum 35. Geburtstag nicht abrufen, fließt samt Erträgen an den Bundeshaushalt zurück; das senkt die Last am unteren Rand der Spanne [1]. Im Mittel der vierzig Jahre sind es rund 556 Mio € im Jahr in heutiger Kaufkraft, Spanne 470 bis 620 Mio € [4][5][16]. Das ergibt einen Normalised Impact von 2,8, Spanne 2,4 bis 3,1. Die Verwaltungskosten stehen in einem eigenen Argument. Klein bis mittel bleibt der Impact: Im Endausbau sind es knapp 1 Mrd € im Jahr, gemessen am Bundeshaushalt ein kleiner Posten.

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0,56 Mrd €
Einzahlungen des Bundes im Mittel 2027–2066, heutige Kaufkraft
× Gewicht 1,0
0,56 Mrd €
Öffentlicher Euro
÷ 200 Mio € je Punkt Maßstab dieser Seite; Spanne 2,35–3,1
2,78
Normalised Impact
Score 2,78 Impact × 5 Wert × 9,5 Plausibilität ÷ 10 = 13 von 100

Plausibilität

Dass der Bund zahlt, folgt unmittelbar aus dem Gesetzestext und der Finanzplanung des Entwurfs [1]. Verglichen wird mit dem geltenden Recht ohne Frühstartrente. Behauptet wird keine Reaktion, sondern eine Folge des Gesetzes; die Höhe hängt an Geburtenzahlen, Inflation und dem Anteil, der aus der Sammelanlage zurückfällt, und das steht in der Spanne des Impacts [4][5][16]. Ob die Mittel aus Kürzungen an anderer Stelle oder aus Krediten kommen, ändert den Betrag nicht, nur die Frage, wer ihn trägt; zehnjährige Bundesanleihen rentierten im September 2026 im Mittel mit 3,53 % [17]. Ein Restrisiko liegt im Verfahren: Der Bundestag hat am 16. Oktober 2026 beschlossen, der Bundesrat muss noch zustimmen [19][24]. Bei 9,5 gilt: Sobald das Gesetz gilt, fällt die Ausgabe in praktisch jedem Fall an. Die Plausibilität ist sehr hoch: Die Ausgabe folgt aus dem Gesetz, unsicher ist nur ihre genaue Höhe.

Beleglage: Mechanismus · Plausibilität höchstens 10 Nachweis der Wirkung: Definitorisch

Die Depots tragen das Kursrisiko

0,71Punkte

Das Startkapital liegt Jahrzehnte am Aktienmarkt, und sein Wert schwankt von Jahr zu Jahr. Wer Schwankungen scheut, schätzt ein schwankendes Depot weniger als ein sicheres mit demselben erwarteten Ertrag. Weil die Depots im Verhältnis zum Einkommen klein bleiben, ist dieser Abschlag klein.

Wert 5 · HaushaltsbudgetImpact 0,1Plausibilität 9,5
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Wert

Getroffen werden die Kinder der geförderten Jahrgänge, deren späteres Altersvermögen am Kurs eines Depots hängt [1]. Bricht der Markt ein, trifft das alle Depots eines Jahrgangs gleichzeitig [6]. Zugleich bleibt der Ausfall Geld, nicht Existenz: Das Depot kommt zur gesetzlichen Rente hinzu und kann nicht unter null fallen [1]. Wer wenig verdient, spürt dieselbe Schwankung stärker; das steckt schon in der Rechnung, weil der Abschlag mit dem Einkommen sinkt, und dazu im Gewicht der späteren Empfänger. Bewertet ist der Posten deshalb als Einkommensverlust privater Haushalte. Der Wert ist mittel: Es geht um schwankendes Zusatzvermögen fürs Alter, die Basissicherung bleibt unberührt.

Impact

Ohne die Maßnahme gibt es kein Depot und damit keine Schwankung. Mit der Maßnahme liegt im Mittel der vierzig Jahre bei rund 14 Millionen Kindern und jungen Erwachsenen je ein Depot von im Schnitt knapp 1.500 € am Aktienmarkt [1][6]. Für die Sammelanlage schreibt das beschlossene Gesetz eine Anlage ganz in globalen Aktien vor, ohne Umschichtung vor der Auszahlung [23]. Ein Aktiendepot schwankt real um rund 17 % im Jahr, wie sich aus der Streuung der ZEW-Simulation zurückrechnen lässt; der schwedische Standardfonds AP7 verlor 2008 rund ein Drittel und 2022 9,5 % seines Werts [6][9]. Bewertet ist die Schwankung so, wie ein Haushalt sie empfindet: Der Abschlag wächst mit dem Quadrat der Schwankung und sinkt mit dem Einkommen, angesetzt mit einem mittleren Einkommen von rund 28.900 € im Jahr [21]. Für ein Depot von 1.500 € ist das gut 1 € im Jahr; über alle Depots, bei denen die älteren schon größer sind, rund 24 Mio €, weniger als 3 % des erwarteten Ertrags. Gewichtet wie der Ertrag ergibt das einen Normalised Impact von 0,15, Spanne 0,06 bis 0,6 je nach Schwankung, Risikoscheu und Einkommen. Die Bundesregierung rechnet mit 7 % nominaler Wertentwicklung und rund 53.000 € je Kind mit 65 [3]; dass es bei schwacher Börse deutlich weniger werden kann, steht im unteren Rand des Ertrags, nicht hier. Sehr klein ist der Impact, weil das Risiko auf kleinen Depots lastet, die neben dem Einkommen kaum ins Gewicht fallen.

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14,4 Mio Depots
Depots im Mittel 2027–2066
× ½ × (17 % × Depotwert)² ÷ 28.900 € je Depot und Jahr Buchungsregel Unsicherheit mit Risikoscheu 1; der Abschlag wächst mit dem Quadrat des Depots; Spanne 10–97 Mio € (Schwankung 12–20 %, Risikoscheu 1–2, Einkommen 20.000–35.000 €)
24,2 Mio €
Preis der Schwankung, über alle Depots
× 1,24 dieselbe Gruppe wie beim Ertrag
30 Mio €
gewichtet nach späterem Einkommen
÷ 200 Mio € je Punkt Maßstab dieser Seite; Spanne 0,06–0,6
0,15
Normalised Impact
Score 0,15 Impact × 5 Wert × 9,5 Plausibilität ÷ 10 = 0,7 von 100

Plausibilität

Behauptet wird nicht, dass der Kapitalmarkt langfristig verliert, sondern dass seine Schwankung für den Anleger einen Preis hat. Dass ein Aktiendepot schwankt, folgt aus seiner Anlage und ist gemessen: Nach 20 Anlagejahren liegt der reale Depotwert in 9,4 von 100 simulierten Fällen unter den Einzahlungen, nach 45 Jahren in 3,6 [6]. Eine ältere Simulation derselben Forschergruppe zeigt Aktien in 93 von 100 Szenarien vorn, in sieben nicht [8]. Dass Haushalte Schwankung scheuen, ist gut belegt; strittig ist nur, wie stark, und das steht in der Spanne des Impacts. Verglichen wird mit dem Zustand ohne Depot. Ein Restrisiko liegt im Verfahren: Die Anlagerichtlinien für die Sammelanlage sind noch nicht erlassen, ihr Aktienanteil steht aber seit dem Beschluss vom 16. Oktober 2026 im Gesetz, dem der Bundesrat noch zustimmen muss [1][19][23][24]. Bei 9,5 gilt: Sobald das Geld am Aktienmarkt liegt, schwankt es in praktisch jedem Fall. Die Plausibilität ist sehr hoch: Dass ein Aktiendepot schwankt, folgt aus seiner Anlage; wie schwer das wiegt, steht in der Spanne.

Beleglage: Mechanismus · Plausibilität höchstens 10 Nachweis der Wirkung: Definitorisch

Verwaltung und Abwicklung

0,24Punkte

Der Bund braucht neue Stellen, die Bundesbank eine Anlage für die Sammelanlage, die Anbieter neue Meldewege. Zusammen kostet die Abwicklung rund 11 Mio € im Jahr. Das ifo-Institut warnt vor einer neuen Bürokratie.

Wert 5 · Vollzug & VerfahrenImpact 0,05Plausibilität 9,5
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Wert

Der Strom besteht aus Arbeitszeit und Sachmitteln, die Verwaltung und Anbieter für die Abwicklung binden [1]. Der Bund braucht dauerhaft zwölf Stellen für Antrags- und Zahlungsverfahren [1]. Die Anbieter müssen Verträge führen, Zahlungen zuordnen und melden [1]. Der ifo-Präsident nennt die neue Bürokratie als ersten Einwand gegen die Frühstartrente [13]. Diese Ressourcen fehlen an anderer Stelle und zählen zum Nennwert. Der Wert ist der eines Euro für Verwaltung: Es geht um Arbeitszeit und Sachmittel, die anderswo fehlen.

Impact

Ohne die Maßnahme entsteht kein Verfahren. Der Entwurf veranschlagt beim Bund 9,9 Mio € für 2027, davon 7,4 Mio € für die Umstellung; dauerhaft bleiben 4,3 Mio € im Jahr für zwölf Stellen, Technik und Versorgung [1]. Die Bundesbank braucht für die Sammelanlage und die Berichte 0,63 Mio € im Jahr, die zentrale Stelle 0,02 Mio €, dazu kommen einmalig 0,34 Mio € [1]. Den Anbietern entstehen 5,7 Mio € im Jahr für Vertragsabschlüsse und Meldungen [1]. Die Pflicht, Kinder vor der Rückführung ihres Geldes zu informieren, kam mit der beschlossenen Fassung hinzu; der Bericht des Finanzausschusses beziffert sie nicht und nennt denselben Aufwand wie der Entwurf [23]. Über vierzig Jahre gemittelt sind das rund 10,9 Mio € im Jahr, Spanne 9 bis 16 Mio € je nach Zahl der Einzelverträge. Die rund 160.000 Stunden, die Eltern im Jahr für den Abschluss aufwenden, sind nicht gezählt, weil der Abschluss freiwillig ist und auch sein Nutzen, das selbst gewählte Depot, nicht gebucht ist [1]. Das ergibt einen Normalised Impact von 0,05. Sehr klein bleibt der Impact: Die Abwicklung kostet rund zwei Prozent dessen, was eingezahlt wird.

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Verwaltungskosten des Bundes im Mittel 2027–2066 9,9 / 8,3 / 7,3 / 5,3 Mio € 2027–2030 einschließlich Umstellung, danach dauerhaft 4,3 Mio € [1] 4,6 Mio € im Jahr
+ Bundesbank und zentrale Stelle Erfüllungsaufwand 0,64 Mio € im Jahr, dazu 0,34 Mio € einmalig [1] 0,65 Mio € im Jahr
+ Abschlüsse und Meldungen der Anbieter Erfüllungsaufwand Wirtschaft laut Entwurf [1] 5,68 Mio € im Jahr
= Abwicklung zusammen (Spanne 9–16) 10,9 Mio € im Jahr
÷ Normalised Impact Maßstab dieser Seite; Spanne 0,045–0,08 200 Mio € je Punkt 0,05
Score 0,05 Impact × 5 Wert × 9,5 Plausibilität ÷ 10 = 0,2 von 100

Plausibilität

Dass Kosten anfallen, folgt aus dem Verfahren, das der Entwurf einrichtet, gleich wie viele Eltern ein Depot eröffnen [1]. Verglichen wird mit dem geltenden Recht ohne Frühstartrente. Die Beträge stammen aus der Kostenschätzung des Entwurfs; wie hoch sie tatsächlich ausfallen, hängt an der Zahl der Einzelverträge, und das steht in der Spanne des Impacts [1]. Ein Restrisiko liegt im Verfahren, denn dem am 16. Oktober 2026 beschlossenen Gesetz muss der Bundesrat noch zustimmen [19][24]. Bei 9,5 gilt: Sobald das Gesetz gilt, fallen die Kosten in praktisch jedem Fall an. Die Plausibilität ist sehr hoch: Dass Kosten entstehen, steht fest; ihre Höhe ist eine Schätzung und steht in der Spanne.

Beleglage: Mechanismus · Plausibilität höchstens 10 Nachweis der Wirkung: Definitorisch

Wie belastbar das Ergebnis ist

Unter den angesetzten Annahmen bringt der Vorschlag in mehr als 99 von 100 Modellrechnungen mehr, als er kostet.

bringt mehr, als er kostetkostet mehr, als er bringt

Jeder Punkt steht für 200 der 20.000 Modellrechnungen.

Außerhalb der Rechnung tragen drei Annahmen das Ergebnis, nach dem die Frühstartrente in allen Durchläufen vorn liegt. Erstens der Zeitraum: Gerechnet ist über vierzig Jahre, 2027 bis 2066, obwohl ausgezahlt erst ab 2085 wird; würde jeder Einzahlung der Ertrag bis zum 65. Geburtstag zugerechnet, wäre er rund fünfmal so groß und der Effekt stiege von mittel auf groß. Zweitens die Finanzierung: Angesetzt ist, dass die Einzahlungen andere Ausgaben verdrängen; liehe sich der Bund das Geld, kämen beim Zins zehnjähriger Bundesanleihen vom September 2026 rund 0,17 Milliarden Euro im Jahr hinzu, ein Fünftel des erwarteten Ertrags. Drittens das Gewicht, denn das ist vor allem eine Verteilungsdebatte: Mehr als die Hälfte des Gewichts ist Geld, das aus dem Bundeshaushalt in die Depots der Kinder wandert. Dort zählt ein Euro im Mittel mehr, weil jedes Kind denselben Betrag erhält und derselbe Euro später einer Rentnerin mit kleinem Einkommen mehr hilft als einem Rentner mit großem; der Bund zahlt aus allgemeinen Mitteln, deren Euro mit seinem Betrag zählt. Zählte der Euro bei den Kindern gleich viel wie im Haushalt und liehe sich der Bund das Geld, läge die Maßnahme noch in 97 von hundert Durchläufen vorn; zählte er nur zwei Drittel, wäre sie nur noch wahrscheinlich gut, und offen wird das Ergebnis erst, wenn er kaum mehr als die Hälfte zählt.

Verteilung der Modellrechnungen ansehen

20.000 durchgerechnete Zukünfte

Sehr wahrscheinlich besser · 100 %

In mehr als 99 von 100 durchgerechneten Zukünften bringt der Vorschlag mehr, als er kostet.

Keine Wirkung ist genau bekannt, jedes Argument hat eine Spanne. Die Rechnung zieht 20.000-mal für jedes Argument eine mögliche Größe aus seiner Spanne und zählt, wie oft der Nutzen die Kosten übersteigt.

Nettoeffekt in Punkten je Zukunft. Links der Null überwiegen die Nachteile, rechts der Nutzen. Acht von zehn Zukünften liegen zwischen +11 und +37 Punkten.
Maßstab und Auswertung

Maßstab dieser Bewertung: Normalised Impact — einheitslos, auf dieses Thema kalibriert. Zum Vergleich: 1 Punkt entspricht hier rund 200 Mio. € pro Jahr.

Größenklasse:mittel

Effekt mittel (+4,4) · 96 % der Wirkung positiv

Die Flächen zeigen die einzelnen Argumentgewichte. Der positive Wirkungsanteil verrechnet Geldverschiebungen zwischen beiden Seiten; die Wahrscheinlichkeit eines positiven Nettoeffekts wird gesondert bestimmt.

Wie wir bewerten →

Prüfung und Quellen

Zuletzt geprüft von Claude Opus 5.5 · 29. Oktober 2026 · 12× KI, 1× Mensch
  1. 29. Oktober 2026KI-PrüfungClaude Opus 5.5neu bewertet

    Finanzbildung, die die Koalition als Nebeneffekt nennt (Plenarprotokolle 21/97, 21/103), als pro-3 aufgenommen und ungewertet (bewertung_offen), weil keine Messung des späteren Anlageverhaltens vorliegt; Kategorie unverändert.

  2. 29. Oktober 2026KI-PrüfungClaude Opus 5.5neu bewertet

    Auf die beschlossene Fassung Drs. 21/8606 neu bewertet: kein Abschluss- und Vertriebskostenabzug auf das Startkapital bis zur Auszahlung (Rendite 4,3 → 4,4 %, pro-1 3,78 → 3,93), Sammelanlage ganz in Aktien, Texte und Maßstab-Hinweis mit Verteilungsdebatte nachgezogen, Kategorie unverändert sehr wahrscheinlich besser.

  3. 29. Oktober 2026KI-PrüfungClaude Opus 5.5Record aktualisiert

    Beschluss vom 16. Oktober 2026 (Drs. 21/8606, Plenarprotokolle 21/97 und 21/103) als Quellen und die abweichende Fassung als ein Satz ergänzt, Verfahrensstand in den Plausibilitätstexten nachgezogen, Stil bereinigt.

  4. 28. Oktober 2026KI-PrüfungClaude Opus 5.5Record aktualisiert

    Seitentexte für den neuen Seitenaufbau (Entwurf G) mit Zitaten aus Plenarprotokollen und Stellungnahmen; keine Zahl geändert.

  5. 21. Oktober 2026KI-PrüfungClaude Fable 5.1Record aktualisiert

    Argument-Zusammenfassungen ohne Gedankenstrich-Einschübe nach Schreibstil vom 20.10.2026; Zahlen unverändert

  6. 20. Oktober 2026KI-PrüfungClaude Fable 5.1Record aktualisiert

    Summary und Maßstab-Hinweis nach Schreibstil vom 20.10.2026 neu geschrieben; Zahlen unverändert

  7. 19. Oktober 2026KI-PrüfungGPT-6keine Änderung nötig

    Lab-Qualitätsprüfung 19.10.2026: politische Quellen, Urheberschaft, Gebiet und Aussageumfang geprüft; keine kanonische Inhaltsänderung. Keine neue wissenschaftliche Vollbewertung und keine Neuberechnung der Wirkungsbilanz. Offene Quellen-/Modellgrenzen im Lab-Audit dokumentiert.

  8. 17. Oktober 2026KI-PrüfungGPT-6keine Änderung nötig

    Größenestimate geprüft, weiterhin offen: Der hauptsächliche Nutzen liegt im späteren Alterseinkommen der Kinder, außerhalb 2027–2036. Fehlende kurzfristige GRV-Entlastung bedeutet keine Nullwirkung der gesamten Reform. Keine Prozentzahl aus fehlender Mengenbrücke erzeugt; Bewertungsparameter und Bilanz unverändert.

  9. 16. Oktober 2026KI-PrüfungGPT-6keine Änderung nötig

    Bedarfsabgleich v1: Langfristiges Altersvermögen für Kinder; das Finanzierungsproblem laufender Renten in den nächsten zehn Jahren wird damit nicht adressiert. Nur vorhandenes Wirkungsmodell auf Reichweite, Bedarfsmaßstab und Zeitraum geprüft; keine neue Wirksamkeitsbewertung oder Änderung der Parameter.

  10. 16. Oktober 2026KI-PrüfungClaude Opus 5.5Record aktualisiert

    Texte auf Bilanz 2.2 nachgezogen

  11. 15. Oktober 2026KI-PrüfungGPT-6keine Änderung nötig

    Bedarfsprüfung im Lab: langfristigen Vermögensaufbau über 40 Jahre von der Finanzierung laufender Renten im Zehnjahresfenster getrennt. Keine Änderung an Bewertung, Zahlen oder Bilanz.

  12. 8. Oktober 2026Von Menschen bewertet, von KI umgesetztClaude Opus 5.5Erstbewertung

    KI-Entwurf der Themen-Automatisierung übernommen; Quellen und Regeln geprüft, Kursrisiko nach risikopraemie/1.0 von Julian entschieden

Bewertungen entstehen KI-gestützt und werden turnusmäßig auf neue Entwicklungen geprüft; menschliche Durchgänge sind eigens ausgewiesen.Wie wir prüfen →

Alle 25 Quellen anzeigenQuellen einklappen
  1. Deutscher Bundestag: Drucksache 21/7864 vom 07.09.2026: Gesetzentwurf der Bundesregierung, Entwurf eines Gesetzes zur Einführung einer Frühstartrente — 10 € je Monat vom 6. bis zum 18. Lebensjahr, Start mit Geburtsjahrgang 2020, Bundesausgaben 198 Mio € (2027) bis 411 Mio € (2030), Epl. 08 9,9 Mio € (2027) bis dauerhaft 4,3 Mio €, Erfüllungsaufwand Wirtschaft 5,7 Mio €/J und Bundesbank 0,63 Mio €/J, Zuzahlung bis 6.840 €/J, Sammelanlage als Bundesvermögen mit Rückfall nicht abgerufener Mittel mit 35 (§ 23 Abs. 4), Auszahlung nicht vor 65. dserver.bundestag.de
  2. Deutscher Bundestag: Textarchiv 2026, KW 39: Einführung einer Frühstartrente für Sechs- bis Achtzehnjährige beraten (erste Lesung am 25.09.2026, Positionen der Fraktionen). bundestag.de
  3. Bundesministerium der Finanzen: Pressemitteilung vom 12.08.2026: Kabinett beschließt Frühstartrente (Effektivkostendeckel 1 %, rund 53.000 € mit 65 bei angenommenen 7 % Wertentwicklung, Sammelanlage durch die Bundesbank). bundesfinanzministerium.de
  4. Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung Nr. 343 vom 22.07.2021: Geburtenziffer 2020 leicht rückläufig (773.144 Neugeborene). destatis.de
  5. Statistisches Bundesamt: Lebendgeborene, Totgeborene, Gestorbene 2021–2025 (2021: 795.492 · 2022: 738.819 · 2023: 692.989 · 2024: 677.117 · 2025: 654.241). destatis.de
  6. ZEW Mannheim (Bucher-Koenen/Cziriak/Immesberger): Gesetzliche Kapitalrente: Simulationen im Rahmen der Alterssicherungskommission (23.6.2026, PDF) — reale Medianrendite 4,6 % nach 45 Jahren, mittlerer Bereich 2,9–6,4 %, Kosten 0,1 %, 100 % Aktien bis Alter 52; Frühstartrenten-Variante Jahrgang 2022: Medianrente 878 statt 777 €. zew.de
  7. Sachverständigenrat: Arbeitspapier 02/2023: Ergänzende Kapitaldeckung der Altersvorsorge – Gründe, Gestaltungsoptionen und Auswirkungen (PDF). sachverstaendigenrat-wirtschaft.de
  8. Verbraucherzentrale Bundesverband / ZEW (Bucher-Koenen, Riedler, Weber): Studie: Aktien-Anlage bietet Verbrauchern bessere Altersvorsorge (2019). vzbv.de
  9. AP7 (Schweden): AP7 Såfa – Lebenszyklusstrategie und Gebühren des Standardfonds der Prämienrente. ap7.se
  10. IMK/WSI, Hans-Böckler-Stiftung: Policy Brief Nr. 99: Empfehlungen der Rentenkommission – Teilweise Umstellung auf Kapitaldeckung gefährdet Wirtschaftswachstum (Juni 2026, PDF). wsi.de
  11. Verbraucherzentrale Bundesverband: Frühstartrente: Gute Idee mit erheblichem Nachbesserungsbedarf (10.08.2026). vzbv.de
  12. ZDFheute: Frühstartrente ab 2027: Staat zahlt monatlich zehn Euro – aber welche Kinder gehen leer aus? (26.08.2026). zdfheute.de
  13. ifo Institut (Clemens Fuest): A False Start on Pensions (30.09.2025). ifo.de
  14. Grinstein-Weiss u. a., Children and Youth Services Review 101 (2019): Enrollment and participation in a universal child savings program: Evidence from the rollout of Israel's National Program. sciencedirect.com
  15. Haaretz: Israeli Government Savings Program Was Meant to Reduce Inequality. It Did the Opposite (24.04.2022; Studie Grinstein-Weiss für die Nationale Versicherungsanstalt). haaretz.com
  16. Europäische Zentralbank: Geldpolitische Strategie: Inflationsziel von 2 % auf mittlere Sicht. ecb.europa.eu
  17. Deutsche Bundesbank: Zinsstrukturkurve (Svensson-Methode) börsennotierter Bundeswertpapiere, Restlaufzeit 10 Jahre, Tageswerte — Mittel September 2026: 3,53 % (Monatsende 3,64 %). api.statistiken.bundesbank.de
  18. Center for Social Development, Washington University (Beverly, Clancy, Huang, Sherraden): The SEED for Oklahoma Kids Child Development Account Experiment: Accounts, Assets, Earnings, and Savings (2015). csd.wustl.edu
  19. Deutscher Bundestag: Drucksache 21/8296 vom 30.09.2026: Stellungnahme des Bundesrates (1068. Sitzung, 25.09.2026) und Gegenäußerung der Bundesregierung zum Entwurf eines Gesetzes zur Einführung einer Frühstartrente. dserver.bundestag.de
  20. Verbraucherzentrale: Frühstartrente: Was müssen Eltern jetzt wissen? (Stand 10.09.2026; Effektivkosten im Standarddepot höchstens 1 % im Jahr, bis 18 keine Abschluss- und Vertriebskosten). verbraucherzentrale.de
  21. Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung Nr. 039 vom 03.02.2026: 16,1 % der Bevölkerung in Deutschland sind armutsgefährdet (Schwelle 2025: 1.446 € netto im Monat für Alleinlebende = 60 % des mittleren Äquivalenzeinkommens). destatis.de
  22. Deutscher Bundestag, Finanzausschuss: Öffentliche Anhörung zur Einführung einer Frühstartrente am 05.10.2026 (Drucksachen 21/7864, 21/8296, 21/8125, 21/2163; schriftliche Stellungnahmen der Sachverständigen). bundestag.de
  23. Deutscher Bundestag: Drucksache 21/8606 vom 14. Oktober 2026: Beschlussempfehlung und Bericht des Finanzausschusses zum Frühstartrentengesetz (Änderungsanträge 1 bis 9: keine Abschluss- und Vertriebskosten auf das Frühstartrentenvermögen bis zur Auszahlung und keine Kosten bei Übertragung, Anlage der kollektiven Mittel breit gestreut in globalen Aktien, Information vor Rückführung nicht abgerufener Mittel, keine Rückzahlung beim Tod des Kindes vor 18). dserver.bundestag.de
  24. Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll 21/103 vom 16. Oktober 2026: zweite und dritte Beratung des Frühstartrentengesetzes (Rede Schmidt S. 8, Schlussabstimmung S. 17 im PDF: angenommen mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD gegen Grüne und Linke bei Enthaltung der AfD). dserver.bundestag.de
  25. Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll 21/97 vom 25. September 2026: erste Beratung des Frühstartrentengesetzes (Reden Klingbeil S. 6, Zimmer S. 12 im PDF). dserver.bundestag.de

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