Gesundheit
Der Bereich Gesundheit umfasst die ambulante und stationäre medizinische Versorgung, die Arznei-, Heil- und Hilfsmittelversorgung sowie die Pflege in Deutschland. Dazu gehört die Finanzierung dieser Leistungen über die gesetzliche und private Kranken- und Pflegeversicherung.
Ausgangslage
Der Bund setzt mit dem Sozialgesetzbuch V den Rechtsrahmen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die Länder verantworten Krankenhausplanung und Investitionsfinanzierung. Leistungskatalog und Vergütung regelt die gemeinsame Selbstverwaltung aus Krankenkassen, Kassenärztlichen Vereinigungen und Gemeinsamem Bundesausschuss. Die GKV-Ausgaben stiegen 2025 um 7,8 %, die Beitragseinnahmen nur um 5,3 %; der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz erreichte zum Jahresbeginn 2026 3,13 %. Die gesamten Gesundheitsausgaben lagen 2024 bei 538,2 Mrd € und damit bei 12,4 % des Bruttoinlandsprodukts. Die im Juli 2026 vom Bundestag verabschiedete GKV-Finanzreform soll die Beitragssätze stabilisieren; der Koalitionsvertrag sieht zusätzlich ein Primärarztsystem zur Steuerung der Patientenwege vor. Parallel setzen die Länder die Krankenhausreform in neue Krankenhauspläne um. Ohne weitere Maßnahmen erwartet das Bundesgesundheitsministerium ab 2027 jährliche Finanzierungslücken der GKV in zweistelliger Milliardenhöhe. Zugleich sinkt die Zahl voller Hausarztsitze durch den Teilzeittrend leicht, während die Zahl der Pflegebedürftigen schneller wächst als demografisch erwartbar.
Übersicht
23 Vorschläge auf der Zukunftsskala · als Punkte, Liste darunterwahrsch.
schlechterwahrscheinlich
schlechterunklarwahrscheinlich
bessersehr
wahrsch.
besser
- Pflege: Ehepartner
- Automaten-Verbot
- Zuckersteuer
- Notfallreform
- Tabaksteuer
- Kinderlosenzuschlag
- Primärarztsystem
- SchulgeldfreiheitWahl
- LandespflegegeldWahl
- GKV-Finanzreform
- Tariftreue KlinikenWahl
- Klinik-SchutzschirmWahl
- Widerspruchslösung
- Pflege-InvestitionenWahl
- CHN & Zentren (FDP)Wahl
- Versorgung vor OrtWahl
- GesundheitszentrenWahl
- MedizinstudienplätzeWahl
- Pflegereform 2027
- Standorte & DarlehenWahl
- Medi-BusWahl
- Landärzte-ProgrammWahl
- Kliniken sichernWahl
Vorschläge
23 bewertet · sortiert nach BilanzBund
- Sehr wahrscheinlich besser · 100 %Effekt klein (+0,19)Pflegezuschlag für Ehepartner
Wer seinen Ehe- oder Lebenspartner beitragsfrei in der Pflegeversicherung mitversichert, zahlt ab 2028 einen Zuschlag von 0,52 Prozent seines Einkommens. Ausgenommen sind Paare mit Kindern unter zwölf, Pflegende und weitere Gruppen.
- Sehr wahrscheinlich besser · 99 %Effekt groß (+7,7)Spielautomaten-Verbot
Geldspielautomaten sollen nach norwegischem Vorbild stationär und online verboten und allenfalls durch ein streng limitiertes, registrierungspflichtiges Angebot ersetzt werden, um die Spielsucht zu senken.
- Sehr wahrscheinlich besser · 98 %Effekt mittel (+2,8)Zuckersteuer auf Softdrinks
Gesüßte Erfrischungsgetränke sollen in zwei Stufen besteuert werden, um Hersteller zur Zuckersenkung anzuregen; das Kabinett hat das Vorhaben am 14. Oktober 2026 beschlossen.
- Sehr wahrscheinlich besser · 95 %Effekt mittel (+1,3)Notfallreform
Notaufnahmen, Notdienstpraxen und Rettungsdienst werden über vernetzte Leitstellen und Integrierte Notfallzentren verbunden, damit Hilfesuchende dort versorgt werden, wo es medizinisch passt.
- Wahrscheinlich besser · 89 %Effekt groß (+23)Tabaksteuer bis 2030
Die Tabaksteuer steigt von 2027 bis 2030 jedes Jahr, bis eine Packung Zigaretten knapp 12 Euro kostet; das soll Geld bringen und weniger Menschen rauchen lassen.
- Wahrscheinlich besser · 79 %Effekt klein (+0,37)Höherer Kinderlosenzuschlag
Kinderlose zahlen ab 2027 in der Pflegeversicherung 0,9 statt 0,6 Beitragssatzpunkte Zuschlag, zusammen 4,5 Prozent ihres Einkommens; dafür soll der allgemeine Beitrag von 3,6 Prozent stabil bleiben.
- Wahrscheinlich besser · 74 %Effekt mittel (+1,9)Primärarztsystem
Die Hausarztpraxis soll für gesetzlich Versicherte zur verbindlichen ersten Anlaufstelle werden; Facharzttermine gibt es dann in der Regel nur mit Überweisung, ausgenommen Augen- und Frauenheilkunde.
- Unklar · 68 %Effekt groß (+15)GKV-Finanzreform
Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung dürfen künftig nur noch so stark wachsen wie ihre Einnahmen: Vergütungen werden gedeckelt, Zuzahlungen steigen, Leistungen ohne Wirksamkeitsnachweis entfallen.
- Unklar · 57 %Effekt sehr klein (+0,025)Widerspruchslösung Organspende
Wer nach dem Hirntod nicht widersprochen hat, gilt als Organspender; Angehörige entscheiden nicht mehr selbst, sondern werden nur gefragt, ob ein Widerspruch bekannt ist.
- Wahrscheinlich schlechter · 22 %Effekt klein (−0,42)Umbau der Pflegeleistungen
Höhere Punktschwellen für die Pflegegrade 1 bis 3, kein Entlastungsbetrag mehr in Pflegegrad 1 und ein höheres Pflegegeld, in dem bisherige Einzelleistungen aufgehen; wer eingestuft ist, behält seinen Grad.
- noch nicht bewertetAlkoholwerbung begrenzen
Werbung für Alkohol in jugendorientierten Medien und in der Außenwerbung soll untersagt werden.
- noch nicht bewertetKommunale Gesundheitszentren aufbauen
Kommunale Zentren mit angestellten Ärzten und Gemeindeschwestern sollen Versorgungslücken in Sachsen-Anhalt schließen.
- noch nicht bewertetLändliche Gesundheitszentren fördern
Interdisziplinäre, arztgeführte Zentren sollen die Versorgung im ländlichen NRW unterstützen.
- noch nicht bewertetRehabilitation vor Pflege erleichtern
Einfachere Anträge und Verordnungen sollen den Zugang zur Rehabilitation vor Pflegebedürftigkeit verbessern.
- noch nicht bewertetSelbstständigkeit im Alter erhalten
Hilfsmittel, Barrierefreiheit und lokale Angebote sollen Menschen länger ein selbstständiges Leben ermöglichen.
- noch nicht bewertetWohnortnahe Pflegeangebote ausbauen
Erreichbare Tages- und Kurzzeitpflege sowie einfache Hilfen sollen Pflegebedürftige und Angehörige unterstützen.
Aus den Landtagswahlen 2026
- Wahrscheinlich besser · 70 %Effekt sehr klein (+0,0032)Land Sachsen-Anhalt Schulgeldfreiheit in den Gesundheitsfachberufen
Wer in Sachsen-Anhalt Physiotherapie oder Ergotherapie an einer privaten Schule lernt, zahlt dafür rund 244 Euro im Monat. Das Land soll die Gebühr übernehmen.
- Unklar · 69 %Effekt klein (+0,088)Land Sachsen-Anhalt Ein Landespflegegeld für Sachsen-Anhalt
Mindestens 1.500 Euro im Jahr für alle ab Pflegegrad 2, rund 204 Millionen Euro für den Landeshaushalt. Bayern, das einzige Land mit dieser Leistung, halbiert sie gerade.
- Unklar · 66 %Effekt sehr klein (+0,0089)Land Sachsen-Anhalt Ein Tariftreuegesetz für Krankenhäuser einschließlich Tochterunternehmen
Häuser ohne Tarifvertrag gibt es im Land nachweislich. Ein Landesgesetz dagegen hat bisher kein Bundesland, und das Programm nennt keine Rechtsgrundlage.
- Unklar · 61 %Effekt sehr klein (+0,048)Land Sachsen-Anhalt Rettungsschirm für Krankenhäuser
300 Millionen Euro vom Land sollen Insolvenzen und Schließungen verhindern. Der Betrag ist als Investitionsförderung gewidmet, Insolvenzen entstehen jedoch aus laufenden Defiziten.
- Unklar · 52 %Effekt sehr klein (+0,000000000000000062)Land Sachsen-Anhalt Das Land übernimmt die Investitionskosten der Pflegeeinrichtungen
Rund 460 Euro im Monat weniger Eigenanteil für Heimbewohner, rund 150 Millionen Euro im Jahr für den Landeshaushalt. Zwei Fünftel davon wechseln nur den öffentlichen Haushalt.
- Sehr wahrscheinlich schlechter · 1 %Effekt sehr klein (−0,0015)Land Sachsen-Anhalt Medi-Bus als rollende Hausarztpraxis
Ein Bus mit Arzt und Fachangestellter soll nach festem Fahrplan Orte ohne Praxis anfahren. In Sachsen-Anhalt sind 172,5 Hausarztstellen unbesetzt, und ein Bus schafft keine zusätzliche Arztkapazität.
- Sehr wahrscheinlich schlechter · 0 %Effekt klein (−0,14)Land Sachsen-Anhalt Krankenhäuser über Investitionsfinanzierung und Rekommunalisierung sichern
Sachsen-Anhalt gibt für Krankenhausinvestitionen rund die Hälfte dessen aus, was der Erhalt kostet. Der Bund hätte Geld dafür, das Land ruft es bislang nicht ab.
- Unklar · 49 %Effekt sehr klein (+0,00095)Land Mecklenburg-Vorpommern Gemeindeschwestern mit Finanzierung
Die FDP will dieselben Gemeindeschwestern und Zentren wie die Grünen, benennt aber Anschubfinanzierung, Studiengang und Stipendium — und einen Rechtsweg, den es nicht gibt.
- Unklar · 43 %Effekt sehr klein (−0,0014)Land Mecklenburg-Vorpommern Gemeindeschwestern, Zentren, Telemedizin
Die SPD will gemeinwohlorientierte Versorgungszentren, Gemeindekrankenschwestern und telemedizinische Kooperationen — vier weitere Zusagen des Kapitels beschreiben bereits geltende Zustände.
- Unklar · 36 %Effekt sehr klein (−0,0034)Land Mecklenburg-Vorpommern Gesundheitszentren und Gemeindeschwestern
Die Grünen wollen in jeder mittelgroßen Stadt ein Gesundheitszentrum und flächendeckend Community Health Nurses — eine Berufsrolle, die es im deutschen Recht nicht gibt.
- Wahrscheinlich schlechter · 11 %Effekt sehr klein (−0,014)Land Mecklenburg-Vorpommern Standorte halten, Landärzte binden
Die AfD will Grundversorgung, Notaufnahmen und Geburtshilfe über individuelle Budget-Vereinbarungen absichern — ein Instrument, das einem Land rechtlich nicht zur Verfügung steht.
- Sehr wahrscheinlich schlechter · 0 %Effekt klein (−0,085)Land Mecklenburg-Vorpommern Mehr Ärzte für den ländlichen Raum
Die CDU will 100 zusätzliche Medizinstudienplätze, eine höhere Landarztquote und den Erhalt aller Krankenhausstandorte — die Quote gilt allerdings seit Februar 2026 bereits in der geforderten Höhe.
Zuletzt geprüft von Claude Opus 4.8 · 12. Juli 2026 · 1× KI, 1× Mensch
- 12. Juli 2026Von Menschen bewertet, von KI umgesetztClaude Opus 4.8Erstbewertung
Bewertungen entstehen KI-gestützt und werden turnusmäßig auf neue Entwicklungen geprüft; menschliche Durchgänge sind eigens ausgewiesen.Wie wir prüfen →