Entlastung der Fahrgäste
Wer heute schon Bus und Bahn fährt, zahlt künftig neun Euro im Monat oder nichts. Zusammen bleiben so rund 11,7 Milliarden Euro im Jahr bei Fahrgästen, ihren Arbeitgebern und den Landkreisen, die heute Schülerfahrkarten bezahlen. Weil das Ticket in allen Einkommensgruppen verbreitet ist, wiegt das Geld bei den Fahrgästen im Schnitt etwas mehr als in der Staatskasse.
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Wert
Bewertet ist Geld, das in den Kassen der Fahrgäste bleibt: Sie zahlen für dieselben Fahrten weniger. Ein Euro zählt dabei so viel wie bei einem Haushalt mit mittlerem Einkommen, bei ärmeren Haushalten mehr, bei reicheren weniger. Nach der Erhebung Mobilität in Deutschland besitzen das Ticket in allen fünf Gruppen des wirtschaftlichen Haushaltsstatus 15 bis 19 Prozent der Menschen ab 14 Jahren [11]; die Marktforschung der Branche weist für armutsgefährdete Haushalte eine niedrigere Besitzquote aus als im Durchschnitt [23]. Aus den Besitzanteilen allein ergäbe sich ein Gewicht von rund 1,15; wegen der niedrigeren Quote bei Armutsgefährdeten ist vorsichtiger 1,1 angesetzt. Ein kleiner Teil der Entlastung landet bei Arbeitgebern, die heute mindestens ein Viertel des Jobtickets bezahlen, und bei Landkreisen, die Schülerfahrkarten übernehmen [6][7]. Einen Zuschlag für soziale Teilhabe trägt das Argument nicht: Wer wenig Geld hat, zählt über das Einkommensgewicht bereits stärker, ein zweiter Zuschlag zählte dasselbe doppelt. Der Gewinn an Mobilität für neue Fahrgäste steht als eigenes Argument daneben. Der Wert ist mittel: Es geht um Geld für den Alltag, nicht um Gesundheit oder Grundrechte.
Impact
Heute nehmen die Verkehrsunternehmen rund 13,6 Milliarden Euro Fahrgeld im Jahr ein, davon rund 8,0 Milliarden Euro aus dem Deutschlandticket beim Preis von 58 Euro im Jahr 2025 [8]. Beim Preis von 66,80 Euro, der für 2027 mitgeteilt ist, wären es rund 9,2 Milliarden Euro, dazu 5,6 Milliarden Euro aus allen übrigen Fahrscheinen [5][8]. Mit dem Neun-Euro-Ticket zahlen angesetzt 17 Millionen Erwachsene neun Euro im Monat, rund 1,8 Milliarden Euro im Jahr. Die Zahl ist aus dem Sommer 2022 abgeleitet, als rund 27 Millionen Menschen im Monat ein Neun-Euro-Ticket hatten; abgezogen sind Schüler, Studierende und Ältere, die künftig nichts zahlen [9][10]. Von den übrigen Fahrscheinen bleiben 30 Prozent, rund 1,7 Milliarden Euro, weil wer nur selten fährt, weiter Einzelfahrscheine kauft (Setzung, Spanne 20 bis 45 Prozent). Den Verkehrsunternehmen fehlen damit rund 11,3 Milliarden Euro im Jahr; die Union nannte im Verkehrsausschuss mindestens zehn Milliarden Euro [2]. Bei den bisherigen Fahrgästen kommen 11,7 Milliarden Euro an, weil neue Fahrgäste rund 0,4 Milliarden Euro selbst zahlen; dieses Geld steht beim Argument zu den neuen Fahrgästen. Gewichtet mit 1,1 für die Einkommen der Empfänger, Spanne 1,0 bis 1,2, ergibt das einen Normalised Impact von rund 6,5, ein Zehntel mehr als die Gegenbuchung beim Staat; die Menge reicht von 10,6 bis 12,6 Milliarden Euro. Der Impact ist sehr groß: Fast 12 Milliarden Euro im Jahr bleiben bei Millionen Fahrgästen.
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| Fahrgeld aus dem Deutschlandticket ohne die Maßnahme Erlös 2025 beim Preis von 58 €, hochgerechnet auf den Preis 2027 [5][8] | 8,0 Mrd € × 66,80 ÷ 58 | 9.214 Mio €/Jahr | |
| + | Fahrgeld aus allen übrigen Fahrscheinen Einzelfahrscheine, Tageskarten, Schülerkarten, lokale Abos [8] | 13,6 − 8,0 Mrd € | 5.600 Mio €/Jahr |
| − | Neun-Euro-Abos Setzung aus 27 Mio Tickets je Monat 2022, ohne die Gruppen mit Nulltarif [9][10] | 17 Mio × 9 € × 12 | 1.836 Mio €/Jahr |
| − | übrige Fahrscheine, die bleiben Setzung, Spanne 20–45 %: Gelegenheitsfahrer kaufen weiter Einzelfahrscheine | 30 % von 5.600 | 1.680 Mio €/Jahr |
| = | Mindereinnahmen der Verkehrsunternehmen [2] | 11.298 Mio €/Jahr | |
| + | Fahrgeld der neuen Zahlenden steht als Einnahme bei den neuen Fahrgästen | 4 Mio × 9 € × 12 | 432 Mio €/Jahr |
| = | Ersparnis der bisherigen Fahrgäste (Spanne 10.620–12.640) | 11.730 Mio €/Jahr | |
| × | gewichtet mit den Einkommen der Empfänger Besitz in allen Einkommensgruppen verbreitet, bei Armutsgefährdeten seltener; rechnerisch 1,15, vorsichtig 1,1; ein Zehntel bei Arbeitgebern und Landkreisen; Spanne 1,0–1,2 [6][7][11][23] | × 1,1 | 12.903 Mio €/Jahr |
| ÷ | Normalised Impact Maßstab dieser Seite | 2 Mrd € je Punkt | 6,45 |
Plausibilität
Dass die bisherigen Fahrgäste weniger zahlen, folgt unmittelbar aus dem neuen Preis; offen ist allein die Höhe. Kontrafaktum ist der Indexpreis von 66,80 Euro für 2027 mit den bis 2030 festen Zuschüssen von Bund und Ländern [5][6]. Das Design ist definitorisch: Wer heute fährt, zahlt künftig weniger, das ist eine Rechtsfolge des Preises und kein Wirkungsschluss über Verhalten. Die eine Störgröße ist, wie viele Menschen mit Einzelfahrscheinen zum Ticket wechseln und wie viele Erwachsene es bezahlen; sie verschiebt nur die Höhe und steht in der Spanne. Eine Umkehrkausalität scheidet aus. Ein Vollzugsrisiko bleibt: Der Nahverkehr ist Aufgabe der Länder, die Änderung des Regionalisierungsgesetzes braucht die Zustimmung des Bundesrats, und die SPD hielt dem Antrag im Ausschuss vor, die Verantwortung der Länder zu übergehen [1][2]. Die Plausibilität ist sehr hoch: Die Entlastung tritt mit dem Gesetz ein; offen sind ihr Umfang und die Zustimmung der Länder.